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Bellenberg

24.06.2019

Feuerwehr-Jubiläum: Von zündenden Ideen und Rettungsrobotern

Freuen sich über 150 Jahre Feuerwehr Bellenberg (von links): Stellvertretender Vorsitzender Günther Zaha, Zweiter Kommandant Matthias Schuster, Kommandant Werner Denze und Dritter Bürgermeister Norbert Frank.
Bild: Regina Langhans

Die Feuerwehr Bellenberg feiert 150-jähriges Bestehen: Die Kameraden lassen ihre Geschichte Revue passieren – blicken aber auch in eine ferne Zukunft.

Geradezu würdevoll ging es beim Festakt der Feuerwehr Bellenberg anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens zu: Die Ansprachen der Ehrengäste taten ein Übriges, um die mit der Vereinsgründung 1869 bewiesene Fortschrittlichkeit des Dorfes in Sachen Löschkraft hervorzukehren. Zum Vergleich: Die Wehr in Neu-Ulm entstand gerade mal ein Jahr früher. Dass so viele Gäste gekommen waren, sei Zeichen ihrer Wertschätzung gegenüber den Kameraden, sagte Kommandant Werner Denzel. „Alle technische Ausrüstung nützt nichts ohne den unentgeltlichen Einsatz der Feuerwehrleute.“ 15 Jahrzehnte sollten nicht einfach nur so zur Kenntnis genommen werden. Knapp 200 Personen waren zum Feiern in die mit Feuerwehrutensilien dekorierte Festhalle gekommen.

Wehr war eine der ersten Bürgerinitiativen

Dass sich damals 70 Bürger aus dem 446 Einwohner zählenden Dorf zusammengeschlossen haben, um eine Feuerwehr zu gründen, nannte der Kommandant „eine der ersten Bürgerinitiativen“. Seither hat es – Denzel eingeschlossen – 18 Kommandanten gegeben. Derzeit gibt es 60 aktive Mitglieder, darunter Jutta Mirschel und Sabine Engelhardt als die einzigen Frauen. Letztere war noch nicht 16 Jahre alt, als sie in die Jugend eintrat. Frauen sind seit 1988 zugelassen und die Feuerwehrjigend feiert im Rahmen des Jubiläums heuer ihre 50-Jähriges. Die Kinderfeuerwehr „Feuerfüchse“ wurde vor fünf Jahren gegründet.

Der stellvertretende Landrat Franz-Clemens Brechtel sagte, dass sich trotz technischer Fortschritte die grundsätzliche Arbeit der Feuerwehr nicht verändert habe: „Ihre Schlagkraft besteht darin, dass nicht der einzelne Bürger sondern die Gemeinschaft die Gefahr bekämpft.“

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Dritter Bürgermeister Norbert Frank wusste den über fünf oder sechs Generationen währenden Schutz des Dorfes zu würdigen. Dafür würde die Gemeinde die Ausrüstung stellen, wobei manches Mal auch gebrauchte Fahrzeuge gekauft werden mussten. „Für das Verständnis, wenn die Kommune knapp bei Kasse war, möchte ich mich bedanken“, so Frank. Im Haushalt 2020 sei bereits das Geld für den Kauf eines neuen Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeugs (HLF) eingeplant. Die Feuerwehr würde das gemeindliche Leben mitgestalten und neben ernsten Einsätzen auch gesellschaftliche Aufgaben übernehmen.

In Ausnahmesituationen richtig entscheiden

Stellvertretend für die örtlichen Vereine würdigte Wolfgang Riesenberg die Feuerwehr, deren Einsätze vielfältiger geworden seien: „Vor 150 Jahren hat es in Bellenberg 76 Häuser oder Anwesen gegeben, die zu schützen waren.“ Gleich geblieben sei, dass die Helfer in Ausnahmesituationen die richtige Entscheidung treffen müssten. Dies gelte auch im örtlichen Vereinsleben, wo sie oft „die zündende Idee“ hätten.

Kreisbrandrat Bernhard Schmidt blickte in die Zukunft: „Wie es mit der Feuerwehr in den nächsten 150 Jahren weitergeht, lässt sich schwer vorstellen, dennoch gilt es, sich damit zu befassen.“ Zunächst sei man noch weit entfernt von Robotern, die im Notfall Menschen aus brennenden Häusern retten könnten.

Die heutige Gesellschaft verfüge über viel Freizeit mit verlockenden Angeboten, so Schmidt. Umso mehr zähle das Engagement bei der Feuerwehr: „Ihr gebt uns Werte, nämlich eure Zeit, und zeigt damit Zusammenhalt in der Bevölkerung.“

150 Jahre Bellenberger Feuerwehr: Ein Porträt lesen Sie hier: Die Bellenberger Feuerwehr wird 150 Jahre - und ist aktiver denn je

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