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Kirchhaslach

07.11.2019

Feuerwehr muss zu deutlich mehr Einsätzen ausrücken

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In Kirchhaslach fand die Dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten aus dem Inspektionsbereich Unterallgäu/Nord statt.
Bild: Symbolfoto: Alexander Kaya

Mehr als Feuer löschen: Die Wehren aus dem Inspektionsbereich Unterallgäu/Nord werden immer häufiger zu Einsätzen wie Verkehrsunfällen und Personenbergungen gerufen.

Auf ein arbeitsreiches Jahr hat Kreisbrandinspektor (KBI) Jakob Schlögel aus Klosterbeuren bei der Dienstversammlung der Kommandanten in Kirchhaslach zurückgeblickt. Die Feuerwehren im Inspektionsbereich Unterallgäu/Nord, der von Heimertingen bis Könghausen reicht, wurden zu 550 Einsätzen gerufen. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr. Geschultert haben 45 Ortsfeuerwehren mit rund 1840 Freiwilligen die Einsätze.

Bei der Bilanz stach die Zahl der Technischen Hilfeleistungen heraus. Diese erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Prozent auf 336 Einsätze. Die Palette reichte von Verkehrsunfällen über Hochwassereinsätze bis hin zu Personenbergungen. Wegen Computerproblemen entfielen heuer detaillierte Aufschlüsselungen. Jedenfalls übersprangen die Technischen Hilfeleistungen deutlich die 50-Prozent-Marke der Vorjahre: Sie nahmen rund 60 Prozent des Gesamteinsatzvolumens ein. Zudem rückten die Floriansjünger zu 67 Brandeinsätzen, 19 ABC-Einsätzen, 20 Sicherheitswachen und 106 „Sonstige Tätigkeiten“ aus. Erfreulich war, dass die Zahl der Fehlalarme von 34 auf zwei zurückging.

Immer mehr Frauen engagieren sich bei der Feuerwehr

Positiv war auch, dass die Zahl der Dienstleistenden im Inspektionsbereich um mehr als 130 stieg. Auch der Anteil der Frauen ging nach oben, nämlich um 20 auf nunmehr 83. In diesem Zusammenhang galt Schlögels Dank auch den Arbeitgebern, die Feuerwehrler problemlos für den Dienst freistellen.

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Ohne Weiterbildungen wäre der hohe Leistungsstand, so Schlögel, nicht erreichbar oder haltbar. Rund 60 Feuerwehrler absolvierten Lehrgänge an den überörtlichen staatlichen Feuerwehrschulen. Da diese Fortbildungsplätze dem Bedarf bei Weitem nicht gerecht werden könnten, zeigte sich der KBI stolz darüber, dass „wir auf Landkreisebene wieder den gesamten Bedarf decken konnten“.

Jakob Schlögel

So konnten im Unterallgäu insgesamt mehr als 430 Teilnehmer verzeichnet werden, ob bei der Atemschutz-Fortbildung oder der Maschinistenausbildung. Auf die Kurse in Babenhausen und Kirchhaslach entfiel rund ein Viertel der Kursteilnehmer. Eine wichtige Stelle ist laut Schlögel die Kreiseinsatzzentrale, die im neuen Mindelheimer Feuerwehrhaus beheimatet ist. Letztlich unterzogen sich etwa 120 Feuerwehrlehrer, unterstützt von rund 40 Ergänzungsteilnehmern, erfolgreich den Prüfungen „Die Gruppe im Löscheinsatz“, davon 50 in den vier Goldkategorien.

Neben den Übungen auf örtlicher Ebene erhöhen vor allem Haupt- und Gemeinschaftsübungen das Leistungsniveau. Dabei arbeiten stets mehrere Feuerwehren zusammen. So galt es etwa fiktive Brände in der Winterrieder Mehrzweckhalle, in einem Gebäude für Nutzfahrzeuge in Egg oder in einem Aussiedlerhof in Bedernau zu bekämpfen. Über einen simulierten Waldbrandeinsatz in Haselbach berichtete sogar das BR-Fernsehen.

Schlögel dankte den Gemeinden, die viel Geld für Anschaffungen in die Hand nahmen, zum Beispiel für Tragkraftspritzen, Einsatzfahrzeuge oder gar ein neues Gerätehaus.

So wirbt die Feuerwehr neue Mitglieder an

Auf die Mitgliederwerbung wurde ein besonderes Augenmerk gelegt. Eine Maßnahme war die Aktionswoche unter dem Motto „Wir sind Ehrenamt! Freiwillige Feuerwehr jederzeit und bayernweit“. Erstmals wurde der Schwäbische Feuerwehrtag unter dem Motto „Reinschauen bei der Feuerwehr“ angeboten. Auch die Geselligkeit wurde im Gebiet Unterallgäu/Nord gepflegt, etwa bei Feuerwehrfesten oder beim Kommandantenausflug.

Aus dem Bericht des Kreisjugendfeuerwehrwarts Andreas Thiel ging hervor, dass im Landkreis 39 Jugendfeuerwehren mit mehr als 500 Jugendlichen, davon rund 110 Mädchen, existieren. Davon entfällt fast ein Drittel auf den Inspektionsbereich Nord. Vor gut einem Monat wurde in Winterrieden eine neue Jugendwehr installiert. Auf Interesse stieß das Zeltlager, das dieses Mal in Babenhausen stattfand.

Als Hausherr dankte Kirchhaslachs Bürgermeister Franz Grauer den rund 120 anwesenden Feuerwehrführungskräften sowie allen Freiwilligen für deren Engagement im Dienst der Gemeinschaft. Aus seiner aktiven Zeit bei der Feuerwehr wisse er, wie viel Freizeit und Tatkraft die Floriansjünger in dieses Ehrenamt investieren.

Der zweite Teil des Abends galt spezifischen Fragen. Kreisbrandmeister Michael Steinle informierte zum Thema Trinkwasserschutz aus Feuerwehrsicht, Fachbereichsleiter Hermann Hesse über „Psychosoziale Notversorgung für Einsatzkräfte“. Kreisbrandrat Alexander Möbus nahm abschließend zu aktuellen Themen wie zur Umstellung auf digitale Alarmierung Stellung.

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