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Altenstadt

02.07.2015

Fischer wollen Kleinkraftwerk mit allen Mitteln verhindern

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So schön kann die Iller entlang der Uferwege zwischen Dietenheim und Regglisweiler sein. Foto: Klaus Heinze

Genossenschaft Untere Iller will gegen Vorhaben bei Dietenheim vorgehen. Wenn nötig auch über den Rechtsweg.

Die Fischereigenossenschaft Untere Iller stemmt sich weiterhin und vehement gegen den Bau von Klein-Wasserkraftwerken in der Iller. Zunächst berichtete bei der Jahresversammlung in Altenstadt Vorsitzender Herbert Pressl, dass sich die Iller nach der Renaturierung allmählich erhole und ihren eigenen Lebensraum entfalte. Pressl bedauerte jedoch, dass die Renaturierung der Iller noch nicht weiter in Richtung Süden fortgeführt worden sei. Die positive Entwicklung werde aber getrübt von der Nachricht, dass die Firma Fontin aus München ein Kleinkraftwerk plant und hierfür beim Landratsamt des Alb-Donau-Kreises die wasserrechtliche Bewilligung beantragt hat. „Dafür müsste man in das Illerbett eingreifen, wie es für uns nicht hinnehmbar ist“, wetterte der Vorsitzende und sagte, dass die weitere Renaturierung des Flusses auf viele Jahre hinaus blockiert werde. Die erste Teilstrecke, die gemacht wurde, bringe nicht viel. Vielmehr müsse man den naturgerechten Rück- und Umbau der lller auf der ganzen Strecke umsetzten, um die gewünschten positiven Effekte erzielen zu können. „Durchgängigkeit ist das Ziel“, fügte Pressl an. Die Firma Fontin habe ihr Vorgehen bei Kleinkraftwerken geändert. Nachdem im Gebiet der Fischereigenossenschaft Untere Iller zunächst acht Kleinkrafktwerke angekündigt waren, wurde die Antragstellung beim Landratsamt Neu-Ulm aufgrund öffentlicher Proteste nach Aussage Pressls nicht weiterverfolgt. Vielmehr sei Fontin nach einer Überarbeitung der Planung auf die württembergische Seite zugegangen und und habe den „Vorteil“ genutzt, damit im Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis zu sein. Die Rechnung ging offenbar auf. Der Vorsitzende berichtete, dass der Gemeinderat der Stadt Dietenheim den Antrag auf ein Kraftwerk bis auf eine Stimmenthaltung befürwortet habe. „In Bayern hatten alle Kommunen das Projekt abgelehnt“, fügte Geschäftsführer Norbert Frank an. Bei einem Erörterungstermin habe man dann erfahren, dass von Seiten des Regierungspräsidiums Tübingen unter Auflagen bereits eine Genehmigung in Aussicht gestellt wurde. Pressl bedauerte, dass auf württembergischer Seite die Schaffung regenerativer Energien höher bewertet werde als ökologische Belange. Das gehe in diesem Fall soweit, dass ein Kleinkraftwerk, das lediglich 300 bis 400 Haushalte versorgen könne, wahrscheinlich gebaut werden darf und die Iller mitsamt ihren Wasserlebewesen „auf der Strecke bleibt“. Zudem werde die begonnene Illerrenaturierung ad absurdum geführt. Statt ein Kraftwerk zu bauen, müsse man die bestehende Schwelle abbauen und den Flusslauf durchgängig gestalten. „Wir werden das Vorhaben rechtsstreitig prüfen müssen“, kündigte Pressl an. Im Prinzip werde man den Bescheid abwarten und Rechtsmittel einlegen. Der Fischereigenossenschaftsvorsitzende befürchtet zudem, dass die Firma Fontin nach einer Genehmigung des ersten Kleinkraftwerks versuchen werde, weitere Kleinkraftwerke zu realisieren.

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