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Illertissen

13.05.2020

Freie Wähler üben heftige Kritik an Bürgermeisterwahl

Wolfgang Ostermann (links) und Susanne Kränzle-Riedl vertreten künftig Bürgermeister Jürgen Eisen.
Bild: Rebekka Jakob

Plus Die Freien Wähler Illertissen versuchen zweimal vergebens, ihre Kandidatin Susanna Oberdorfer-Bögel als Vertreterin des Bürgermeisters durchzusetzen. Der Ärger über die Entscheidung im Stadtrat ist groß.

Einen Tag nach der Wahl der zweiten und dritten Bürgermeister der Stadt Illertissen äußern die Freien Wähler Kritik an der Wahlentscheidung des Stadtrats. Wolfgang Ostermann ( SPD) und Susanne Kränzle-Riedl ( CSU) wurden mehrheitlich von den Stadträten gewählt. Die Freien Wähler, zweitstärkste Fraktion im neu gewählten Stadtrat, hatten für beide Positionen Susanna Oberdorfer-Bögel nominiert. Wir haben darüber berichtet: Illertissen hat einen neuen zweiten Bürgermeister – und eine dritte Bürgermeisterin

Bürgermeisterwahl: "Der Wählerwille wurde gänzlich ignoriert"

Der Vorsitzende der Freien Wähler, Ansgar Bauer, habe in Anbetracht der Abstimmungsergebnisse bei den Wahlen zum zweiten, beziehungsweise dritten Bürgermeister, nur noch den Kopf schütteln können. Auch einigen seiner Kollegen und Zuschauer sei es so gegangen. „Es wäre einfach guter Stil gewesen, Susanna Oberdorfer-Bögel, die Stadträtin, die mit Abstand die historisch meisten Stimmen bei einer Stadtratswahl errungen hat, auch für das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin zu wählen“, so Bauer. Er sehe nicht nur den Wählerwillen gänzlich ignoriert, sondern werte es auch als Geringschätzung der eigentlich guten Zusammenarbeit im Stadtrat in den vergangenen Jahren. Immerhin seien die Freien Wähler schon zum zweiten Mal in Folge die zweitstärkste Fraktion und gingen nun wieder bei der Wahl zum stellvertretenden Bürgermeister leer aus, wie auch schon vor sechs Jahren.

Die Freien Wähler sehen es so: Mit der Nominierung beziehungsweise Unterstützung von Wolfgang Ostermann und Susanne Kränzle-Riedl stelle die CSU faktisch alle drei Bürgermeister. „Das hat mit Demokratie doch nichts mehr zu tun“, so Bauer.

Oberdorfer-Bögel sieht sich an alten Machtstrukturen gescheitert

Susanna Oberdorfer-Bögel äußerte sich in der Pressemittelung ebenfalls: Obwohl es sich schon kurz nach der Wahl abgezeichnet habe, dass CSU und SPD ein Bündnis schmieden würden, gegen das sie keine Chance habe, sei sie froh, in der Stadtratssitzung zweimal angetreten zu sein. „Mir war es wichtig, den Wählerinnen und Wählern zu zeigen, dass ich gerne Verantwortung übernommen und die Geschicke der Stadt als stellvertretende Bürgermeisterin mitgelenkt hätte.“

Sie finde es besonders schade, dass immer gejammert werde, dass es in der Politik keinen Nachwuchs gebe. Dann engagiere sich jemand wie sie, die einfach gerne etwas in ihrer Stadt bewegen möchte, und scheitere dann an alten Machtstrukturen. Gleichzeitig freue sie sich über den Rückhalt in ihrer eigenen Fraktion, die ihr den Fraktionsvorsitz übertragen habe, sodass sie nun eben von dieser Warte aus Politik in der Stadt gestalten wird.

Das sagt die Vorgängerin des Bürgermeisters dazu

Unterstützung bekommt die neue Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler von Marita Kaiser, die vor sechs Jahren bei der Bürgermeisterwahl Jürgen Eisen unterlegen war. Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung schrieb sie zu der Entscheidung: "Ich habe in der Kommunalpolitik selbst über viele Jahre schon sehr viel erlebt. Aber so etwas, wie die Ausgrenzung von Frau Oberdorfer-Bögel als 2. Bgm. als absolute Stimmenköniging nach der Kommunalwahl noch nicht."

Mehr über die Kommunalwahlen in Illertissen lesen Sie hier:

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