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Illertissen

12.02.2020

Geh- und Radweg: Wo ist die Stadt auf der sicheren Seite?

Das Schnellrestaurant McDonald’s ist schon da im neuen Illertisser Gewerbegebiet, gegenüber wird noch kräftig gebaut.

Plus Ein Zugang zum Gewerbegebiet Leitschäcker muss her, darüber ist sich der Illertisser Bauausschuss einig. Warum die Strecke jetzt noch mal untersucht werden muss.

Ein Geh- und Radweg ins Gewerbegebiet Leitschäcker in Illertissen ist dringend notwendig - mit der Eröffnung von McDonalds ist das Areal zu einem Magneten auch für Fußgänger und Radfahrer geworden. Die Frage nach der Sicherheit macht die Planungen aber nicht einfach.

Wenn es ums Essen geht, schlägt der Mensch gerne die Vernunft in den Wind. Sei es bei der Auswahl seiner Nahrungsmittel oder beim Weg zur Nahrungsaufnahme. Eine Problematik, die auch den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses Illertissen im Magen liegt. Die endgültige Entscheidung darüber, wie der Geh- und Radweg zwischen der Stadt und dem neuen Gewerbegebiet aussehen wird, hat das Gremium in seiner Sitzung am Dienstagabend noch nicht getroffen. Denn der Vorschlag, den die Verwaltung in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt erarbeitet hatte, war nicht nach jedermanns Geschmack.

Dass eine Lösung kommen muss, ist unbestritten – denn seit der Eröffnung von McDonalds im Dezember haben sich nicht nur Autofahrer, sondern auch viele Radfahrer und Fußgänger auf den Weg zum Fast-Food-Restaurant gemacht.(Lesen Sie dazu auch: McDonald’s-Restaurant in Illertissen hat eröffnet) Ein gefährliches Unterfangen auf der Strecke mit zwei Kreisverkehren, der Staatsstraße und dem Autobahnanschluss an die A7. Bernd Hillemeyr, als Sachgebietsleiter bei der Stadt für den Tiefbau zuständig, hatte dem Gremium vorgestellt, wie eine mögliche Trasse aussehen könnte. „Es ist nicht die allerkürzeste Verbindung, aber dafür eine sichere.“

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Radfahrer sind zu Umwegen bereit - aber was machen die Fußgänger

Genau hier sehen aber Stadträte wie Ansgar Bauer (FW) das Problem: Er befürchtet, dass sich vor allem junge Besucher des Burgerrestaurants trotz des ausgebauten Weges die kürzeste Strecke suchen – und einfach abseits der vorgesehenen Querungshilfen an den Kreisverkehren über die Fahrbahn der Staatsstraße wandern. Auch Dietmar Haas (CSU) äußerte Bedenken: „Wir können bauen, was wir wollen, es wird der kürzeste Weg sein, der genommen wird.“ Haas befürchtet auch, dass es Jahre dauern könnte, bis Autofahrer sich umgewöhnen und gerade bei der Ausfahrt von der A7 ihr Tempo drosseln. Unfälle mit Radfahrern an der beim östlichen Kreisverkehr geplanten Überführung seien wahrscheinlich. Helga Sonntag (ÖDP/AB/Grüne) hatte selbst schon „ein ganzes Rudel Grundschüler“ beobachtet, das sich zu Fuß auf den Weg zu McDonalds machte – auf direktem Weg über die Straße. „Radfahrer werden den Umweg sicher fahren. Aber für Fußgänger sind 200 Meter weiter schon zu viel.“

Einhundertprozentige Sicherheit sei sicher mit keiner Lösung zu erreichen, gab Dritter Bürgermeister Wolfgang Ostermann (SPD) zu Bedenken. So oder so müsse aber eine Lösung her. Nachdem von den Mitgliedern des Bauausschusses weitere Varianten wie eine Querung über die Staatsstraße im Bereich zwischen Autobahn und östlichem Kreisverkehr oder gleich eine Verlegung des Geh- und Radwegs auf die südliche Seite der Staatsstraße angeregt wurden, fasste der Ausschuss noch keinen endgültigen Beschluss, sprach sich aber einhellig für eine Anbindung des Gewerbegebiets Leitschäcker an die Stadt mit einem Geh- und Radweg aus.

Am Pendlerparkplatz sollen Fahrradboxen entstehen

Immerhin ist dieser nämlich die Voraussetzung dafür, dass der Landkreis Neu-Ulm im Anschluss entlang der Kreisstraße NU5 Richtung Unterroth einen Geh- und Radweg baut. Laut Bürgermeister Eisen plant der Landkreis in diesem Bereich ein weiteres Projekt: Am Pendlerparkplatz neben dem Gewerbegebiet sollen abschließbare Fahrradboxen aufgestellt werden. Ein Pilotprojekt, das vor allem für Pendler gedacht sei.

Beschlossene Sache ist seit Dienstagabend außerdem die Verbindung des Leitschäcker in Richtung Osten: Auf Vorschlag von Bürgermeister Eisen stimmte der Ausschuss mehrheitlich dafür, die vorgeschlagene Verbindung querfeldein zum bestehenden, bituminös befestigten Wirtschaftsweg zu bauen. Die Strecke von der bestehenden Querungshilfe über die Kreisstraße NU5 aus ist etwa 190 Meter lang und mit Kosten von etwa 57000 Euro geschätzt. Die deutlich längere und teurere Alternative entlang der NU5 und der Staatsstraße 2018 (Kosten etwa 126000 Euro für 420 Meter) wurde verworfen.

Mehr über die Planungen lesen Sie hier: Gewerbegebiet: Wie kommen Fußgänger und Radler hier hin?

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