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Kellmünz

15.04.2019

Gesperrte Brücken und Straßen: Schwere Zeiten für Pendler bei Kellmünz

Hier geht es nicht weiter: Die Brücke, die Kellmünz mit Kleinkellmünz verbindet, muss saniert werden. Die Sperrung gilt seit dem 1. April. Für die Autofahrer bedeutet das eine große Einschränkung.
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Hier geht es nicht weiter: Die Brücke, die Kellmünz mit Kleinkellmünz verbindet, muss saniert werden. Die Sperrung gilt seit dem 1. April. Für die Autofahrer bedeutet das eine große Einschränkung.
Bild: Zita Schmid

Plus Die Bauarbeiten in Fellheim verzögern sich, in Kellmünz beginnen sie gerade. So sind zwei benachbarte Illerbrücken gesperrt. Wie Autofahrer damit umgehen.

Es sind schwere Zeiten für Kellmünzer, die regelmäßig die Iller überqueren müssen. Zwei Brücken, die über den Fluss in die benachbarten Orte führen, sind derzeit gesperrt.

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Seit dem 1. April dürfen keine Fahrzeuge über die Illerbrücke in Kellmünz – eine wichtige Verbindung ins baden-württembergische Kleinkellmünz und Dettingen. Auf dieser Seite des Iller liegt außerdem das Gelände des Kellmünzer Sportvereins. Für Pendler bedeutet die Sperrung, dass sie vermutlich bis Ende Oktober unter Umständen ein Vielfaches an Strecke und Zeit auf sich nehmen müssen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen.

Warum die alternative Route keine Alternative ist

Eine alternative Route könnte über das sieben Kilometer entfernte Fellheim führen – könnte. Doch auch dort ist eine Straße inklusive Illerbrücke gesperrt. Voraussichtlich bis Ende Juni dauern die Bauarbeiten an der Kreisstraße MN14, die den Zugang zur dortigen Brücke blockieren.

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Helga Betz ist eine der zahlreichen Pendler, die unter der aktuellen Verkehrssituation zu leiden haben. Die Strecke zu ihrer Arbeitsstelle bei der Firma HKT-Kabeltechnik in Dettingen beträgt eigentlich nur etwa zwei Kilometer und dauert mit dem Auto rund fünf Minuten. „Jetzt brauche ich zur Arbeit bald dreimal so lange“, sagt sie. Sie nimmt meist die Umleitung über die Autobahn A7 von Filzingen nach Dettingen. Statt zwei beträgt ihr täglicher Arbeitsweg derzeit rund zehn Kilometer.

Das Foto aus dem Buch „Kellmünz – eine Marktgemeinde im Illertal“ zeigt die Brücke und den provisorischen Treppenaufgang um das Jahr 1951.
Bild: Zita Schmid

Ein großer Arbeitgeber in der Region ist auch die Firma Liebherr in Kirchdorf. Von Kellmünz aus liegt das ebenfalls jenseits der Iller. Annika Kling arbeitet dort. Für die sieben Kilometer von Kellmünz über Dettingen nach Kirchdorf braucht sie im Normalfall gut zehn Minuten. Jetzt sind es über die Autobahn gut zwölf Kilometer einfache Wegstrecke, für die sie elf oder höchstens zwölf Minuten benötigt. „Zeitlich macht es keinen wesentlichen Unterscheid, nur eben Kilometer sind es mehr“, sagt Kling. Auf die Dauer macht das das Pendeln auch teurer.

Stau auf der A7 kostet zusätzlich Nerven

Die Kellmünzer haben derzeit den Verkehr auf der A7 noch genauer im Blick als sonst. Denn dort sind Staus keine Seltenheit. Rollt der Verkehr auf der Autobahn nicht, dann bleibt für Kellmünzer, die etwa nach Kirchdorf wollen, nur der Weg über Altenstadt nach Kirchberg und dann Kirchdorf. Für diese rund 18 Kilometer braucht man mit dem Auto etwa 20 Minuten.

Viele Kellmünzer ärgern sich auch darüber, dass die Brücke gesperrt ist, obwohl die Arbeiten daran noch gar nicht begonnen haben. Das war kürzlich Thema bei einer Sitzung des Marktrats. Die Polizei kontrolliert derzeit verstärkt in Kellmünz, weil wohl einige Autofahrer die langen Umwege nicht in Kauf nehmen wollen und trotz Sperrung die Brücke nutzen. Eine Anfrage, ob die Sperrung für den Frühjahrsstraßenlauf der LG Iller-Schwaben vorübergehend aufgehoben werden könne, hat das Straßenbauamt negativ beschieden.

Brücke in Kellmünz wird teilweise abgerissen

Die Sperrung der Kellmünzer Brücke wurde im Zuge einer umfassenden Baumaßnahme mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt, also die Illertalstraße und gleichzeitig die Staatsstraße 1299, und dem Bau einer Fußgängerüberquerung an der Staatstraße 2031 nötig. Auch ein Teil der Brücke wird erneuert. Genau genommen geht es um den Abschnitt des Bauwerks, der über die Illertalstraße führt. Diese sogenannte Rampenbrücke ist marode, muss abgerissen und neu gebaut werden.

Bürgermeister Michael Obst unterstrich die Bedeutung der Brücke für Kellmünz in seiner Rede anlässlich des symbolischen Spatenstichs für die Bauarbeiten: „Viele Güter des täglichen Bedarfs können über die Straße und Brücke transportiert werden, viele Berufstätige nutzen sie auf dem Weg zur Arbeit.“ Obst sagt weiter: „Uns ist bewusst, dass diese Maßnahme zu Erschwernissen führt, über die wir auch nicht glücklich sind. Insbesondere, da sich die Baustelle in Fellheim verzögert hat.“ Dass die Bauarbeiten in Kellmünz mit den Maßnahmen in Fellheim zusammenfallen, war so nicht geplant. Die Baustelle an der Fellheimer Kreisstraße hätte eigentlich schon Ende vergangenen Jahres abgeschlossen sein sollen. Das mit rund drei Millionen Euro veranschlagte Projekt in Kellmünz, bei dem das Staatliche Bauamt Krumbach und der Markt Kellmünz zusammenarbeiten (die Gemeinde trägt hier gut 500000 Euro, den anderen Teil übernimmt der Freistaat), liegt derzeit im Zeitplan.

Verständnis und Ärger bei den Anwohnern

Obst erklärte, die Baumaßnahmen in Kellmünz sei notwendig. Auch für die zwei Kellmünzer Pendlerinnen Betz und Kling steht die Dringlichkeit außer Frage. Doch über den verhältnismäßig langen Weg zu ihrem Halbtagsjob „könnte man sich schon aufregen“, ergänzt Betz.

Für Fußgänger bleibt die Kellmünzer Brücke übrigens passierbar. Ein Treppenturm mit Rampe wird gebaut. Somit können auch Fahrräder über die Brücke transportiert werden. Der Abbruch der Rampenbrücke soll laut Marlene Deininger vom Staatlichen Bauamt Ende April erfolgen.

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