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Babenhausen

05.03.2020

Gewerberegion: Bonpflicht ist nur Spitze des Eisbergs

Kritik an der Bonpflicht wird laut.
Bild: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

Gewerbetreibende in Babenhausen und Umgebung benennen Probleme und blicken auf ein ereignisreiches 2020.

„Eine starke Gemeinschaft für einen starken Ort“: So lautet der Slogan der neu gestalteten Website der Gewerberegion Babenhausen. Untermauert werden soll der Leitsatz durch die Veranstaltungen des Vereins, zu denen Jahr für Jahr tausende Besucher in den Fuggermarkt kommen. Vorsitzender Kay-Uwe Bertram erhofft sich von der Gewerbeschau Leistung 2020 einen weiteren Publikumsmagneten. Mehr dazu lesen Sie hier: Neues Konzept: Die „Leistung 2020“ soll zum Straßenfest werden

Zu Beginn der Jahresversammlung sagte Bertram , dass in den vergangenen Jahren viele Gesetze und Erlasse den Mittelstand an die Grenze der Belastbarkeit gebracht haben. Als jüngstes Ärgernis bezeichnete er die Kassenbonpflicht. Diese stelle aber nur die Spitze des Eisbergs dar – neben Datenschutzgrundverordnung, Verfahrensdokumentationspflicht, Mindestlohn- oder Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, um Beispiele zu nennen. Die Bürokratie belaste Gewerbetreibende in Babenhausen und Umgebung. Gerade kleinere Unternehmen würden dadurch in ihrer Existenz bedroht.

Nach Bertrams Worten war und ist die Gewerberegion Babenhausen darum bemüht, sich mit Aktionen in ein lebendiges Ortsleben einzubringen. Es gehe um „die gemeinsame Gestaltung unserer Zukunft und die Fortführung von Traditionen“. Der Vorsitzende gab einen Rückblick auf die Aktionen 2019. Das Bonuspunkteprogramm werde gleichbleibend angenommen, wenn auch noch „Handlungsbedarf zur Gewinnung neuer regionaler Anbieter besteht“. Dabei warb er für die Nutzung der Primapunkte durch örtliche Gewerbetreibende. Positiv beurteilte er die Entwicklung des Bereichs Auf der Wies, wo beispielsweise durch Geschäftsveränderungen eine „lebendige Einkaufsstraße“ entstanden sei. Geplante Aktivitäten auf dem Fuggerareal müssten vor allem als touristische Anreize verstanden werden, so Bertram. Bezüglich der Internetplattform „ Babenhausen bewegt“ hofft Bertram auf neue Impulse nach den Kommunalwahlen. Dasselbe gilt für eine Überarbeitung der Stellplatzverordnung.

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Zudem machte sich Bertram für mehr Barrierefreiheit stark, ebenso wie für eine öffentliche Toilette im unteren Markt. Zusätzlich zur E-Ladestation am Rathaus sollte eine weitere im unteren Markt errichtet werden, forderte er. Im Rahmen eines Runden Tischs („Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“) steht die Gewerberegion für Gespräche bereit, um sich verstärkt einzubringen – in Bezug auf Geschäfte und Dienstleistungen, aber auch Schul-, Kultur- und Freizeitangebote.

Kultur- und Kaufnacht pausiert

Die von der Gewerberegion organisierten Frühjahrs-, Gallus- und Weihnachtsmärkte erfreuen sich laut Bertram über die Ortsgrenzen hinaus großer Beliebtheit. Mehr als 8000 Besucher kamen allein zum Gallusmarkt. Diese Märkte sollen auch heuer stattfinden, weiterhin unter Einbindung der Geschäftswelt, heimischer Vereine und sozialer Organisationen. Die Veranstaltungen seien zum „festen Bestandteil des kulturellen Lebens geworden“, lenkten die Aufmerksamkeit auf regionale Anbieter und animierten zum Wiederkommen, so Bertram. Eine Pause wird heuer hingegen die Kultur- und Kaufnacht einlegen. Der Grund sei vor allem, dass die Leistung 2020 die Arbeitskraft und das Engagement der Gewerbetreibenden binde. Allerdings solle nicht verhehlt werden, dass diese Aktion zwar ein Erfolg gewesen sei, aber das Besucherinteresse nachgelassen habe. Bertram hielt zudem ein Plädoyer für den Standort des Weihnachtsmarkts rund um das „Rössle“. Dieser habe sich ebenso bewährt wie die Aufteilung der kunstgewerblichen und kulinarischen Angebote. „Darauf sind wir stolz“, so der Vorsitzende. Die Kassenbilanz des Vereins weist positive Zahlen auf. Diese Rücklagen sind angesichts des Großprojekts Leistung 2020 gewiss wichtig.

Anschließend gab der Bezirksgeschäftsführer des Bunds der Selbstständigen (BdS), Tilo Treede, der seit knapp einem Jahr im Amt ist, seine Visitenkarte im Fuggermarkt ab. Er wünschte, dass dessen Mitglieder „sichtbarer werden“. Treede forderte zudem alle auf, sich an der BdS-Kassenbon-Aktion zu beteiligen. Gesammelte Bons würden Ende März in Lastwagen „in einer Art Karawane nach Berlin gebracht.“ Bürgermeister Otto Göppel ging auf kommunalpolitische Schwerpunkte ein, wobei er explizit auf die Erweiterung des Gewerbegebiets und den geplanten Baubeginn der Spange 2021 verwies.

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