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DSL in Altenstadt

21.11.2011

Gewünscht oder gefürchtet

Ein Beispiel, wie die Antenne zum Empfang von schnellem Internet angebracht werden kann.
Bild: Foto: Allgäu DSL

Schnelles Internet für alle Ortsteile. BI fordert Ratsbegehren

Von Eva Büchele

Altenstadt Schnelles Internet über Funk – das nehmen manche Bürger aus Altenstadt als Segen wahr, andere als Fluch. Deutlich wurde das bei der Bürgerversammlung, als Breitbandpate Armin Jahn und Daniel Albert von der Firma Allgäu DSL die geplante Lösung für Altenstadt vorstellten. Die Bürgerinitiative Funkmast stellte schließlich den Antrag, zur DSL-Anbindung ein Ratsbegehren durchzuführen.

Zunächst informierte Albert über die Technik, wie breitbandiges – also schnelles – Internet in alle Haushalte gelangen soll. Es handle sich um keine reine Funklösung, betonte er. Zubringer sei immer Glasfaserkabel. Doch eine Weiterverteilung über Kupferkabel bringe je nach Leitungslänge Geschwindigkeitsverluste mit sich. Nahezu unmöglich sei es, Glasfaser in jedes Haus zu verlegen. Somit sei die kostengünstigste und beste Lösung, die letzte Meile mit Funk zu überbrücken, so Albert.

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Allgäu DSL plane, ein kreisförmiges Netz aufzubauen, das alle Ortsteile von Altenstadt erreicht und Ausfallsicherheit gewährt.

Albert betonte, die Strahlenbelastung der dafür genutzten Hochgeschwindigkeitsübertragung, der „WiMax-Technik“, liege deutlich unter der Handy-Strahlung. Als Vergleich erklärte er, ein schnurloses Dec-Telefon erreiche zehn Prozent des deutschen Grenzwertes, die WiMax-Technik lediglich ein Tausendstel. Nicht alle Bürger ließen sich von dieser Ausführung überzeugen.

Ein Besucher gab zu Bedenken, die Menge mache das Gift und es gebe bereits mehrere Mobilfunkantennen im Gemeindegebiet. Das Umweltinstitut München empfehle 0,0001 Mikrowatt Strahlung pro Quadratmeter im Schlafbereich. Bei der WiMax-Technik ist die Strahlung auf ein Watt begrenzt.

Dazu erklärte Albert, dieses Watt komme nicht im Schlafzimmer an, da die Strahlung mit jedem Meter im Quadrat abnehme. Breitbandpate Jahn gab zu Bedenken, schnelles Internet sei ein Infrastruktur-Faktor. „Laut Erhebung gibt es Menschen mit Heimarbeitsplatz im Gemeindegebiet, die keinen vernünftigen Internetanschluss haben.“ Thomas Jüttner aus Bergenstetten ist einer davon, wie er bei der Versammlung erklärte: „Ich warte sehnsüchtig auf DSL.“ Deshalb wollte er wissen, bis wann das schnelle Internet verwirklicht wird. Jahn erklärte, zunächst sei die definitive Zusage für den Zuschuss nötig. Vermutlich im Frühjahr könne es mit dem Bau losgehen.

Bernd Inboden von der Bürgerinitiative Funkmast konnte sich mit der Funklösung nicht anfreunden und schlug vor: „In Illereichen, Altenstadt und Untereichen gibt es Glasfaser. Warum wird nicht auf diese Technik gesetzt?“ Albert erklärte, dass Allgäu DSL nur die Glasfaserkabel nutzen dürfe, die den Lechwerken gehören. Jahn erinnerte daran: „Der Ausbau komplett mit Glasfaser hat sich für die Telekom nicht rentiert.“

Inboden beantragte schließlich, die Markträte sollen mit einem Ratsbegehren die Entscheidung über die Internetanbindung an die Bürger weitergeben.

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