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Babenhausen

22.05.2020

Großes Stühlerücken: Erste Sitzung für neun neue Babenhauser Markträte

Das sind die neun Markträte, die bei der Kommunalwahl am 15. März neu in das Gremium gewählt wurden (von links): Karsten Körper, David Ott, Sandra Neubauer, Christian Zahner, Georg Sailer, Walter Miller, Michael Sell, Robert Sigg und Walter Kalischek.
Bild: Sabrina Schatz

Plus Fast die Hälfte der Frauen und Männer ist neu im Babenhauser Marktrat. Die Stellvertreter des Bürgermeisters hingegen ändern sich nicht. Auch wenn eine Wahl spannend war.

Die Kommunalwahl hat den Babenhauser Marktrat in vielerlei Hinsicht verändert. Fast die Hälfte der Mitglieder hat am Mittwochabend zum ersten Mal am Ratstisch Platz genommen. Oder besser: an den vielen kleinen Ratstischen, die in der Aula des Schulzentrums aufgebaut waren, welche neuerdings Corona-bedingt zum Sitzungssaal umfunktioniert wird. Bestand hat hingegen das Duo, das Bürgermeister Otto Göppel ( CSU) zur Seite steht: Dieter Miller ( Freie Wähler) wurde wieder zum Zweiten, Christian Pfeifer (CSU) zum Dritten Bürgermeister bestimmt. Für letzteres Amt gab es mehrere Bewerber, was die Wahl spannend machte.

Die Amtsperiode 2020 bis 2026 begann mit der Verabschiedung jener neun Markträte, die aus dem Gremium ausschieden. Bemerkenswert ist aus Bürgermeister Göppels Sicht, dass sie alle nicht etwa abgewählt wurden, sondern nicht mehr kandidieren wollten. Einige der Frauen und Männer gehörten dem Babenhauser Marktrat seit etlichen Jahren an. „Zusammen bringen sie es auf eine Dienstzeit von 168 Jahren. Hinter dieser Zahl steckt ein hohes und reichhaltiges Maß an Erfahrung, auf die wir künftig verzichten müssen“, sagte Göppel. Die Spitzenreiter: Ganze 42 Jahre im Marktrat kann Martin Gleich vorweisen. Ihm folgen Beatrix Käßmeyer mit 24 sowie Barbara Kreuzpointner, Ilona Keller und Josef Deggendorfer mit je 18 Jahren. Jeweils rund zwei Amtsperioden wirkten Miriam Loder-Unglert, Peter Miller, Elfriede Rothdach und Johannes Nägele mit.

Stimmenkönig Dieter Miller wird Zweiter Bürgermeister

Ihre neun Nachfolger wurden vereidigt. Sie komplettieren nun das 20-köpfige Gremium: Sandra Neubauer, Walter Kalischek, Karsten Körper, Walter Miller, David Ott, Georg Sailer, Michael Sell, Robert Sigg und Christian Zahner. Danach galt es, zwei Stellvertreter für Bürgermeister Otto Göppel zu wählen.

Großes Stühlerücken: Erste Sitzung für neun neue Babenhauser Markträte

Thomas Bihler nominierte seinen FW-Fraktionskollegen Dieter Miller dafür, das Amt des Zweiten Bürgermeisters weitere sechs Jahre auszuüben. Um das zu begründen, zitierte Bihler aus einem Leserbrief, der in der IZ erschienen ist: „Bei den Kommunalwahlen spielt für die Wähler die Parteizugehörigkeit zumeist eine untergeordnete Rolle, sie wählen in der Regel jene Personen, welche sie in ihrer Gemeinde für am besten geeignet halten.“ Geeignet sei Dieter Miller mit seiner kommunalpolitischen Erfahrung sowohl im Marktrat als auch im Unterallgäuer Kreistag für das Amt allemal. „Zum wiederholten Mal ging er auch als Stimmenkönig aus der Wahl hervor“, argumentierte Bihler.

Ott: Eine Frau als Vertretung stünde Göppel gut zu Gesicht

Schließlich wurde Dieter Miller mit 18 von 20 abgegebenen Stimmen wiedergewählt, wofür er sich bedankte. Eine Stimme entfiel auf Michael Sell, der nicht offiziell vorgeschlagen worden war. Weniger deutlich fiel die Wahl des Dritten Bürgermeisters aus. Es gab drei Vorschläge für diesen Posten. David Ott nannte Karin Lepschy, mit der zusammen er die Liste engagierter Bürger (LeB) im Marktrat vertritt. Sie besitze einen ausgeprägten Erfahrungsschatz und falle durch ihre Bürgernähe auf. „Außerdem glaube ich, Ihnen stünde eine Frau in der Stellvertretung gut zu Gesicht“, sagte Ott in Richtung des Bürgermeisters.

Ebenfalls nominiert wurde der bisherige Dritte Bürgermeister Christian Pfeifer (CSU). Er habe in der vergangenen Amtsperiode viel Engagement bewiesen, lobte Parteikollege Werner Sutter. Als dritter Bewerber brachte sich Benedikt Neubauer (Grüne) ins Spiel, der im Wahlkampf angetreten war, um selbst Rathauschef zu werden. Es sei nur logisch, dass die Freien Wähler als stärkste Fraktion und Wahlgewinner den Zweiten Bürgermeister stellen. Beim Amt des anderen Stellvertreters allerdings, wäre es an der „Zeit, ein Zeichen zu setzen“ und es mit einem Mitglied einer kleinen Fraktion zu besetzen. „Das Wahlergebnis zeigt auch: 70 Prozent haben nicht die CSU gewählt“, argumentierte er.

Mehrheit für den CSU-Kandidaten

In der Tat ist der Babenhauser Marktrat bunter geworden: Es gibt eine Fraktion mehr – die Grünen zogen erstmals ins Gremium ein. So sind es nun drei kleinere politische Gruppen, die neben CSU und Freien Wählern am Ratstisch sitzen: Grüne, LeB und Junge Wähler Union (JWU) stellen jeweils zwei Räte. Letztlich wurde Christian Pfeifer im Amt bestätigt mit zwölf von 20 abgegebenen Stimmen. „Ich nehme die Wahl gerne an und hoffe, die im Gremium zu überzeugen, die einen anderen gewählt haben“, sagte er und bedankte sich. Sechs Stimmen erhielt Neubauer, zwei Lepschy.

Bild: Sabrina Schatz

Die neue Zusammensetzung des Marktrats wirkt sich auch auf die Ausschüsse aus. Der Fraktionsstatus wurde herabgesetzt; statt drei bilden nun zwei Vertreter derselben politischen Gruppe eine Fraktion. Zudem wurden der Bau- und Umweltausschuss sowie der Haupt- und Finanzausschuss vergrößert, sodass auch die kleineren Fraktionen mitwirken können.

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