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Vöhringen/Senden

21.06.2018

Grundwasser im Illertal ist weiter belastet

Nummer sicher: Weil sich Schadstoffe im Grundwasser befinden, sollten Brunnenbesitzer im Unteren Illertal beim Gießen Trinkwasser verwenden.
Bild: pixabay.com

In Vöhringen, Senden und Bellenberg werden die Grenzwerte für halogenierte Kohlenwasserstoffe erneut überschritten. Was Bürger beachten sollten.

Das Grundwasser im Unteren Illertal ist weiter mit Schadstoffen belastet: Wie das Landratsamt Neu-Ulm meldet, wurden zwischen Bellenberg und Neu-Ulm erneut halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) nachgewiesen. Die Löschungsmittel gelten als gesundheitsschädlich und sind aus ehemaligen Industriebetrieben in den Boden gelangt – aus der Großreinigung in Bellenberg und der Uhrenfabrik in Senden. Der Sachverhalt ist seit einiger Zeit bekannt, seither wird regelmäßig gemessen. Die Werte liegen in mehreren Kommunen über dem festgelegten Grenzwert von zehn Mikrogramm pro Liter (für Trinkwasser). Das aktuelle Ergebnis: Im Bereich Bellenberg, Senden sowie im Neu-Ulmer Stadtteilgebiet Ludwigsfeld sind die Werte im Vergleich zum Vorjahr gesunken, bei Vöhringen sowie in Gerlenhofen wurde ein leichter Anstieg verzeichnet. Deshalb raten die Experten des Landratsamts Gartenbesitzern, beim Gießen vorsorglich auf Wasser aus eigenen Brunnen zu verzichten. Dafür sollte lieber Leitungswasser verwendet werden, in dem keine LHKW enthalten seien.

Die LHKW wurden früher als Lösungs- und Extraktionsmittel insbesondere bei metallverarbeitenden Betrieben und bei chemischen Reinigungen eingesetzt. Sie gelten als flüchtig – kommen die Verbindungen mit Luft in Kontakt, gehen sie über. Das ist nach Angaben von Renate Pressl, der stellvertretenden Leiterin des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ am landratsamt, der Grund dafür, weshalb die Baggerseen in der Region nicht belastet sind. Es gebe allerdings keine Studien dazu, wie lange LHKW beispielsweise auf Gartengemüse verbleiben, wenn sie über das Grundwasser (aus eigenen Brunnen) darauf gegossen werden. „Früchte aus dem Garten sollten sicherheitshalber nicht gleich nach dem Gießen verzehrt werden“, rät Pressl im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sollte mit Trinkwasser gewaschen – oder am besten gleich mit diesem gegossen – werden. Das Leitungswasser der öffentlichen Versorgung sei uneingeschränkt nutzbar. Zudem sollte das Baden und Duschen, das Befüllen von Planschbecken sowie das Tränken von Nutztieren ebenfalls nur mit Trinkwasser aus der öffentlichen Leitung erfolgen, teilt das Amt weiter mit.

Im Bereich Bellenberg westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs liegt die Belastung bei 64 Mikrogramm je Liter Wasser. In Vöhringen bewegen sich die Werte zwischen 46 (südlicher Ortsrand) und 32 Mikrogramm je Liter (im Stadtgebiet). Die Sicherheitsvorschläge der Behörde sollten deshalb im Bereich westlich der Bahnlinie beachtet werden. Am deutlichsten fällt die Belastung in Senden aus: Nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm/Kempten liegen die Werte bis maximal 232 Mikrogramm. In Gerlenhofen wurden entlang der Bahnlinie und westlich davon bis zu 43 Mikrogramm gemessen. In Ludwigsfeld wurde östlich der Memminger Straße ein Wert von neun Mikrogramm festgestellt. Der liegt zwar unterhalb des Grenzwerts – doch Entwarnung will Pressl nicht geben. Bei solchen Proben handele es sich lediglich um Momentaufnahmen. Die Einschränkungen sollten auch dort beachtet werden.

Karten mit den Werten sind auf der Homepage des Landkreises zu finden. Dort ist auch ein Interview mit Renate Pressl zu dem Thema zu lesen - und es sind die bei der vorherigen Messung ermittelten Werte aufgelistet. (az, caj)  

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