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Vöhringen

08.02.2018

Hat diese Band Wieland geärgert?

Die Mundart-Band Blamasch soll mit einem alten Lied der Illertal-Rocker Die Taucher das Unternehmen Wieland geärgert haben.

Das Schwabenrock-Quartett Blamasch sorgt mit seinem Song „Mugge Blues“ und einer derben Textzeile angeblich für Unmut im Unternehmen.

Nicht jeder geht gerne zum Arbeiten und quält sich dann Tag für Tag ins Geschäft. So ging es in den 80er Jahren einem jungen Vöhringer namens Elmar Kaufer, Sänger der Band Die Taucher. Deshalb schrieb er zusammen mit seinem Gitarristen Winfried Stüer ein Stück namens „Mugge Blues“, gemünzt auf seinen damaligen Arbeitgeber, die Wieland-Werke. Jetzt, 30 Jahre später, sorgt das Stück angeblich für Ärger in der Firma – und das hat mit einer etwas derben Textzeile zu tun.

Ausgelöst haben ihn nicht die mittlerweile wiedervereinigten Taucher, sondern die Schwaben-Rockband Blamasch, in der Winfried Stüer, den Bass zupft. Er hatte den angejahrten Titel in das Repertoire seiner neuen Band aufgenommen, wie er erzählt. Im Sommer 2017 spielte die Band das Stück bei einem Auftritt in Ichenhausen und stellte eine Aufnahme davon samt Text auf die Video-Plattform Youtube. Das interessierte lange Zeit niemanden: „Wir hatten in den ersten paar Wochen nur so um die 50 Klicks“, erzählt Stüer. Mittlerweile wurde das Stück gut 2800 Mal aufgerufen – während die anderen Lieder von Blamasch bisher deutlich weniger Menschen hören und sehen wollten. Was ist da passiert?

Stüer erzählt es so: Dem Schlagzeuger der Band, Frank Zeisel, sei über einen Bekannten bei Wieland zu Ohren gekommen, dass die Abteilung Informationstechnik des Unternehmens die Anweisung bekommen habe, dafür zu sorgen, dass der „Mugge Blues“ gelöscht werde. Das habe vor allem mit einer Textzeile zu tun, die da lautet: „...I gang jeden Tag in den Scheißlada nei“. Das ist in der Tat kein Lob für die Wieland-Werke, die im Volksmund nur „da Mugge“ heißen. Stüer hat dort mal in den Ferien gearbeitet.

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Ob die Lösch-Anweisung tatsächlich gegeben wurde, kann Stüer nicht sagen, zumindest sei noch niemand an die Band herangetreten, mit der Aufforderung, das umstrittene Stück aus dem Netz zu nehmen. Allerdings habe er gehört, dass sich die Sache firmenintern herumgesprochen habe, was auch die ungewöhnlich hohe Zahl an Klicks erkläre. Innerhalb einer Woche seien die Zahlen sprunghaft angestiegen. Andere Blamasch-Songs wie „Spätzleshobel“ kommen gerade mal auf 130 Aufrufe oder gar nur auf 60 wie „Affig“.

In der Kommunikationsabteilung von Wieland ist das Thema völlig unbekannt. Christine Schossig, zuständig für Marketing und Kommunikation, sagte gestern auf Anfrage, sie wisse nichts von Aktivitäten in dieser Richtung. Wieland habe sicherlich nicht versucht, ein Video bei Youtube zu löschen. Ein solcher Auftrag hätte auf jeden Fall durch ihre Abteilung laufen müssen. Von der Existenz des Liedes erfuhr sie nach eigenem Bekunden erst durch den Anruf unserer Zeitung. Sie bot an, die Band könne jederzeit gerne mit ihr reden.

Auch wenn Winfried Stüer aus Vöhringen stammt, so hat die Band Blamasch ihre Heimat in Ichenhausen. In der aktuellen Besetzung spielt sie seit 2016 zusammen. Die Texte drehen sich um das, was der Bassist „Alltagsprobleme“ nennt: „Das sind Schönheitsoperationen, Nudelmaschinen, Feldhasen und andere weltbewegende Themen“.

Wer selber beurteilen möchte, was dran ist am „Mugge Blues“ kann das am Samstag tun: Ab 20 Uhr spielen Blamasch im Vöhringer Musik Pub Blue Lagoon in der Memminger Straße. Übrigens kündigt die Stadt den Auftritt auf ihren Internetseiten so an: „Die aus Funk und Fernsehen bekannte Band mit ihrem aktuellen Mugge Blues“.

Aber woher kommt der Name „Mugge“? Das hat nach den Worten von Christine Schossig mit der Feuerwehr-Sirene zu tun, die das Unternehmen jeden letzten Freitag im Monat um 11.45 Uhr testet. Kurz nach dem Krieg gab es einen Mitarbeiter namens Nepomuk, der den Auftrag hatte, die Sirene laufen zu lassen, allerdings damals noch jeden Freitag. Sein Spitzname: „Mugge“. Und so hieß es in Vöhringen freitags immer: „Der Mugge ruft.“

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