1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Helfer-Stelle ist noch nicht sicher

Vöhringen

28.01.2017

Helfer-Stelle ist noch nicht sicher

Asylbewerber brauchen Unterstützung bei der Integration. Vöhringen könnte in Zukunft zusammen mit anderen Kommunen eine Koordinationsstelle für diese Arbeit schaffen.
Bild: Armin Weigel, dpa

Die Ehrenamtlichen fordern Unterstützung bei ihrer Integrationsarbeit. Warum der Freundeskreis nun erst einmal warten muss und was Illertissen damit zu tun hat

Zu einer Entscheidung über die Einrichtung einer Koordinationsstelle für die Mitarbeiter des Freundeskreises Asyl (wir berichteten) konnte sich der Stadtrat am Donnerstagabend nicht durchringen. Vielmehr wird jetzt versucht, in Gesprächen mit Illertissen – wo es eine Asylbeauftragte gibt – und anderen Kommunen zu klären, in wie weit es Möglichkeiten zu einer interkommunalen Kooperation gibt. Diesen Gedanken brachte CSU-Fraktionschef Michael Neher in die Debatte ein. Denn wenn mehrere Kommunen Träger einer Koordinationsstelle wären, minimiere das die Kosten. Darin fand er in Peter Kelichhaus (FWG) und seiner Fraktionskollegin Renate Hesser Unterstützung.

Wie berichtet, hatte die SPD-Fraktion in einem Antrag die Einrichtung einer Koordinationsstelle im Rathaus gefordert, um damit die Arbeit der Ehrenamtlichen zu erleichtern. Volker Barth präzisierte die Forderung: Lob allein für das ehrenamtliche Tun genüge nicht. Es gebe in der Tat eine Vielzahl von Ansprechpartnern, aber ein Koordinator könne den Ehrenamtlichen helfen, den Migranten den richtigen Weg zu weisen. Das wäre für die freiwilligen Helfer oft sehr zeitaufwändig. So könnte mit Hilfe einer Koordinationsstelle temporär die Aufgabenvielfalt effizienter behandelt werden. Barth sieht kommen, dass die Helfer bald an ihre Grenzen des Machbaren stoßen. Außerdem wäre ein Koordinator mehr eine „Respektsperson“ im Gespräch mit den Behörden.

Brigitte Endriß (SPD) sprang Barth bei und forderte eine Koordinationskraft vor Ort. Manche Behörde fühle sich nicht zuständig, sodass vieles am Helferkreises hängen bliebe. Angelia Böck (CSU) steht voll hinter dem SPD-Antrag, zeigte sich aber nicht abgeneigt, Lösungsmöglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit anderen Kommunen zu suchen. Werner Zanker (SPD) wies auf Dietenheim hin. Dort gebe es 36 Asylbewerber, aber im Rathaus säßen zwei Mitarbeiter, die sich mit der Problematik beschäftigten.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Bürgermeister Karl Janson sieht in der Asylfrage eine „gemeinschaftliche Aufgabe der Gesellschaft.“ Aber der Staat beziehungsweise das Land ließen finanziell die Kommunen mit dieser Aufgabe allein. Der Einrichtung einer Koordinationsstelle steht Janson mit einiger Skepsis gegenüber und machte klar, dass die Kommunen noch nichts von der vom Bund versprochenen finanziellen Unterstützung gemerkt hätten. Und ohne die Hilfe des Freundeskreises, wären die Erstaufnahmen gar nicht möglich gewesen, so der Bürgermeister. Keineswegs ließe die Stadt den Helferkreis allein. Überhaupt habe die Stadt eine Mitarbeiterin, die formale Ansprechpartnerin für die Themen rund um Asyl sei. Die Zusammenarbeit mit Illertissen oder anderen Kommunen, so Janson, müsse erst geklärt werden.

Freier Wähler Peter Kelichhaus hatte aus den staatlichen Richtlinien herausgefunden, dass bei interkommunalen Lösungen Zuschussmittel in Höhe von bis zu 40000 Euro zu erwarten sind. Er sieht die Möglichkeit zur Schaffung einer Koordinationsstelle. Den Gedanken nahm Renate Hesser (FWG) auf und formulierte den Antrag: Mit Illertissen zeitnah eine Kooperationsbereitschaft abzuklären und das Thema bei der nächsten Sitzung zu behandeln. Dem schloss sich der Stadtrat einstimmig an. Mit diesem Antrag kann auch Bürgermeister Janson leben. Gleichwohl gab er zu erkennen, dass eine schnelle Umsetzung dieser Zusammenarbeit wohl nicht möglich sei. Gremien in der Nachbarstadt müssten das Thema ja auch diskutieren. Und das brauche Zeit.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20DSCF2795.tif
Vöhringen

Im Vöhringer Sportpark wird am Wochenende gefeiert

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen