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Hof geräumt

21.07.2010

Hundehalter droht Tierärzten am Telefon

Niedlich: Diese kleinen Hunde stammen von dem Hof eines Tierhalters bei Altenstadt. Das Tierheim sucht nun neue Besitzer für die Vierbeiner. Foto:rfu
Bild: fu

Zu wenig Futter, kaum Pflege: Wegen unsachgemäßer Haltung muss ein Landwirt aus Altenstadt seine Ziegen, Schafe und Rinder abgeben. Dafür bekommt er einen Hund - und eine Anzeige wegen Bedrohung. Von Jens Carsten

Zu wenig Futter, kaum Pflege: Wegen unsachgemäßer Haltung muss ein Landwirt aus einem Ortsteil von Altenstadt seine Ziegen, Schafe und Rinder abgeben. Dafür bekommt er einen Hund - und eine Anzeige wegen Bedrohung. Der Mann habe Mitarbeiter des Veterinäramtes am Telefon massiv bedroht, sagte Dr. Jörg Krebs, der stellvertretende Leiter der Behörde, gestern gegenüber unserer Zeitung: "So etwas habe ich in meiner 20-jährigen Berufslaufbahn noch nie erlebt."

Der Hof bei Altenstadt stand schon seit mehreren Monaten im Visier der Veterinäre. Kontrolleure der Kreisbehörde hatten mehrfach Verstöße gegen Richtlinien zur Tierhaltung festgestellt und dem Halter Auflagen gemacht. Weil diese offenbar nicht erfüllt wurden, suchten Mitarbeiter den Hof im Juni erneut auf. Unter dem Schutz eines Großaufgebotes der Polizei holten sie 25 Schafe, 15 Ziegen und zwei Kälber ab. 16 kleine Hunde, darunter wenige Tage alte Welpen, wurden ins Tierheim nach Weißenhorn gebracht. Nur einige Rinder blieben auf dem Hof zurück. Das passte dem Landwirt offenbar überhaupt nicht. Als er damals handgreiflich wurde, mussten ihn die Polizisten kurzzeitig festnehmen.

Todesdrohungen

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Aber der Mann gab den Kampf um seine Tiere noch nicht auf. Nach Angaben einer ehemalige Mitarbeiterin des Tierheims suchte er das Heim in den vergangenen Wochen des Öfteren auf. Er soll auch Todesdrohungen ausgesprochen haben. "Wir mussten einige Male die Polizei rufen."

Dort ist der Name des Halters bekannt, bestätigt Werner Bräuer von der Polizeiinspektion Illertissen. Seine Kollegen leisten Amtshilfe, wenn Kontrolleure den Hof besuchen: "Wir sind mit mehreren Beamten vor Ort. Wir wollen alles unter Kontrolle halten."Auch Mitarbeiter des Veterinäramtes in Neu-Ulm fühlten sich nun offenbar durch den Mann bedroht. "Am Telefon fielen Sätze wie "Ich steche euch alle ab", sagt Dr. Jörg Krebs. Deshalb habe er Anzeige wegen Bedrohung erstattet. Einen Hund bekommt der Landwirt dennoch zurück. Eine Art Zugeständnis, sagt Krebs: "Dafür ließ sich der Mann überzeugen, die Haltung der Nutztiere aufzugeben." Der Hof habe über Jahre hinweg immer wieder Mängel aufgewiesen. Schafe wurden nicht geschoren, Ziegen liefen frei in Nachbars Gärten umher, es gab zu wenig Platz und Futter. Zwar habe der Halter immer wieder nachgebessert, doch am Ende war "er nicht imstande, die Standards zu erbringen". Nun hat der Mann aufgegeben, die Tiere wurden abgeholt.

Mitleid

Am Ende zeigten die Veterinäre Mitleid und bewilligten dem Mann einen seiner Hunde: "Man hat ihm ja die Lebensgrundlage entzogen", so Krebs. Doch es gebe weitere Kontrollen: "Wir bleiben dran."

Derweil suchen die Mitarbeiter des Weißenhorner Tierheims nach neuen Besitzern für die 15 teils sehr jungen Hunde des Landwirtes. Von Jens Carsten

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