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Illertissen/Buch
23.06.2019

Auf der Suche nach den saftigsten Erdbeeren

Auf einem Feld beim Tannenhärtle bietet der Obsthof Zott momentan Erdbeeren zum Selbstpflücken an. Laut Christine Zott sind die Bedingungen für die Früchte momentan ideal.
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Auf einem Feld beim Tannenhärtle bietet der Obsthof Zott momentan Erdbeeren zum Selbstpflücken an. Laut Christine Zott sind die Bedingungen für die Früchte momentan ideal.

Christine Zott betreibt eine Plantage voller roter Erdbeeren zwischen Illertissen und Buch. Warum sie eine gute Saison erwartet und den Kunden zum Selbstpflücken rät.

Zufrieden lässt Christine Zott ihren Blick über das riesige Feld beim Tannenhärtle schweifen. Sie und ihr Ehemann, die gemeinsam den Obsthof Zott in Senden-Hittistetten betreiben, bieten hier zum ersten Mal Erdbeeren zum Selbstpflücken an. Direkt an der Staatsstraße zwischen Illertissen und Buch gelegen, reihen sich auf 2,7 Hektar Fläche die wadenhohen Stauden mit ihrem grünen Laub eng aneinander. Besucher bewegen sich gemächlich über das ausgelegte Stroh und gehen auf der Suche nach den saftigsten Früchten immer wieder in die Hocke. Die Sonne strahlt, es ist angenehm warm. Auch deshalb erwartet Zott eine gute Saison: „Momentan haben wir bestes Erdbeerwetter.“ Die Sendenerin weiß, wovon sie spricht: Den Obsthof Zott gibt es schon seit vielen Jahren. 1985 wurde der erste Erdbeergarten für Selbstpflücker in Neu-Ulm angelegt. In diesem Jahr gibt es an unterschiedlichen Standorten in der Region zwölf davon. Der Familienbetrieb – er ist nicht der einzige, der in dieser Branche tätig ist – verfügt über viel Erfahrung in der Obstzucht. Und die braucht man laut Zott auch.

Der Verlauf einer Saison sei nur schwer vorherzusagen. „Jedes Erdbeerjahr ist anders“, sagt Zott. Eine optimale Saison, in der alles passt, sei äußerst selten. Im Mai des vergangenen Jahres waren die Zotts von einer langen und ausgiebigen Ernte ausgegangen. Die Erwartungen hätten sich letztlich nicht erfüllt: „Es war einfach zu trocken und zu heiß“, erklärt Zott. Heuer sei man aufgrund des recht kühlen Vormonats zwar etwas spät dran, mittlerweile wären die Bedingungen allerdings ideal. Tagsüber steigen die Temperaturen meist auf 20 bis 25 Grad, die Nächte sind auch noch relativ mild. Um zu wachsen und zu reifen, brauchen die sensiblen Früchte außerdem genügend Wasser. „Zu viel ist aber auch nicht gut. Und am besten sollte es nachts regnen, damit untertags unsere Kunden kommen können“, sagt Zott mit einem Schmunzeln.

Jedes Erdbeerjahr ist anders

Wie viele Menschen es an einem Tag auf das Feld beim Tannenhärtle zieht, könne man nur schwer sagen. „Es ist ein ständiges Kommen und Gehen“, sagt Franziska Seitz, die für den Verkauf zuständig ist. An sechs Tagen in der Woche steht sie in der kleinen Holzhütte am Eingang zum Erdbeerfeld. Zott nennt sie eine „Landwirtin mit Leib und Seele“, auf die immer Verlass sei. Seit rund 13 Jahren sei Seitz schon für den Obsthof Zott tätig.

Franziska Seitz verkauft seit vielen Jahren Erdbeeren für den Obsthof Zott.
Foto: Dominik Stenzel

Viele Kunden, die zur Plantage zwischen Illertissen und Buch kommen, würden ihre Erdbeeren auch selber pflücken, sagt Zott. Das sei billiger, bringe aber auch andere Vorteile: Schließlich könne man selbst bestimmen, wie reif die Früchte, die im Korb landen, sein sollen und sich durch die einzelnen Sorten durchprobieren, so Zott. Drei verschiedene gebe es beim Tannenhärtle: Rumba, Asia und Elsanta.

Diese Vorzüge genießt auch Natalie Walcher. Die 31-Jährige ist mit einer Freundin zur Plantage gekommen, auch ihre zweijährige Tochter ist dabei. „Es ist mir wichtig, regionale Betriebe zu unterstützen“, sagt Walcher. Die Früchte im Supermarkt zu kaufen, sei während der Erdbeersaison keine Option. Das Pflücken mache Spaß und lasse sich zudem gut mit anderen Aktivitäten verbinden. Wenn sie wieder zuhause ist, wolle sie gemeinsam mit der Freundin einen Erdbeerkuchen backen. „Und wenn etwas übrig bleibt, machen wir vielleicht frische Marmelade daraus“, erzählt Walcher.

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Der Boden muss sich danach erholen

Es geht natürlich auch bequemer – und vor allem schneller: An der Hüttentheke stehen zahlreiche Schalen mit geernteten Erdbeeren und frischen Kirschen zum Verkauf bereit. Auf einem Regal an der Wand reihen sich Liköre und Fruchtsäfte aneinander.

Die Felder, auf denen die Erdbeeren wachsen, würden alle drei bis vier Jahre gewechselt werden, erklärt Zott. Anschließend müsse sich der Boden erholen. Erst nach rund acht Jahren könne man ihn wieder für die Erdbeerernte nutzen. „Ein gesundes Wurzelsystem ist das A und O“, betont die Expertin. Nur so könnten die Früchte genügend Nährstoffe aufnehmen. Wenn das Feld beim Tannenhärtle ausgedient hat, soll es aber auch weiter Erdbeeren des Obsthofs Zott in Illertissen geben: „Wir verfügen über gute Kontakte zu Landwirten“, sagt Zott. Eine neue Fläche für eine Plantage in der Umgebung zu finden, sollte daher kein Problem sein.

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Infos rund um Erdbeeren:

  • Plantage Das Erdbeerfeld zwischen Illertissen und Buch hat seit Anfang Juni geöffnet. Wenn alles gut läuft, könnte die Saison bis weit in den Juli hinein andauern, sagt Betreiberin Christine Zott.
  • Bedingungen Soll es eine lange und ausgiebige Erdbeerernte geben, muss vor allem auch das Wetter mitspielen. Laut Zott würden Frost, Hagel, Hitze und Trockenheit oft für Probleme sorgen. Ein optimales Jahr, in dem alles passe, sei äußerst selten.
  • Sorten Jede Sorte ist Zott zufolge nicht für jeden Boden geeignet. In Illertissen gibt es drei verschiedene: Asia, Elsanta und Rumba. Letztere glänze schön, sei fruchtig und bei Kunden besonders beliebt.
  • Rezepte Zott verarbeitet die Früchte am liebsten zu Erdbeermilch. Außerdem würden sie mit Holunderblütensirup hervorragend schmecken. Eine weitere Empfehlung der Expertin: Erdbeer-Tiramisu. Ein Rezept dazu gibt es online unter obsthof-zott.de
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