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Illertissen
21.11.2019

Neues Buch: Was bitte ist ein „Tanklöschfeuerzeug“?

Dieses Feuerwehrfahrzeug stammt aus dem Jahr 1957 – und schaffte es auf die Titelseite des Buchs von Willi Schmid. Grund dafür ist ein Versprecher des Illertisser Bürgermeisters bei der Übergabe des guten Stücks.
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Dieses Feuerwehrfahrzeug stammt aus dem Jahr 1957 – und schaffte es auf die Titelseite des Buchs von Willi Schmid. Grund dafür ist ein Versprecher des Illertisser Bürgermeisters bei der Übergabe des guten Stücks.

Wenn es brennt, ist er zur Stelle: Nun hat der Journalist und Feuerwehrmann Willi Schmid aus Illertissen seine kuriosesten Erlebnisse niedergeschrieben.

Zunächst ein Wort in eigener Sache: Ohne unsere vielen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnte eine Tageszeitung nicht in dem Umfang berichten, den die Leserinnen und Leser gewohnt sind. Einer dieser Unentbehrlichen ist Willi Schmid. Wegen seiner Leidenschaft für die Feuerwehr und weil er mit Kamera und Block immer da zu finden ist, wo viele blaue Lichter blitzen, hat er von irgend jemandem den Spitznamen „Blaulicht-Willi“ verpasst bekommen. Das ist nicht böse gemeint, darin schwingt eine Menge Anerkennung mit für jemanden, der zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrückt, einfach weil es sein muss. Jetzt hat er ein Büchlein mit Erinnerungen geschrieben, das viele Anekdoten aus seiner Zeit als Feuerwehrmann, als nebenberuflicher rasender Reporter, als Sportbeobachter, als Fotograf und als leidenschaftlicher Illertisser enthält. Dieses Heimatbuch im allerbesten Sinne bietet sehr kurzweilige Lektüre.

Hat etliche Anekdoten aufgeschrieben: Autor Willi Schmid.

Schon der Titel deutet an, dass der Inhalt einiges Skurriles bietet. Das Buch heißt „Das Tanklöschfeuerzeug“. Das Wort geht zurück auf einen Versprecher des einstigen Illertisser Bürgermeisters Siegfried Ott, der 1957 nach dem kirchlichen Segen für das neue Tanklöschfahrzeug der örtlichen Wehr die Worte sprach: „Und hiermit übergebe ich der Feuerwehr Illertissen das neue Tanklöschfeuerzeug!“ Der Bürgermeister war ein starker Raucher, was vielleicht seine Zunge in die falsche Richtung gelenkt hat.

Nicht alles hat Willi Schmid selber erlebt, vor allem das erste Kapitel basiert auf den Erzählungen seines Vaters, der aus Röfingen bei Burgau stammt. Als in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts immer mehr Menschen eine Brandversicherung abschlossen, gingen auch auffällig viele Gebäude in Flammen auf – und die Dorf-Gendarmen bekamen abenteuerliche Begründungen aufgetischt, warum ein Feuer ausgebrochen war.

Illertissen: Bankräuber wurde von Sirenen irritiert

Für die Menschen waren die Einsätze beliebte Spektakel, wie aus einer Protokoll-Notiz der damaligen Zeit hervor geht: „Um 19.35 Uhr wurde durch Trompetensignal Feueralarm gegeben. Jedoch war für die gesamte Bevölkerung die Enttäuschung sehr groß, da es sich um einen Fehlalarm handelte.“ Sehr schön ist auch die Geschichte vom Illertisser Bankräuber, der durch einen falschen Feueralarm die Polizei ablenken wollte, aber dann von dem vielen Tatütata so irritiert wurde, dass er Hals über Kopf ohne Beute flüchtete – und erwischt wurde.

Dieses Fahrzeug ist im ganzen Landkreis bekannt: Wenn Einsatzkräfte das markante Kennzeichen sehen, wissen sie – „Blaulicht-Willi“ ist vor Ort.

Seit 50 Jahren schon dient Schmid in der Illertisser Feuerwehr, da kommen einige Erlebnisse zusammen, die mitten aus dem prallen Leben des „Blaulicht-Milieus“ stammen, wie es der Autor selber nennt. Die werden gerne bei den Stammtischtreffen der Feuerwehrleute weitergereicht, doch damit sie nicht eines Tages verloren gehen, hat Schmid sie aufgeschrieben – mit leichter Feder. Damit kommt er auch dem Wunsch vieler seiner Kameraden nach, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. „Schreib’s endlich auf“, diesen Satz habe er in jüngerer Zeit immer häufiger gehört.

Willi Schmid schreibt seit 40 Jahren für die Illertisser Zeitung

Aber er ist ja nicht nur Feuerwehrmann, sondern auch seit 40 Jahren auch freier Mitarbeiter unserer Zeitung. In dieser Zeit hat er schon so ziemlich jedes Feld beackert, das sich einem Lokalreporter auftut. Das hat beileibe nicht nur mit blinkenden blauen Lichtern zu tun. Ausgesprochen versiert ist Wilhelm Schmid im Bereich Musik, vor allem wenn sie geblasen wird. Und manchmal mischen sich die kunstvoll produzierten Töne mit den schrillen Klängen des Martinshorns. In einer schönen Geschichte schildert er, wie das Kammerorchester der Stadtpfarrei dazu kam, einmal eine besonders feurige Probe auf dem Freigelände hinter der Festhalle des Kollegs zu spielen.

Und dann ist da ja auch noch Wilhelm Schmids Leidenschaft für den FV Illertissen, der seit 2012 in der Regionalliga Bayern kickt. Das bot so manche Gelegenheit, das Geschehen auf und neben dem Platz in Form von Mundartglossen in der Zeitung zu kommentieren.

Um all das in geballter Form einem geneigten Publikum zugänglich zu machen, wandte sich Willi Schmid an den Anton H. Konrad Verlag in Weißenhorn, der das Büchlein nun auf den Markt bringt. Natürlich wird es nicht einfach kommentarlos in die Buchhandlungen gestellt, sondern zünftig präsentiert: Am Mittwoch, 27. November, stellt Willi Schmid „Das Tanklöschfeuerzeug“ im Pfarrsaal St. Martin in Illertissen vor (19.30 Uhr). Danach ist es überall im Buchhandel zu haben. Zur Umrahmung spielen die Schwäbischen Wirtshausmusikanten“. Der Eintritt ist frei

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