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Illertissen: Sie möchte es mit Teamwork ins Landratsamt schaffen

Illertissen

Sie möchte es mit Teamwork ins Landratsamt schaffen

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    Auch wegen Familienhund Pelle ist die Landratskandidatin der Freien Wähler, Susanna Oberdorfer-Bögel, gerne an der Iller – hier nahe der Kraftwerksbaustelle in Senden – unterwegs. Im Wahlkampf gehen die beiden oft gemeinsam auf Tour.
    Auch wegen Familienhund Pelle ist die Landratskandidatin der Freien Wähler, Susanna Oberdorfer-Bögel, gerne an der Iller – hier nahe der Kraftwerksbaustelle in Senden – unterwegs. Im Wahlkampf gehen die beiden oft gemeinsam auf Tour. Foto: Rebekka Jakob

    Die Iller als Ort für das Gespräch mit unserer Zeitung hat sich Oberdorfer-Bögel bewusst ausgesucht – nicht nur deshalb, weil sie den Fluss als verbindendes Element im Landkreis Neu-Ulm sieht, der den Süden und den Norden vereint. Das perfekte Symbol also für eine Neu-Ulmer Landrätin, die aus Illertissen kommt.

    Die Baustelle des Iller-Kraftwerks bei Senden hat aber noch eine weitere Bedeutung: Oberdorfer-Bögel hat sie dieses Jahr bei einem Wahlkampf kennengelernt. Es ist ein Projekt, das die Landratskandidatin begeistert. „Die Bauherren schaffen hier den Spagat, dass der Kraftwerksbau rentabel ist und funktioniert, sich aber gleichzeitig in die Natur einfügen wird.“ Dazu gehöre auch, dass an den Einbau von Fischtreppen gedacht wurde, die als solche auch funktionieren würden.

    Statt mit Politprominenz spricht sie lieber mit Bürgern

    Draußen an der Iller ist Susanna Oberdorfer-Bögel auch privat viel und gerne unterwegs. Immer an ihrer Seite: Familienhund Pelle. Der Elfjährige kommt aus dem Tierheim, ist geliebtes Familienmitglied – und seit einigen Monaten auch Wahlkampfhelfer. Klar, dass Pelle auch in dem Imagefilm eine wichtige Rolle spielt, mit dem die Kandidatin für sich wirbt. Gemeinsam mit den Freien Wählern im Landkreis setzt sie im Wahlkampf ganz auf ihre Person und weniger auf prominente Wahlkampfhelfer aus der Landespolitik. „Bei solchen Frontal-Veranstaltungen kommt ohnehin meist wenig rüber“, findet sie.

    Stattdessen versucht Oberdorfer-Bögel , möglichst viele Termine wahrzunehmen, um direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Vor allem in den kleineren Orten habe sich gezeigt, wie groß das Interesse ist – 40 oder 60 Besucher bei einem Termin seien da ein richtig gutes Ergebnis. Susanna Oberdorfer-Bögel nimmt viel mit von diesen Terminen: „Die Bürger stoßen mich dabei auch auf wichtige Themen, die sie bewegen.“

    Das ist Susanna Oberdorfer-Bögel

    Persönlich Susanna Oberdorfer-Bögel wurde 1983 in Krumbach geboren. Die Illertisserin ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Zur Familie gehört auch Hund Pelle und eine Katze.

    Beruflich Die 36-Jährige hat eine Ausbildung zur Dipl. Betriebswirtin (FH) im Gesundheitswesen absolviert. Derzeit arbeitet sie als Praxismanagerin in einer großen hausärztlichen Gemeinschaftspraxis.

    Politisch Susanna Oberdorfer-Bögel wurde in der Region bekannt durch die Bürgerinitiative zum Erhalt der Geburtshilfe in Illertissen. Bei den Freien Wählern ist sie Zweite Vorsitzende im Ortsverein Illertissen. Ihr Motto im Wahlkampf: „Machen ist wie wollen. Nur besser.“ (rjk)

    Für ihre eigenen Ideen bekomme sie dabei viel Zuspruch. Zum Beispiel für ihr Wahlversprechen, als Landrätin eine Bürgerhotline einzurichten, bei der die Menschen aus unserer Region ihr Anliegen loswerden können und garantiert innerhalb von längstens 72 Stunden eine vernünftige Antwort bekommen. Auf Bauvoranfragen sollte es aus ihrer Sicht künftig innerhalb von sieben Tagen eine Reaktion geben. Warum das bislang nicht funktioniert? „Das stelle ich dann als Landrätin als erstes fest, ob es an den Prozessen liegt oder tatsächlich zu wenig Personal vorhanden ist, das sich um die Anträge kümmern kann.“

    Die Illertisser Klinik bleibt für sie ein wichtiges Anliegen

    Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen, die sich im Wahlkampf 2020 um kommunalpolitische Führungspositionen bewerben, geht Susanna Oberdorfer-Bögel als politische Quereinsteigerin ins Rennen. Erst vor gut einem Jahr ist sie den Freien Wählern beigetreten. Zuvor hatte sie sich für den Erhalt der Geburtsstation in Illertissen eingesetzt – unter dem Motto „Geboren im Süden“. Klar, dass ihr deshalb die Illertisser Klinik und ihre Zukunft nach wie vor ein Anliegen ist – auch wenn die Station trotz des gewonnenen Bürgerentscheids damals nicht wieder in Betrieb ging.

    „Das lässt sich jetzt auch nicht mehr zurückdrehen“, ist ihr klar. Dafür müsse aber der jetzige Schwerpunkt Altersmedizin zukunftsfähig aufgestellt werden. Die heutigen Senioren hätten ganz unterschiedliche Bedürfnisse was die Hilfe im Alter anbelangt. „Manche fahren mit 80 Jahren noch Ski, andere brauchen schon in viel jüngeren Jahren Unterstützung.“ Deshalb müssten nicht nur Heimplätze geschaffen, sondern auch ambulante Angebote ausgebaut werden.

    Auch eine Koordinierungsstelle für Senioren am Landratsamt ist etwas das Oberdorfer-Bögel hier fehlt. „In den Nachbarlandkreisen gibt es solche Stellen längst.“ Helfen könnte der Landkreis auch älteren Menschen, für die ihre Häuser nach dem Auszug der Kinder oder dem Verlust des Partners einfach zu groß geworden sind: „Wir können sie mit denjenigen zusammenbringen, die dringend auf der Suche nach Wohnraum sind – und so nicht nur etwas gegen die Leerstände tun, sondern auch generationenübergreifendes Wohnen verwirklichen.“

    Als einzige Kandidatin bekommt sie viel Zuspruch

    Im Trio der Landratskandidaten ist Susanna Oberdorfer-Bögel die einzige Frau – auch innerhalb des Landkreises ist die Zahl der Frauen, die ein kommunalpolitisches Amt anstreben, gering. „Es ist schwer, Frauen zu finden, die sich aufstellen lassen“, weiß die 36-Jährige. Nicht nur die Aufgabe, die sich nur schwer mit Beruf und Familie verbinden lasse, schrecke viele ab. „Auch der politische Diskurs ist vielen zu intensiv.“ Dafür bekomme sie als Kandidatin viel Zuspruch – nicht nur von anderen Frauen, sondern gerade auch von Männern: „Endlich einmal eine Frau als Kandidatin.“

    Die Kandidaten für die Wahl des Landrats stellen sich unseren Fragen bei der Podiumsdiskussion in Weißenhorn . Mehr dazu lesen Sie hier: Wahlpodium jetzt in Weißenhorn

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