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Altenstadt

12.07.2020

In die Geschichte eintauchen: Infotafeln für historische Gebäude

Neben dem Schloss Illereichen gibt es in Altenstadt viele historische Gebäude, die jetzt beschildert werden.

Plus Geschichtsträchtige Orte in der Gemeinde Altenstadt sollen bald beschildert werden. Das ist der Hintergrund des Projekts.

Im Alltag einmal kurz mit den Gedanken in der Zeit springen und in die Geschichte des Ortes eintauchen: In Altenstadt und im Ortsteil Illereichen sollen historische Gebäude bald mit einheitlichen Informationstafeln ausgestattet werden. Mit ihnen lassen sich besondere Einblicke in die reiche Geschichte Altenstadts gewinnen.

Den meisten Gebäuden in Altenstadt sieht man ihre lange Geschichte nicht an

Die Idee kam auf, als ein Haus in der Memminger Straße unterstützt von der Städtebauförderung saniert wurde. An diese Sanierung war die Forderung einer Infotafel für das historische Gebäude geknüpft.

Gemeinderat Harald Stölzle konnte sich vorstellen, das auf die komplette Straße auszudehnen. In vielen anderen Kommunen gebe es das bereits. „Es ist schön, wenn man durch den Ort läuft und etwas über dessen Entstehungsgeschichte lernt“, sagt der Steinmetzmeister. Den meisten Bauten sei ihre reiche Vergangenheit nicht mehr anzusehen. „So gut wie alle hatten viele Eigentümer und wurden über die Jahre auf ganz unterschiedliche Art und Weise genutzt“, sagt Stölzle. So sei das kürzlich sanierte Gebäude in der Memminger Straße, das etwa 1832 gebaut wurde, früher eine Handschuhfabrik und ein Ort für Seegrashandel gewesen.

Eine Aufwertung für die Straßen der Gemeinde Altenstadt

Die Anbringung von Infotafeln an den schönen historischen Gebäuden sei Stölzle zufolge eine deutliche Aufwertung für die Straßen vor Ort: „Viele wissen nur wenig über die Geschichte Altenstadts, dabei gab es hier, vor allem in der jüdischen Siedlung, reges Leben.“ Im Gemeinderat Altenstadt fand Stölzle für die erste angefertigte Tafel, die er dem Rat zur Anschauung mitgebracht hatte, viel Zuspruch.

Diese wurde von der Illertisser Firma Gutjahr hergestellt, weitere sollen folgen. Die Städtebauförderung ließe Stölzle zufolge Freiheit bei der Gestaltung der Tafeln. Für Altenstadt sollen es hochwertige Schilder werden und vor allem einheitliche.

In Altenstadt gibt es viele geschichtsträchtige Denkmale

Bürgermeister Wolfgang Höß findet die Gestaltung der Tafel sehr gelungen. Für ihn sei es wichtig, dass die Gemeinde ein einheitliches Beschilderungskonzept verfolge. Höß hält eine Zusammenarbeit mit den Altenstadter Chronisten für förderlich: „Es gibt viele interessante Gebäude im Ort, die wir auf die Liste setzen können.“ Wertvoll wäre Höß zufolge auch eine Erweiterung um den historischen Ortsplan mit einer Hausnummerierung. Mit diesem könnten Interessierte nachvollziehen, wo sie sich gerade befinden und Eckdaten über die Gebäude erfahren.

Gemeinderat Ernst Wüst merkt an, dass es etwa 50 Einzeldenkmäler in Altenstadt gebe, die alle in das Konzept aufgenommen werden könnten. Er sei dafür, auch nicht mehr bestehenden historischen Gebäuden eine Würdigung zukommen zu lassen, wie etwa der 1955 abgerissenen Synagoge am Marktplatz.

Es könnte Probleme geben - vonseiten der Eigentümer

Probleme könnte es vonseiten der Eigentümer geben. Diese müssten selbstverständlich zustimmen. Höß zufolge werde zu den Hausbesitzern Kontakt aufgenommen, die für die Tafeln nichts zahlen müssten. Die Kosten für die etwa 300 Euro teuren Schilder übernimmt die Gemeinde.

Die Daten der Tafeln kämen Stölzle zufolge vom Archivar der Gemeinde. Denn alles, was abgedruckt werde, müsse dokumentiert und belegt sein. In Einzelfällen könnten darüber hinaus vielleicht Eigentümer etwas zur Geschichte ihres Gebäudes beitragen.

Auch junge Menschen möchte man mit dem Projekt in Altenstadt erreichen. Es soll auf der Tafel zusätzlich einen QR-Code geben, den Interessierte mit ihrem Handy scannen können. Damit könnten mehr Informationen über das Internet abgerufen werden, eventuell auch alte Fotos.

Lesen Sie hier mehr über die Entwicklungen in Altenstadt:

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