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16.09.2018

Interrail: Zwischen Waffeln und Wachwechsel

Ob Queen Elizabeth II. heimlich zusieht? Unser Autor erlebt bei seinem Interrail-Stop in London den Wachwechsel vor dem Buckingham Palace.
Bild: Simon Neidinger

Unser K!ar.Texter begibt sich auf eine Zugreise quer durch Europa. Nach drei Tagen in Brüssel fährt er mit dem Eurostar nach London

In Brüssel ist mein Hotel im Europaviertel gelegen, keine hundert Meter vom Gebäude der EU-Kommission entfernt. Am Abend erkunde ich die Innenstadt: Angefangen mit dem Rathaus am großen Platz geht es weiter zum Manneken Pis, einer pinkelnden Statue – nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Viel interessanter ist die kleine Straße zwischen den beiden Sehenswürdigkeiten, denn hier scheint es mehr Waffelläden als Menschen zu geben. Die Auswahl ist so groß, dass man überfordert ist, in welchen Laden man denn nun gehen sollte.

Meinen zweiten Tag in Brüssel beginne ich mit der Besichtigung des Plenarsaals des Europäischen Parlaments und anschließend folgt ein Besuch in einem Museum zum Thema EU. Danach geht es weiter in den eindrucksvollen königlichen Palast. Doch schon am frühen Abend gehe ich zurück ins Hotel. Die vergangenen zehn Tage waren lang und vollgepackt mit neuen Eindrücken. Auch die Hitze, die sich in den Großstädten staut, macht mir zu schaffen.

Am dritten Tag besuche ich das wohl bekannteste Bauwerk der Stadt. Das Atomium, das eine Eisenkristallstruktur darstellen soll, beeindruckt mich mit seinem schlichten, aber trotzdem außergewöhnlichen Design und ist von innen erstaunlich geräumig. Von der obersten Kugel der über 100 Meter hohen Konstruktion hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Großstadt. In den weiteren Kugeln befinden sich verschiedene Ausstellungen und Veranstaltungsräume, die über schmale Stufen und Rolltreppen miteinander verbunden sind. Auf dem Rückweg zum Hotel mache ich noch einen Abstecher zu einer großen Basilika, die ebenso wie das Atomium etwas außerhalb von Brüssel liegt. An diesem Abend zieht es mich schließlich früh ins Bett, denn am nächsten Morgen geht es los, mit dem Eurostar durch den Kanaltunnel und ab nach London.

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Die Abfertigung des Eurostars erinnert an den Check-in vor einer Flugreise

Früh am Morgen stehe ich am Bahnhof Brüssel-Süd und warte auf meinen Zug. Und zwar nicht auf irgendeinen, sondern auf jenen Schnellzug, der Frankreich und Großbritannien über einen Kanaltunnel verbindet: der Eurostar. Und dass dieser Zug etwas ganz Besonderes ist, bemerkt man sofort am Bahnhof. Die Abfertigung des Eurostars gleicht dem Check-in vor einer Flugreise. Gut eine Stunde vor Abfahrt öffnen die Tickettore, danach folgt eine Gepäck- und Personenkontrolle und zum Schluss werden noch die Pässe überprüft. Danach sitze ich in einer vom restlichen Bahnhof abgetrennten Wartehalle und vertreibe mir die Zeit bis zum Boarding. Das beginnt etwa 20 Minuten vor Abfahrt – so hat man genügend Zeit, seinen reservierten Sitzplatz zu finden. Die Züge selbst sind modern und geräumig und bieten Komfort auf der etwa zweistündigen Fahrt von Brüssel über Lille nach London.

Der Ankunftsbahnhof in der britischen Hauptstadt ist kein geringerer als St. Pancras. Der beeindruckende Bau liegt nur wenige Meter vom Bahnhof King’s Cross entfernt, der den meisten vermutlich aus den Harry-Potter-Filmen bekannt sein dürfte.

Tausende Menschen wollen den Wachwechsel am Buckingham Palace sehen

Nachdem ich auch aufgrund der Zeitverschiebung von einer Stunde recht früh in London angekommen bin und meine Unterbringung erst am Nachmittag bezugsbereit ist, entscheide ich mich für einen Spaziergang durch den Hyde Park. Ich setze mich in das ausgetrocknete Gras und plane das Programm für die nächsten Tage.

Wenig später mache ich mich auf den Weg zu meinem Zimmer. Im Gegensatz zu den bereits besuchten Städten habe ich mich in London aus Kostengründen gegen ein Hotel und für ein Studentenwohnheim entschieden, das in den Semesterferien an Urlauber vermietet wird. Dank der Nähe zur nächsten U-Bahn-Station bin ich gleich wieder im Stadtzentrum und besichtige den Piccadilly Circus und den Trafalgar Square, an dessen Rand die National Gallery zu finden ist. Am nächsten Morgen mache ich mich auf zum St. James’s Park, der durch unzählige Pflanzen- und Tierarten wie eine Oase in der Beton- und Steinwüste namens London wirkt. Denn im Gegensatz zum Hyde Park werden die Grünflächen hier bewässert. Nur wenige Meter weiter befindet sich der Buckingham Palace. Vor ihm stehen bereits Tausende Menschen und warten auf die Wachablösung. Eine knappe Stunde später ist es dann so weit, die Soldaten mit den markanten, schwarzen Fellmützen marschieren an der Menschenmenge vorbei und betreten das für Besucher gesperrte Gelände des Palastes. Dort findet die feierliche Zeremonie statt, bis die wachhabende Gruppe von Soldaten wieder das Gelände verlässt und ihre Fellmützen abwandern.

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