1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Interview: Wie es um die Zukunft der Kellmünzer Grundschule steht

Interview

28.11.2019

Interview: Wie es um die Zukunft der Kellmünzer Grundschule steht

Während es an anderen Schulen an Lehrern mangelt, fehlt es an der Grundschule in Kellmünz eher an Schülerinnen und Schülern. Noch nie haben so wenige Kinder die Schulbank gedrückt, wie in diesem Jahr.
Bild: Zita Schmid

Die Zahl der Erstklässler sinkt. Derzeit werden nur noch 42 Schüler unterrichtet. Was Rektor Markus Reiter zu dieser Entwicklung sagt.

Seit diesem Schuljahr besuchen nur noch 42 Kinder die Grundschule in Kellmünz. „So schlecht war es noch nie“, sagte Bürgermeister Michael Obst bei der vergangenen Bürgerversammlung. Aufgrund einer Mindestanzahl von 13 Schülern pro Klasse werden die Kinder in zwei Kombiklassen unterrichtet. In der Kombiklasse 1/2 sind es 18 Buben und Mädchen, in 3/4 zählt die Klasse 24 Kinder. Markus Reiter leitet die Grundschulen in Kellmünz und Altenstadt mit Außenstelle Osterberg. Im Interview erklärt er, wie es um die Zukunft der Kellmünzer Grundschule steht.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen
Markus Reiter

Besteht die Gefahr, dass die Grundschule in Kellmünz geschlossen wird?

Aus meiner Sicht besteht die Gefahr nicht. Es ist sowohl der Wunsch der Eltern als auch der Gemeinde und der Schulleitung, dass die Grundschule in Kellmünz bestehen bleibt. Es gibt keine Überlegungen dahingehend, dass die Schule geschlossen wird.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wie beurteilen Sie die niedrigen Schülerzahlen?

Die Entwicklung, dass die Klassenstärken in kleinen Grundschulen niedriger werden, lässt sich immer wieder beobachten. Es gibt aber auch Jahre, in denen die Schülerzahlen wieder deutlich steigen.

Kennen Sie Beispiele in der Region?

In Osterberg haben wir zum aktuellen Schuljahr eine große Anzahl an Schulanfängern bekommen. Aus meiner Sicht muss man sich bei rückläufigen Zahlen nicht sofort Sorgen machen. Natürlich muss man die Entwicklung im Auge behalten – das tun wir als Schulleitung immer.

Gibt es schon Prognosen für die nächsten Schuljahre?

Da ich die geplanten Schülerzahlen für die kommenden Jahr kenne, mache ich mir um die Grundschule in Kellmünz keine Sorgen.

(Anmerkung der Redaktion: In Kellmünz wurden in diesem Jahr zehn Kinder eingeschult. Wie Bürgermeister Obst bei der Bürgerversammlung mitteilte, steige die Zahl der Kindergartenkinder im Januar von aktuell 41 auf 48. Auch bei den Geburten sei ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen: 17 Kinder seien in Laufe des Jahres 2019 bereits geboren worden.)

Was sind aus ihrer Sicht die Vorteile einer kleinen Schule wie in Kellmünz?

Das Miteinander ist sehr familiär. Oft kennt jeder jeden. Das gilt sowohl für die Kinder untereinander, als auch für die Lehrer und Eltern. Projekte lassen sich oft schnell und einfach umsetzen. Die Eltern bringen sich gerne ein und es werden Aktionen auf die Beine gestellt, die es nur an dieser Schule gibt. In Kellmünz sind das beispielsweise Aktionen wie die Waldweihnacht, die Adventsfenster oder die Osterrallye.

Sehen Sie auch Nachteile?

Die Belastung für die Lehrkräfte ist deutlich höher. Zudem ist es schwierig, wenn eine Lehrkraft plötzlich ausfällt. Wäre das in Kellmünz der Fall, müsste eine Lehrkraft 42 Kinder alleine betreuen. Momentan gibt es nur wenige Stunden als Ersatz für erkrankte Grundschullehrkräfte von seiten des Schulamtes. Würde eine der beiden Klassenlehrerinnen in Kellmünz erkrankt, wäre das eine große Herausforderung für uns.

Weitere Nachrichten aus der Region lesen Sie hier:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren