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Tradition

06.11.2017

Jagd nach falschem Fuchs führt über Stock und Stein

Ob echt oder simuliert – bei einer Fuchsjagd müssen Hindernisse zu Pferde im Eiltempo überwunden werden, so wie hier bei Jedesheim.
Bild: Regina Langhans

Rund 60 Reiter aus der Region lassen in Illertissen einen alten Zeitvertreib aufleben. Wie das funktioniert

Wer am Samstagmittag in der Nähe des Illertisser Schlosses unterwegs war, bekam Ungewöhnliches zu sehen: Bei bestem Herbstwetter starteten 55 Reiter auf Einladung des Reit- und Fahrvereins Illertissen, um ein altes Reitvergnügen wieder aufzugreifen – die Fuchsjagd. Allerdings ohne echten Fuchs. Dank der Bereitschaft von Landwirten ritten die Teilnehmer 22 Kilometer durch Illertisser und Bucher Fluren, teils gefolgt von einem Autokorso.

Schon vor dem Start war auf der Reitwiese bei Ross und Reiter freudiges Jagdfieber zu spüren. Susanne Oberdorfer-Bögel, deren Mann Rainer Bögel die Organisation übernommen hatte, erklärte, um was es geht: „Bei der Fuchsjagd wird einem echten Fuchs hinterhergejagt, oder einem simulierten, indem ein Reiter einen Fuchsschwanz am Pferd befestigt.“ Die Gaudi für den Reiter bestehe darin, aufgebaute Hindernisse im rasanten Tempo zu bewältigen. Die Anfänge der Fuchsjagd lägen in Großbritannien, so Oberdorfer-Bögel. In Irland sei sie heute noch erlaubt, nicht so in Deutschland: Traditionell spüre eine Hundemeute eine Fuchsfährte auf, gefolgt von Reitern. Alternativ dazu jagten Hunde einen Vorreiter mit Fuchsschwanz, mit dem eine Geruchsspur gelegt wird – die Reiter folgen.

In Illertissen fand die Schleppjagd ohne Hunde statt. Für die Teilnehmer bedeutete das, ihrem Vorreiter über Stock und Stein nachzujagen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Rainer Bögel hatte entlang der Strecke etliche Hindernisse aufgebaut. Es gab ein Springer- und ein Nichtspringerfeld. „Bei uns steht das Reitvergnügen im Vordergrund“, sagte Bögel.

Zum Vergnügen zählte der traditionelle Rahmen: Die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Süd spielten, bevor sich die Reiter mit lautem „Horrido“ in Bewegung setzten. Der eine oder andere hatte sich traditionell gekleidet, ebenso hielten es die Zuschauer. Unter ihnen war auch das Ehepaar Sieber vom Reiterhof Illertal. „Toll, dass so viele mitreiten“, fand Monika Sieber. Und ihr Mann Heinz, der früher oft dabei war, sagte: „Diesmal hätte ich vorher etwas trainieren müssen.“

Nach dem „Halali“ der Reiter – was so viel heißt wie „da liegt der Fuchs“ – zog Bögel ein positives Resümee: Vonseiten des Vereins wolle man den Ausritt wiederholen. Damit könnte eine lange gepflegte Tradition wieder aufleben.

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