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Illertissen

19.10.2020

„Junge Künstler – Stars von morgen“: Solist brilliert auf Illertisser Festival

Vor ausverkauftem Haus erklang das Fagottkonzert mit Theo Plath und Betty Lee im Kolleg Illertissen.
Bild: Regina Langhans

Plus Ein Glücksfall für Illertissen: Der junge Solist Theo Plath begeisterte das Publikum bei der Konzertreihe am Fagott - unter anderem mit koreanischer Musik.

Fagottspiel in allen Facetten bekam das Publikum am Sonntagabend beim sechsten Konzert des Festivals „Junge Künstler – Stars von morgen“ mit Theo Plath zu hören. Souverän begleitet wurde er von Betty Lee am Flügel – so weit er nicht als Solist am Fagott brillierte. Sein Auftritt war ein glücklicher Zufall für Illertissen.

Sein Auftritt war eine Folge der Corona-Reiseverbote, die das Festivalprogramm durcheinandergewirbelt hatten. Er übernahm den Part von Betty Lees temperamentvoller Solopartnerin María José Rielo Blanco aus Madrid. Spannung war also angesagt, und am Ende gab es jede Menge Beifall. Die Festhalle des Kollegs war ausverkauft.

Der Konzertsaal des Kolleg in Illertissen war ausverkauft

Für das Publikum stellte es sich sogar als Glücksfall heraus, den Solofagottisten Plath kennenzulernen. In dieser Funktion, ganz ohne Klavier, bestritt und begeisterte er den halben Abend. Er ergriff das Wort, nachdem er sich zusammen mit seiner Klavierbegleiterin schon musikalisch bei Mozarts Fagottkonzert in B-Dur bestens eingeführt hatte. Wer den fröhlichen Charakter des Komponisten liebt, kam auf seine Kosten. Fagott und Klavier harmonierten bestens. Sie spielten sich den der Musik innewohnenden Schwung zu, das Fagott wusste Akzente zu setzen und das Klavier untermalte oder leitete zur gemäßigteren Gangart über, wie etwa beim zweiten Satz.

Dann sorgte Plath für Szenenwechsel, genauer gesagt Kulturwechsel, wie er erklärte: Von der europäischen Musik und ihren in Dialog stehenden Harmonien zur Musik Koreas, die mit einem Monolog zu vergleichen sei. So lautete auch der Titel des nächsten Konzertstücks für Fagott solo des koreanischen Komponisten Isang Yun. Dieser lebte von 1917 bis 1995 und wollte in seiner Komposition die Musik Koreas für westliche Musiker erfassbar machen. Typischerweise beinhalte diese viele einzelne lang gezogene Töne, wobei die Kunst darin bestehe, beim Aushalten Tonfarbe und Klangcharakter zu variieren, so Plath. Seine Erklärungen machten neugierig und für den anschließenden Konzertbeitrag erhielt er Sonderbeifall. Die ungewohnte, meditativ anmutende Musik forderte das Fagott in seinen klanglichen Möglichkeiten und den Spieler in seiner Atemkunst.

„Junge Künstler – Stars von morgen“: Plath begeisterte mit koreanischen Stücken

Mit der Suite Nummer zwei in d-Moll von Johann Sebastian Bach, für Violoncello solo geschrieben und von Plath auf dem Fagott bewundernswert gespielt, ging es wieder zurück in die europäische barocke Klangwelt. In der siebenteiligen Abfolge unterschiedlicher Tänze beeindruckte der Fagottist bei den temporeichen mit kurz gestoßenen Tönen in schier atemloser Schnelligkeit.

Zum Ausklang gab es nochmals Fagott und Klavier in Originalliteratur. Die „Sarabande et Corège“ von Henri Dutilleux entstand 1942 aus alten und neuen Elementen der Musikgeschichte, was die Künstler auf ihren Instrumenten herausforderte. Mit der Fagottsonate in G-Dur von Camille Saint-Saens aus dem Jahr 1921 endete der Konzertabend romantisch, bei technisch anspruchsvollen Passagen und gekonntem Zusammenspiel des Solisten mit seiner Begleiterin. Beim atemlos schnell und gefällig akzentuierten Csárdás von Vittorio Monti – zum Dank für den Applaus – zeigte der Fagottist, dass sein musikalischer Atem noch weit reichen dürfte.

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