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Bellenberg

24.07.2020

Kabarett: Die „Schwäbische Revolution“ startet im Biergarten

Jakob Wunder macht aus seinem Vorbild Che Guevara keinen Hehl.
Bild: Langhans

Plus Der Bellenberger Kabarettist Otmar Walcher alias Jakob Wunder tritt in der örtlichen Sportgaststätte auf. Die Zeit des Corona-Stillstandes hat er kreativ genutzt.

Es hätte der große Auftritt in Bellenbergs Turn- und Festhalle werden sollen. Nun fällt die Veranstaltung unter dem Titel „Schwäbische Revolution“ allerdings etwas kleiner aus. Bedingt durch die Corona-Pandemie wird Otmar Walcher alias Jakob Wunder draußen im Biergarten der örtlichen Sportgaststätte vor maximal 200 Besuchern den schwäbischen Bruddler geben. „Besser wie gar nix“, sagt der Bellenberger Kabarettist ganz und gar nicht grummelig. Die Zeit des Corona-Stillstandes hat er kreativ genutzt.

Mit dem Programm wollte Walcher eigentlich auf Tournee gehen

Aber echte schwäbische Bruddler wie Jakob Wunder fänden immer Gründe, um irgendwo zu revoltieren, beschreibt Walcher die von ihm geschaffene Figur. Die jüngsten Entwicklungen ergänzten da in idealer Weise sein Soloprogramm, mit dem er bereits im Januar in Erolzheim eine glänzende Premiere feierte. Und dann auf Tournee gehen wollte.

Das Publikum in der Gaststätte am Sportplatz in Bellenberg darf also gespannt sein auf schwäbisches Kabarett mit Lokalkolorit. Die Vorstellung am Samstag, 25. Juli, beginnt um 20 Uhr. Der Komiker weist darauf hin, dass die Veranstaltung unter den geltenden Hygienevorschriften stattfindet.

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Walchers Freizeit gehört der Kunst und dem Kabarett

Otmar Walcher, 51 Jahre alt, wäre kein Künstler, würde er nicht unter den abgesagten Auftritten leiden: „Irgendwann muss es halt raus, was sich da an Gedankengut gesammelt hat.“ Da er beruflich als Vertriebsmitarbeiter tätig ist, muss er keine realen Existenzsorgen haben. Doch seine Freizeit gehört in vielfältiger Weise der Kunst. Mitunter so sehr, dass Otmar Walcher und Jakob Wunder in ihren Charakteren identisch werden: etwa dann, wenn ihn die Anlässe in privater Runde oder Gesellschaft zu spitzen Bemerkungen reizen. Walcher gibt seine Kommentare ab und findet sich unversehens auf der anderen Seite. „Wie komme ich damit an?“, fragt er sich. Oder ist selbst überrascht: „Moment mal, das ist ja das reinste Kabarett.“ Dann merke er sich die Szenen, um an ihnen zu basteln oder sie zu Ende zu entwickeln.

Seine Familie muss übergangsweise das Publikum ersetzen

Bei fehlender Auftrittspraxis wie derzeit wegen Corona müssen seine Ehefrau und seine beiden Töchter die Publikumsfunktion übernehmen. Sie machten es ihm nicht einfach, erzählt er offen. Dabei wirkt er nachdenklich, alles andere als selbstdarstellerisch: „Aber wenn sie mit kleinem Lächeln reagieren, nehme ich es als Zeichen, auch den Publikumsgeschmack treffen zu können.“ Mit der „Schwäbischen Revolution“ hat Walcher seine zweite Solonummer konzipiert, was bedeutet, in Eigenverantwortlichkeit für Konzept, Inhalt, Ablauf und Organisation vor Publikum zu stehen. An Technik und Ausstattung brauche er nicht viel, sagt er: „Wichtig ist meine Jakob-Wunder-Mütze und eine Gesichtsmaske mit dem Bild des kubanischen Revolutionärs Che Guevara.“

Der Balzheimer ist in der Umgebung sehr bekannt

Dabei ist der gebürtige Balzheimer auf vielen Bühnen zu Hause und seit Jahren bekannt durch seine Auftritte in der TV-Fasnachtsveranstaltung „Schwaben weissblau“ in Memmingen. Auch beim Podium 70 in Vöhringen ist er anzutreffen. Angefangen habe er mit 18 Jahren als Laiendarsteller unter vielen beim Theater Balzheim. Irgendwann sei gemeinsam die Idee zu einem Sommertheater mit Einlagen entstanden. In diesem Genre fühlte sich Walcher sofort zu Hause, lieferte eigene Nummern und erfand ganz nebenbei die Figur des Jakob Wunderle, wie er sagt: „Beim örtlichen Fasching war ich in der Moderatorenrolle des Willi Wunder bekannt. Daher kam mir für meine Solonummern die Idee, dass Willi Wunder einen Bruder hat.“ Jakob Wunder war geboren und hat inzwischen Fans im Einzugsbereich zwischen Ehingen und Krumbach.

Bei all dem eigenständigen Kunstschaffen lässt sich der Comedian doch von Vorbildern faszinieren, etwa Gerd Dudenhöffer, Helmut Schleich oder Wolfgang Krebs. Und noch eines ist ihm bei Theater und Kabarett wichtig: Er sieht darin stets auch das Ventil für politisch gefärbte Äußerungen. Natürlich gepaart mit hintersinnigem Humor bis zu grobem Unfug, wie er versichert.

An der Abendkasse gibt es noch Tickets. Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist Samstag, 1. August.

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