Newsticker

Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf höchstem Stand seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Knoten geplatzt: Schnelles Internet für Kettershausen

Beschluss

04.05.2011

Knoten geplatzt: Schnelles Internet für Kettershausen

Neben den vorhandenen Kabelverzweiger-Kästen der Telekom (im Bild an der Dorfstraße in Bebenhausen) wird die Firma Smart-DSL ihre eigenen Kabelverzweiger installieren.
2 Bilder
Neben den vorhandenen Kabelverzweiger-Kästen der Telekom (im Bild an der Dorfstraße in Bebenhausen) wird die Firma Smart-DSL ihre eigenen Kabelverzweiger installieren.
Bild: Fotos: zisc

Rat entscheidet sich für flächendeckendes Angebot der Firma Smart-DSL. Mischung aus Funk und Glasfaser

Kettershausen Nachdem bei den ersten Anläufen in Sachen Breitbandversorgung keine Lösung für Kettershausen gefunden werden konnte, sieht es nach der jüngsten Gemeinderatssitzung anders aus: Das schnelle Internet kommt und zwar flächendeckend für alle Ortsteile. Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, die Firma Smart-DSL aus Wiggensbach mit der Breitbanderschließung zu beauftragen.

„Wir müssen es endlich anpacken und Nägel mit Köpfen machen“ meinte Ratsmitglied Andreas Stiegeler. Smart-DSL biete die beste Leistung und sei zudem ausbaubar, begründete er seine Entscheidung, der sich auch die anderen Räte anschlossen.

In der dritten Ausschreibung waren innerhalb der Abgabefrist fünf Angebote eingegangen. Drei beinhalteten eine reine Funklösung, die jedoch nicht den nötigen Bedarf deckten. Die Deutsche Telekom bot eine Kombination aus Glasfaser und Richtfunk, lag aber mit insgesamt etwa 385000 Euro deutlich über dem Angebot von Smart-DSL, dessen Angebot von einem Gesamtpreis von 208000 Euro ausgeht. Das Angebot der Firma Smart-DSL beinhaltet ebenfalls Glasfaser und Richtfunk und bietet eine Bandbreite von bis zu 50 Megabits/Sekunde (Telekom 2 bis 16 Mbit/s) an.

Knoten geplatzt: Schnelles Internet für Kettershausen

Freie Sicht zwischen den Versorgungspunkten

Entsprechend dem Angebot von Smart-DSL soll nun vom Glasfaserknotenpunkt in Kirchhaslach-Olgishofen eine Glasfaserleitung nach Bebenhausen-Ost verlegt werden. Von dort aus wird für die Annahme und Weiterleitung des Datenverkehrs eine Richtfunkantenne an einen Masten montiert. Insgesamt müssen sieben solcher Versorgungspunkte eingerichtet werden, um in ganzen Kettershausen die schnelle Verbindung mit Richtfunk realisieren zu können. Von einem Versorgungspunkt zum anderen ist eine freie Sichtverbindung notwendig, da die Funkwellen mit einer – laut Angebot – extrem niedrigen Sendeleistung, als Linie oder Keule vorstellbar, ausgesendet werden.

Kirchenverwaltung einverstanden

Neben bis zu sieben Meter hohen Masten, die dafür aufgebaut werden, sollen auch am Turm des Feuerwehrhauses in Kettershausen, am Wasserturm in Mohrenhausen und im Kirchturm der Sankt Michaels Kirche eine Richtfunkantenne angebracht werden. Die Kirchenverwaltung habe sich damit einverstanden erklärt, berichtete Bürgermeisterin Gabriele Janowsky. Die Antenne sei kaum sichtbar und auch keine weitere Baumaßnahme dafür am Kirchturm nötig, so die Bürgermeisterin. Neben den sogenannten Kabelverzweiger-Kästen der Deutschen Telekom (graue Kästen am Straßenrand) installiert Smart-DSL dann seine eigenen Kabelverzweiger-Kästen. Geplant sind acht Kabelverzweiger in der Gemeinde.

Die beiden Technologien werden miteinander verbunden. Angebunden an den Richtfunk ist so zukünftig über die bestehenden Telefonleitungen der schnelle Internetzugriff möglich. Für die Nutzung der Telefonleitungen besteht zwischen Smart-DSL und der Telekom ein Vertrag, der diese dazu verpflichtet, die sogenannte „letzte Meile“ der Telefonleitung an Smart-DSL zu vermieten. Über Telefonleitungen ist laut Angebot heute bereits eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s technisch realisierbar. Offeriert werden derzeit bis zu 50 Mbit/s, mit der Option, diese Bandbreite in Zukunft erhöhen zu können.

Eine komplette Breitbandversorgung über Glasfaser sei derzeit nicht möglich und sprenge den finanziellen Rahmen, betonte Bürgermeisterin Gabriele Janowsky. Eine zukünftige, schrittweise Ablösung der Richtfunktechnik – etwa verbunden bei anfallenden Straßenbauarbeiten – sei aber denkbar und soll, wenn sich die Möglichkeit biete, verwirklicht werden. Für bis zu 70 Prozent der anfallenden Kosten können staatliche Fördermittel beantragt werden. Smart-DSL habe für die Realisierung der Breitbandversorgung in Kettershausen den Herbst dieses Jahres ins Auge gefasst, so Janowsky.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren