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Unterallgäu/Landkreis Neu-Ulm

04.07.2020

Kontrolle in luftiger Höhe: Stromleitungen per Helikopter geprüft

Per Helikopter werden Leitungen überprüft – unter anderem zwischen Memmingen und Vöhringen.
Bild: LEW/Franzisi

Per Helikopter werden derzeit Stromleitungen überprüft – unter anderem zwischen Memmingen und Vöhringen.

Kontrollen in luftiger Höhe: Die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) prüft per Helikopter ihr Stromleitungsnetz. Derzeit wird das gesamte 110-kV-Hochspannungsnetz abgeflogen. In der Region wurden und werden unter anderem die Leitungen von Memmingen nach Vöhringen über Heimertingen kontrolliert. Zuvor fand bereits ein Flug von Memmingen nach Breitenbrunn über Lauben statt.

Für die turnusmäßige Überprüfung chartert der Netzbetreiber einen Hubschrauber inklusive Pilot. Dieser führt dann mit zwei Leitungsexperten die Kontrollflüge durch. Der Helikopter fliegt mit rund 20 bis 30 Stundenkilometern parallel zur Stromleitung, während ein LVN-Mitarbeiter die Masten und die Leiterseile begutachtet. Sein Kollege an Bord erhält über einen Laptop mit GPS-Ortung den genauen Standpunkt, um die Masten exakt zu benennen. „Neben möglichen Schäden an Masten, Isolatoren und Leiterseilen notieren wir beispielsweise auch Vogelnester an kritischen Stellen, Baumannäherungen oder Gegenstände in den Stromleitungen, wie Luftballons oder Drachenschnüre“, sagt Koordinator Erdal Yalcin. „Im Nachgang können die Kollegen die festgestellten Probleme dann gezielt beheben.“

Alle 110-kV-Hochspannungstrassen von LVN mit einer Gesamtlänge von rund 1015 Kilometern werden im Zweijahresrhythmus mit dem Helikopter beflogen. In den Jahren dazwischen gehen Mitarbeiter die Leitungen zu Fuß ab und kontrollieren Masten und Leiterseile vom Boden aus. Im Mittelspannungsnetz finden jährlich solche Flüge statt. Die Mittelspannungsfreileitungen mit einer Gesamtlänge von rund 2500 Kilometern befliegt LNV dann allerdings nicht komplett, der Fokus liegt immer auf einzelnen Bezirken. So werden diese Leitungen in jedem Bezirk etwa alle zwölf Jahre von der Luft aus kontrolliert. Dazwischen finden ebenfalls Begehungen und Zustandskontrollen statt. Im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers Amprion kontrolliert LVN außerdem jedes Jahr die 220-kV-Höchstspannungsleitungen zwischen Memmingen und Kempten. „Potentielle Störungsursachen können wir auf diese Weise frühzeitig erkennen und beseitigen“, sagt Yalcin.

Für Ausbau und Erneuerung der Netzinfrastruktur hat die LVN in den vergangenen Jahren rund 760 Millionen Euro in das Stromnetz der Region investiert. Die Anstrengungen zahlen sich nach Angaben des Unternehmens aus. Der sogenannte Saidi-Wert belege, dass LVN eine hohe Versorgungszuverlässigkeit bietet. Demnach war 2019 jeder Kunde im Netzgebiet im Schnitt nur rund elf Minuten ohne Strom. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt lag laut LEW im Jahr 2018 bei etwa 14 Minuten. Für 2019 gibt es noch keinen bundesdeutschen Wert. (az)

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