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Babenhausen/Klosterbeuren

15.05.2019

Landwirtschaft contra Wohnbebauung: Diskussion im Babenhauser Marktrat

Um die Erweiterung eines Stalls ging es kürzlich im Babenhäuser Marktrat.
Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolbild)

Die Erweiterung eines Milchviehstalls im Ortsteil Klosterbeuren löste eine Debatte im Babenhauser Marktrat aus. Worum es dabei ging.

Der Babenhauser Marktrat hat kürzlich über Gegebenheiten diskutiert, die einigen Gemeinden bekannt sein dürften und die manchmal nicht so recht zusammenpassen wollen – vereinfacht gesagt: Landwirtschaft trifft Wohnbebauung. Die einen möchten ihren Betrieb führen. Und dazu gehören nun mal auch unliebsame Begleiterscheinungen, nämlich Gerüche und Geräusche. Die anderen jedoch wollen möglichst in Ruhe auf der Terrasse sitzen oder Wäsche auf dem Balkon zum Trocknen aufhängen.

Auslöser für die Debatte im Babenhauser Marktrat war ein Bauantrag. Ein bereits bestehender Milchviehlaufstall im Ortsteil Klosterbeuren soll in südöstlicher Richtung erweitert werden. Da der Bauwerber sogenannter privilegierter Landwirt ist, stellt ein derartiger Antrag an sich nur eine Formalie dar. Zwar liege dieser Jungviehstall im Außenbereich und sei aufgrund der Privilegierung zulässig, hieß es. Jedoch entstand eine Diskussion wegen etwaiger, davon ausgehender Lärm- und Geruchsbelästigungen.

Grundsätzlich weist der Flächennutzungsplan im besagten Bereich „Flächen für Landwirtschaft“ aus. Damit sei die Grundlage für die Baumaßnahme eines privilegierten Landwirts absolut gegeben. Allerdings haben in der Zwischenzeit, so Bürgermeister Otto Göppel (CSU), vier Anwohner Bedenken geäußert. Diesen gehe es vor allem um von dem Anwesen ausgehenden Lärm und Geruch – zumal der Viehbestand nahezu verdoppelt werden soll. Und Kühe könne man, so eine Anmerkung in der Sitzung, weder tagsüber noch nachts einfach abstellen. Außerdem habe es bereits Probleme im Vorfeld gegeben, so Göppel zu diesem Bauvorhaben. Allerdings sei die Privilegierung „übergeordnet“.

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Ein weiterer kritischer Punkt sei die Ableitung des Regenwassers. Hierzu führte der Bauwerber aus, dass die Verzögerung der Lösung um zwei Jahre auf den langen Behördenweg zurückzuführen sei. Das Regenwasser solle dann dem Vorfluter, sprich Bach, zugeführt werden.

Knackpunkt des Bauantrags war die Nähe zur bestehenden, vor allem aber auch zur künftigen Wohnbebauung – also zu einem neuen Baugebiet. Laut Göppel liegt der jetzige Dorfbereich näher als das künftige Wohngebiet, allerdings konnten in der Sitzung keine konkreten Abstandsmaße genannt werden.

Dazu merkte Rat Josef Deggendorfer (Freie Wähler) an, dass die Hofstelle an sich vor dem geplanten Baugebiet vorhanden sei. Diesbezüglich müsse man sich an die „Spielregeln“ halten, zumal die Privilegierung eindeutig gelte.

Die Klosterbeurer Rätin Miriam Loder-Unglert (Junge Wähler Union) sprach dagegen von einem landwirtschaftlichen Industriebetrieb. Ihr sei bekannt, dass es mit Blick auf die Baumaßnahme erhebliche Proteste in der Bevölkerung bezüglich Emissionen gibt. Sie gab zu bedenken, dass man sich die Entscheidung nicht zu leicht machen sollte, um nicht „zum Gespött aller zu werden“. Auch warnte sie davor, „sich ins eigene Fleisch zu schneiden“. Nach intensiver Diskussion stimmte das Gremium dem Bauvorhaben mit vier Gegenstimmen zu. (mit stz)

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