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27.10.2011

Leinwand zu klein – Referent lässt Vortrag platzen

Die Leinwand in der Aula der Realschule sei zu klein, befand Referent Dr. Reinhard Erös und verlies das Schulzentrum ohne seinen Vortrag zu halten.
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Die Leinwand in der Aula der Realschule sei zu klein, befand Referent Dr. Reinhard Erös und verlies das Schulzentrum ohne seinen Vortrag zu halten.

Afghanistan-Experte Dr. Reinhard Erös bläst Veranstaltung am Babenhauser Schulzentrum ab

Von Eva Büchele

Babenhausen Knapp 400 Schüler und Erwachsene, die sich in der Aula des Babenhauser Schulzentrums versammelt hatten, standen da, wie bestellt und nicht abgeholt: Eigentlich hatten sie gespannt einen Vortrag von Dr. Reinhard Erös über Afghanistan erwartet, doch sie warteten vergeblich. Der Referent erschien zwar, doch er blieb nur wenige Minuten.

Elternbeiräte und Mitglieder des Lions Clubs Illertissen hatten die Veranstaltung für die neunten und zehnten Klassen der Real- und der Mittelschule Babenhausen organisiert. 350 Schüler, 20 Lehrer und einige Eltern füllten gestern die Aula. „Um 9.55 Uhr hätte der Vortrag beginnen sollen“, erzählt Realschul-Rektor Martin Rister der IZ. Wenige Minuten vor Beginn sei Erös erschienen und habe sogleich bemängelt, die Leinwand sei zu klein. Noch ehe ihn alle Veranstalter begrüßen konnten, packte Erös laut Rister seine Sachen und verließ die Schule. „Er sagte noch ,Ich bin Chirurg und arbeite mit dem Skalpell, nicht mit dem Taschenmesser’“, so Rister.

Erös selbst war gestern für ein Statement nicht mehr zu erreichen. In einer E-Mail erklärte seine Frau Annette, ihr Mann sei bereits wieder auf dem Weg nach Afghanistan. Wegen technischer Mängel habe er den Vortrag in Babenhausen leider absagen müssen. Sie schreibt: „Er bedauert das sehr, waren seine bislang mehr als 600 Vorträge, bundesweit, vor mehr als 150000 Schülern bislang von großer Resonanz.“

Mittelschulrektor Wolfgang Ostermann ist verärgert: „Ich bin seit 32 Jahren im Beruf – aber so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Schließlich sei doch hinter der Leinwand eine große Betonwand. Auf die hätte man das Bild gewiss projizieren können.

Die Schülersprecherin der Realschule, Leonie von Aschwege, findet drastische Worte: „Uns einfach sitzen zu lassen, das war unprofessionell.“ Und Christian Löw von der Schülermitverwaltung (SMV) der Realschule sagt: „Herr Erös ist doch ein Profi. Eine solche Situation müsste er doch im Griff haben.“

Kritische Stimmen auch aus der SMV der Mittelschule: „Wir waren alles sehr gespannt und haben uns auf den Vortrag gefreut“, bedauert Chantal Graf. Dann mussten die Schüler doch in den normalen Unterricht. Und das, obwohl sie sich laut Rektor Rister vorbildlich und diszipliniert verhalten haben. Er will das Thema trotzdem im Unterricht aufgreifen. „Aber mit einem anderen Referenten“, kündigt er an.

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