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Kommentar

10.07.2020

Moschee-Neubau in Vöhringen: Ein Kompromiss muss her

So oder so ähnlich soll die Moschee von innen aussehen, die sich die muslimische Gemeinde in Vöhringen bauen möchte. Der Antrag wurde im Stadtrat jedoch abgelehnt.

Plus Die muslimische Gemeinde will eine neue Moschee bauen. Das Thema hat in der Vergangenheit bereits sehr hohe Wellen geschlagen. Besonnenheit ist gefragt.

Es gibt keinen Grund, warum die muslimische Gemeinde in Vöhringen keinen würdigen Ort für ihr Gebet haben sollte – zumal als Bauplatz derzeit ohnehin nur ein Grundstück in einem für religiöse Bauten eher unwürdigen Gewerbegebiet zur Verfügung steht.

Dass die Bauausschussmitglieder den Antrag in der jetzigen Form aber abgelehnt – geradezu abgeschmettert – haben, ist nachvollziehbar. Denn auch wenn man miteinberechnete, dass die muslimischen Gemeinden in Deutschland eher wachsen als schrumpfen, werden in Vöhringen in den kommenden Jahren wohl keine 480 Gebetsplätze benötigt werden. Mit dem Argument, der geplante Bau inklusive diverser Schulungs- und Konferenzräume sei zu groß dimensioniert, haben Bauamt und Bauausschuss recht.

Stadt signalisiert Kompromissbereitschaft

Angesichts dieser Absage ist es nun umso wichtiger, dass sich die Beteiligten, bestenfalls gemeinsam, überlegen, wie das Projekt verwirklicht werden könnte. Die Stadt hat schon Kompromissbereitschaft signalisiert: Ausnahmen von den Vorschriften des Bebauungsplans im Gewerbegebiet seien grundsätzlich möglich. Nun muss sich die Gemeinde überlegen, ob die Moschee nicht auch eine Nummer kleiner ausreichend wäre. Stadtrat Christoph Koßbiehl ist zuzustimmen, wenn er sagt, dass es für die Muslime auf lokaler Ebene ein Angebot für ihre Religionsausübung geben sollte. Das trägt auch dem in unserem Grundgesetz festgelegten Recht auf Religionsfreiheit Rechnung.

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Es braucht Transparenz und gegenseitigen Respekt

Egal, wie es nach dieser Ablehnung des Bauantrags mit dem Thema nun weitergeht: Wichtig ist, dass künftige Gespräche auf Augenhöhe geführt und Entscheidungen transparent getroffen werden. Auch die Sorgen, die in der nicht muslimischen Vöhringer Bevölkerung bezüglich des geplanten Projekts sicher noch vorhanden sind, und in Teilen neu aufkommen werden, sollten nicht ignoriert werden. Nur so kann vermieden werden, dass die Gefühle so hochkochen wie vor fünf Jahren, als sich der Stadtrat das letzte Mal mit einem möglichen Moscheebau befasst hatte. Anfeindungen und Schmähbriefe, wie sie damals sowohl Verfechter als auch Gegner des Bauprojekts hatten ertragen müssen, will keiner.

Eine Diskussion zum Thema Moscheebau sollte nicht von Misstrauen oder Ängsten geprägt sein, sondern von Vernunft und Sachlichkeit. Und das von allen Seiten.

Lesen Sie hier, was die muslimische Gemeinde laut ihrem Bauantrag in Vöhringen vor hat:

Eine neue Moschee: Das plant die muslimische Gemeinde

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