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Vöhringen

18.12.2018

Musik aus der Flasche, geht das?

Die Musiker von „Glas Blas Sing“ in Vöhringen (von links): Frank Wegner, David Möhring, Andreas Lubert und Jan Lubert.
Bild: Holley

Berliner spielen auf selbst gefertigten Instrumenten in Vöhringen. Was es damit auf sich hat.

Während vielerorts die altbekannten Weihnachtslieder durch die Häuser schallen, präsentieren die vier Berliner Flaschenmusiker Andreas „Endie“ Lubert, Frank Wegner, Jan „Fritze“ Lubert und David „Möhre“ Möhring ihre ganz eigene Interpretation des Festes. Gespielt werden unter dem Namen „Glas Blas Sing“ Weihnachtslieder aus Deutschland, aber auch aus Russland und Hawaii. Dazu kommen noch aktuelle Lieder wie „Happy“ von Pharrell Williams.

Ob ein schnelles Solo auf dem Flachmann Inov, ein paar tiefe Töne auf dem Spender-Jazz-Bass oder weihnachtliche Klänge auf der Jelzin-Orgel, das Quartett hat den rund 80 Zuschauern beim Griaswirt in Vöhringen vor Kurzem die verschiedensten Flascheninstrumente aus eigener Entwicklung präsentiert. Wie etwa der Spender-Jazz-Bass entstand, erklärte Frank Wegner auf der Bühne: „Ich war beim Arzt. Dieser meinte, ich solle viel trinken. Also habe ich gleich seinen gesamten Wasserspender leer getrunken und mitgenommen. Dann war ich noch kurz im Baumarkt und fertig war der Bass.“ Herauskam ein Metallaufbau auf dem Spender, durch den eine lange Bassseite läuft. Je nachdem wie man diese anspielt verändert sich auch der Ton.

Musik aus der Flasche: Berliner überzeugen in Vöhringen

Nach dem Konzert sagte Wegner, wie es zu der kuriosen Idee, eine Flaschenmusikerband zu eröffnen, gekommen war: „Es liegt näher, als man denkt: beim Biertrinken.“ Nach einigen Tests fing die Gruppe 2003 als Straßenmusik-Band in Berlin an, seit 2006 tritt das Quartett professionell auf. Ihre Musik brachte die vier inzwischen schon in viele Städte Europas: „Wir waren auch schon in Amsterdam und Lille“, erzählte Wegner. Neben dem Weihnachtsprogramm „Süßer die Flaschen nie klingen“ entwickelte die Gruppe fünf verschiedene Shows. Um auch weiterhin neue Lieder und Instrumente in ihre Auftritte einbauen zu können, suchen sie immer nach neuen Ideen. Auch Fans geben dabei immer wieder Tipps: „Nach einer Show in Koblenz gab uns ein Zuschauer die Idee für eine Flaschengitarre. Die nutzen wir bis heute“, so Wegner.

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Wenn das Quartett mal ein neues Stück entwickelt habe, gehe das Einüben sehr schnell, meinte Wegner: „Anfangs dauerte es noch recht lange, heute können wir das Stück nach zwei bis drei Tagen.“

Mit dem Auftritt in Vöhringen zeigte sich der Musiker sehr zufrieden: „Die Stimmung und das Publikum waren sehr gut. Wenn die Leute eine Zugabe fordern, scheint es ja auch allen gefallen zu haben.“ Ähnlich zufrieden mit dem Abend zeigten sich der Inhaber des Griaswirts, Markus Holl, und der Organisator Maximilian Harder: „Die Leute sind begeistert“, sagte Holl. Fürs erste Mal sei die Zuschauerzahl zufriedenstellend gewesen. Zuschauerin Anna Stroppe war zum ersten Mal bei „Glas Blas Sing“ dabei. Vor der Show konnte sie sich nichts unter der Flaschenmusik vorstellen. Am Ende war sie jedoch begeistert. „Das muss man auf jeden Fall gesehen haben“, so Stroppe.

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