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Vöhringen

20.11.2017

Musikalische Reise um die Welt

Mit viel Beifall honoriert wurde das jüngste Konzert der Stadtkapelle Vöhringen unter dem Titel „Abenteuer Erde“. Am Pult Dirigent Andreas Blätzinger.
Bild: Ursula Katharina Balken

Die Stadtkapelle Vöhringen unter Dirigent Andreas Blätzinger zeigt ein anspruchsvolles Programm. Den Abschluss bildet ein zur Tradition gewordener Marsch.

Um ein Konzert der besonderen Art zu erleben, muss man nicht zwingend zum Neujahrskonzert nach Wien reisen. Das geht auch an der Iller, wenn die Stadtkapelle Vöhringen im Wolfgang-Eychmüller-Haus auf der Bühne sitzt und das Abenteuer Erde musikalisch thematisiert. Einem anspruchsvollen Programm folgt an der Donau wie an der Iller stets der Radetzkymarsch. Das hat Tradition. Die Zuhörer wollen das so, weil es auch eine Möglichkeit ist, Begeisterung durch rhythmisches Klatschen kundzutun. In Vöhringen gab es am Ende eines außergewöhnlichen Konzerts, das ganz im Zeichen moderner Klangwelten stand, minutenlangen Applaus.

Das Programm, das Dirigent Andreas Blätzinger zum Jahreskonzert aufgelegt hatte, schraubte sich dank einer bestens disponierten Stadtkapelle musikalisch zu Höhenflügen auf – modern, fast futuristisch, mit Elan gespielt und durch Blätzinger am Pult stringent interpretiert. Allein schon der Einstieg mit „Fanfare - the Benefaction from Sky and Earth“ des 42-jährigen Japaners Satoshi Yagisawa, stimmte ein auf einen tollen Abend. Der war geprägt von spannungsreichen Werken und Musikern, die dem Dirigenten in seinem musikalischen Anspruch folgten.

Das Tongemälde „Mount Everest“ des niederländischen Komponisten Kees Vlak ist ein Werk mit sinfonischen Sequenzen, die der stattliche Klangkörper rhythmisch wiedergab. Kraftvolle Dynamik entstand durch ein Glissando, das überleitete zu einem Hauch japanischer Romantik. Die wilde Schönheit des Outbacks in Australien – komponiert von Derek Bourgeois („Australia Outback“) – wurde wie die anderen Beiträge per Bilderpräsentation an einer Wand visualisiert. Das Finale der Komposition erhält seinen Reiz durch den leicht rauchigen Klang eines Didgeridoos.

Kein geringerer als John Williams („Star Wars“, „Indiana Jones“) schrieb auch die Filmmusik zu „E.T. Adventures on Earth“. Es ist ein Werk voller Klangeruptionen, das tiefe Blech tippt zu Beginn die Töne im Staccato-Stil nur an, um sich dann mit schnellen Taktwechseln, eingestreuten Synkopen und einer Generalpause zu einem Werk zu entwickeln, das in einem polyfonen Rausch endet. Was die Stadtkapelle bot, war Blasmusik, die nicht nur Musikalität voraussetzt, sondern auch technische Perfektion am Instrument.

Nach der Pause ging es mit markantem Trommeleinsatz in „African Symphonie“ von Van McCoy, bearbeitet von Naohiro Iwai, weiter und gab dem Percussion-Instrumentarium Gelegenheit, sich effektvoll in Szene zu setzen. In heimische Gefilde führte „Klang der Alpen“ von Kurt Gäble. Es mischte sich Modernes mit Traditionellem, Alphornklang, ein Hauch von Polka und das Glockenläuten von Kühen. Das Ganze optisch aufgefrischt durch Bertram Schnitzler am Mischpult.

Manfred Schneider ist der Komponist von „Earth, Wind and Fire“, ein Werk, in dem Modulationen – also das Wechseln von einer Tonart in die andere – gefällig wiedergegeben werden. Das letzte Stück im Programm, durch das Volker Tietze führte, stammte aus der Feder des Dirigenten Blätzinger. Die Zugabe war ein Bekenntnis zu einer Welt voller Wunder: „What a wonderful world“ gefiel durch samtweich spielende Trompeten. Der Radetzkymarsch setzte mit seinen klassischen Klängen dann den Schlusspunkt.

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