Newsticker

Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Nach dem Verkehrschaos: Wer hat Schuld am Mega-Stau?

Altenstadt

21.02.2019

Nach dem Verkehrschaos: Wer hat Schuld am Mega-Stau?

Die Autofahrer in der Region mussten in den vergangenen Tagen gute Nerven haben. Wegen Sanierungsarbeiten und einer Vollsperrung war auf der A7 zum Teil kein Vorankommen.
3 Bilder
Die Autofahrer in der Region mussten in den vergangenen Tagen gute Nerven haben. Wegen Sanierungsarbeiten und einer Vollsperrung war auf der A7 zum Teil kein Vorankommen.

Plus Die A7 musste auf Höhe Altenstadt dringend saniert und deswegen voll gesperrt werden. Für eine Baufirma könnte das nun ein Nachspiel haben.

Im Schneckentempo rollen die Autos und Lastwagen über die A7. Bei so manchem Fahrer steigt der Frustpegel fast bis ins Unermessliche. Auch auf den Umleitungsstrecken ist kein Durchkommen. Gibt es dafür einen Schuldigen?

Gut zwei Tage lang war die A7 zwischen Altenstadt und Dettingen gesperrt, erst Richtung Norden, dann Richtung Süden. Das hat zu kilometerlangen Staus auf der Autobahn geführt. Die Umleitung war insbesondere am Mittwoch stark überbelastet. Am Donnerstag suchten sich die Fahrer dann vermehrt andere Ausweichstrecken. Der Ärger war bei den Verkehrsteilnehmern und Anwohnern an der Umleitungsstrecke durch Dettingen, Kleinkellmünz und Kellmünz gleichermaßen groß.

Die Fahrbahn muss dringend saniert werden. Wegen der Vollsperrung entstehen lange Staus.
14 Bilder
Diese Baustelle auf der A7 ist für das Verkehrschaos verantwortlich
Bild: Wilhelm Schmid

Nötig war die Vollsperrung, weil bei einer Routinekontrolle am vergangenen Freitag gefährliche Hohlräume unter dem Asphalt entdeckt wurden. Bricht die Decke, etwa wegen der Belastung durch den darüber rollenden Verkehr, bekommt die Fahrbahn Löcher. Es könnte zu schweren Unfällen kommen. Die Schäden mussten umgehend ausgebessert werden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Womöglich hätte die Situation verhindert werden können

Dabei hätte diese Situation vielleicht vermieden werden können. Die Autobahndirektion in Kempten geht davon aus, dass die Schäden im vergangenen Herbst entstanden waren, als eine Baufirma ein Rohr unter der Fahrbahn hindurchgepresst hatte, wie es im Fachjargon heißt. Mit einem großen Bohrer wurde dabei ein Loch quer unter der Autobahn geschaffen, durch das das Rohr mit einem Durchmesser von rund 60 Zentimetern geschoben wurde, erklärt Olaf Weller, Chef der Autobahndirektion in Kempten. Dabei seien wohl Hohlräume entstanden, die im Laufe der Zeit nach oben bis unter die Asphaltdecke gewandert sind. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachter, der die Schäden bereits am Freitag bewertet hatte, nachdem sie entdeckt wurden.

Zahlt der Steuerzahler oder die Baufirma?

Baudirektor Weller sagt: „Aus unserer Sicht ist das nun ein Gewährleistungsfall. Die Firma, die die Durchpressung gemacht, soll die Kosten übernehmen.“ Ersten Schätzungen zufolge werden die sich im hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Bereich bewegen. Solche Durchpressungen gebe es öfter, sagt Weller. Schäden an der Autobahn entstehen dabei aber selten. Auch die Arbeiter, die in diesem Fall das Entwässerungsrohr verlegt haben, gehören zu einer renommierten Firma, die das schon oft und immer ohne Probleme gemacht habe, erklärt Weller.

Dass eine Autobahn wegen Baumaßnahmen komplett gesperrt wird, so wie es nun auf der A7 der Fall war, kommt laut dem Baudirektor nur in Ausnahmefällen vor. Etwa wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist und man sofort handeln muss. In der Regel werde der Verkehr auf die Gegenfahrbahn umgeleitet oder die Autobahn auf eine Spur verengt.

Baustelle und Stau auf der A 7
Video: Wilhelm Schmid

Auch wenn die Strecke am gestrigen Donnerstag gegen 15.30 Uhr wieder frei gegeben wurde, ist die Maßnahme noch nicht ganz beendet. Weil es bei der Sanierung jetzt schnell gehen musste, sind die Asphaltierungsarbeiten nur ein Provisorium. Baudirektor Weller sagt: „Wir müssen zeitnah eine neue Decke aufbringen.“ Damit nicht nochmal so ein Verkehrschaos entsteht, sollen die Arbeiten nachts stattfinden. Kurzzeitig werden dafür einzelne Fahrstreifen gesperrt. Vorerst gibt es auf dem Streckenabschnitt noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Autobahnraststätten verzeichnen hohe Umsatzeinbußen

Hart getroffen hat die Vollsperrung außerdem die Betreiber der Autobahnraststätten Illertal-Ost und Illertal-West. Stefanie Held ist Assistentin der Geschäftsleitung bei der Kunstrasstätte Illertal-Ost. Auf deren Seite war die A7 am Mittwoch gesperrt. Held sagt: „Bei uns war 24 Stunden lang kein Betrieb. Der Umsatz fehlt uns.“ So etwas komme aber nur selten vor, das letzte Mal vor fünf oder sechs Jahren, sagt sie. Geöffnet war die Raststätte am Mittwoch trotzdem, allerdings nur mit einer Notbesetzung. Am Donnerstag normalisierte sich der Betrieb wieder.

Mehr zum Thema lesen Sie hier: Vollsperrung auf der A7 legt den Verkehr in der Region lahm.


Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren