Newsticker
Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise schon am Dienstag
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Nachbarn ärgern sich über Bauvorhaben in Bellenberg

Bellenberg

19.12.2020

Nachbarn ärgern sich über Bauvorhaben in Bellenberg

In Bellenberg genehmigte der Gemeinderat ein Vorhaben, bei dem die Anlieger Bedenken haben.
Bild: Regina Langhans

Plus Ein Investor will in Bellenberg ein Haus vergrößern und so fünf Wohnungen schaffen. Die Anlieger halten das Vorhaben für überdimensioniert. Der Gemeinderat genehmigt es dennoch.

Flächenknappheit, Wohnraumverdichtung: alles keine unbekannten Themen im Gemeinderat Bellenberg. Der jüngste Bauantrag zur Erweiterung eines bestehenden Wohnhauses zu einem Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen hat, wie jetzt bekannt wurde, schon im Vorfeld massiven Ärger erzeugt. So waren etliche Anwohner in die Sitzung des Gemeinderates gekommen. Dieser hat das Vorhaben dann auch kontrovers diskutiert und mit elf gegen fünf Stimmen genehmigt.

Das Anliegen des Investors, ein bestehendes Haus im Nordwesten des Ortes zu erweitern, erscheint zunächst wenig problematisch. Doch dem Bauantrag liegen keine Nachbarunterschriften bei und das Grundstück befindet sich in einem allgemeinen Wohngebiet ohne Bebauungsplan. Damit ist der Bauherr gehalten, seine Planungen an der Eigenart der näheren Umgebung zu orientieren.

Als strittig stellte sich der Dachgaubenbau heraus, der je nach Größe als Vollgeschoss zu werten ist und dadurch aus dem zweigeschossigen ein dreigeschossiges Haus machen würde. Die Frage nach den Ausmaßen der Gaube konnte vom anwesenden Bauamtsleiter der Gemeinde nicht beantwortet werden. Sollte der Dachausbau im Ergebnis als vollwertiges Geschoss zählen, hätte der Gemeinderat damit einen Präzedenzfall geschaffen für spätere gleichwertige Umbauvorhaben. Die könnte das Gremium dann nur schwer ablehnen. Zum Beispiel einen Flachdachbau mit drei Etagen, hieß es in der anschließenden Diskussion.

Zunächst soll ein Bebauungsplan her

Daher empfahl Gemeinderat Wolfgang Schrapp (Freie Wähler) mit Blick auf zu erwartende ähnliche Vorhaben, für das Areal möglichst schnell einen Bebauungsplan zu erstellen. Der solle auch zeitgemäße Kriterien wie Schattenwurf und Schallschutz einbeziehen. Schrapp monierte zudem, dass dies schon längst hätte in Angriff genommen werden können. Denn das Vorhaben mit ursprünglich sieben Wohneinheiten stand schon im Frühjahr auf der Tagesordnung, wurde aber dann zurückgezogen und auf fünf Wohnungen verkleinert.

Die Hintergründe dazu wurden einem Teil des Gremiums erst jetzt bekannt, weshalb sich Schrapp beschwerte: „Warum erfahren wir nichts von dem Anwohnerbrief mit 34 Unterschriften und dem nachfolgenden Gespräch am 8. Juli?“ In dem Brief wünschten sich die Anwohner eine ordentliche Überplanung ihres gesamten Viertels und die Verteilung ihres Schreibens im Gemeinderat.

Wörtlich heißt es darin: „Ohne Rahmenplanung oder Gesamtkonzeption auf Quartiersebene droht hier ein Präzedenzfall zu entstehen und kann die Grundlage für ähnlich auswirkungsreiche Entwicklungen innerhalb des betroffenen Quartiers und darüber hinaus bilden.“ Weiter ist zu lesen, dass die Nachbarn nochmals betonen, dass auch der verkleinerte Umfang des Einzelprojektes „in solitärer Betrachtung zu keiner Lösung führen kann“.

Im Zweifel lieber dagegen stimmten manche Gemeinderäte

Seitens der CSU wie etwa von Dietmar Jäckle war zu hören, dass Wohnraumbeschaffung begrüßenswert sei, was die Kommune mit ihrer Zustimmung unterstützen statt bremsen sollte, zumal die letzte Entscheidung das Landratsamt treffe. Freie Wählerin Ruth Keller hielt dagegen, dass eben eine kontrollierte Nachverdichtung wünschenswert sei. Letztlich ließ sich die entscheidende Frage nach der Zwei- oder Dreigeschossigkeit des künftigen Hauses, worum es in den Debatten ging, nicht beantworten. Etliche Gemeinderäte machten ihre Zustimmung jedoch davon abhängig und lehnten im Zweifelsfall das Bauvorhaben ab.

Peter Gluche (CSU) bemängelte dabei das zeitraubende Debattieren um „Detailfragen“ einiger Räte, welche diese vorab „mit dem Bauamt hätten klären müssen“ beziehungsweise dieses dadurch besser für Auskünfte vorbereitet gewesen wäre. Wolfgang Schrapp konterte, Vorabfragen seien kaum möglich, wenn Unterlagen erst spät zur Verfügung gestellt würden, betonte aber auch, Sinn der Sache sei, solche Fragen dann im Gremium zu erörtern.

Lesen Sie auch:

Bellenberger tritt beim "Auswärtsspiel" des Fernsehfaschings auf

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren