1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Neue Filtertechnik löst Uranproblem im Trinkwasser

Buch

07.09.2016

Neue Filtertechnik löst Uranproblem im Trinkwasser

Copy%20of%20Brunnen2(1).tif
3 Bilder
Symbolische Wasserprobe beim Brunnen III: (von links) Wasserwart Frieder Grathwohl, Hauptamtsleiter Markus Wöhrle, Bürgermeister Roland Biesenberger und Wasserwart Erwin Finkele.
Bild: Seefelder

Grenzwerte in Buch nun klar unterschritten. Der neue Brunnen hängt jetzt am Leitungsnetz und versorgt die Gemeinde. 

Gute Nachrichten gibt es für die Trinkwasser-Abnehmer in Buch: Das Gesundheitsamt hat grünes Licht gegeben, vom Brunnen III im Süden Buchs aus wird nun Trinkwasser ins Leitungsnetz eingespeist. Mit dem vom Gemeinderat beschlossenen Einbau einer speziellen Filteranlage ist es gelungen, den Uranwert im Wasser erheblich zu senken. Lange Zeit war der geltende Grenzwert von zehn Mikrogramm (Millionstel Gramm) pro Liter leicht überschritten worden. Auch Langzeit-Pumpversuche brachten keine Verbesserung der Wasserchemie. Nun liegt der Urangehalt unter einem Zehntel des Grenzwerts.

Der bisherige Brunnen II am Herdweg fällt künftig für die Versorgung weg. Das bringt weitere Veränderungen bei den Messwerten mit sich: Beim Wasser aus dem neuen Brunnen III ist beispielsweise der Nitratwert mit 19 statt 46 Milligramm pro Liter (Brunnen II) deutlich geringer. Der Grenzwert liegt in Deutschland bei 50 Milligramm pro Liter. Aus Sicht von Bürgermeister Roland Biesenberger liegt der niedrigere Wert an der Lage des neuen Brunnens. Denn statt Landwirtschaft grenzt Wald und eine gemeindliche Wiese an, die nicht gedüngt wird. Auch der Härtegrad des Wassers aus dem Brunnen III ist anders: Das Wasser wird als „mittel“ eingestuft, nicht als „hart“ wie beim Brunnen II. Das dürfte sich positiv auf Waschmaschinen und Geschirrspüler auswirken.

Der Brunnen III versorgt Buch, Gannertshofen, Dietershofen und einen Großteil von Obenhausen mit Trinkwasser. Der Rest des Gemeindegebietes bezieht sein Wasser aus dem Obenhauser Brunnen. Während der Brunnen III das Wasser direkt ins Netz einspeist, geht es beim Obenhauser Brunnen zuerst in den Hochbehälter nebenan.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Zentral gesteuert wird die Wasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet automatisch von der Kläranlage in Rennertshofen aus. Dort ist auf einem Computerbildschirm der gesamte Kreislauf der Wasserversorgung Buchs dargestellt. Gemessen wird unter anderem der Wasserstand in den Hochbehältern. Das System reagiert entsprechend und schaltet zum Beispiel die Wasserzufuhr ein, wenn der Pegel zu weit abfällt. Kommt es zu Fehlern oder Störungen, werden die Wasserwarte der Gemeinde, Erwin Finkele und Frieder Grathwohl, per Kurznachricht informiert. Sie verrichten stets Bereitschaftsdienst, um bei Notfällen sofort reagieren zu können.

Bürgermeister Roland Biesenberger sagt, das Ziel sei, dass die komplette Wasserversorgung der Gemeinde in einer Ringleitung verläuft. Dazu muss nun noch eine Verbindung vom Hochbehälter in Buch nach Ritzisried gebaut werden. Mit einer Ringleitung kann unter anderem auf Rohrbrüche besser reagiert werden. Die Versorgung funktioniert in so einem Fall dann weiter.

Dass der Brunnen III erst jetzt ans Leitungsnetz geht, liegt an einer Änderung des Uran-Grenzwerts im Jahr 2011. Als der Brunnenbau in Buch begann, galt noch ein Wert von maximal 40 Mikrogramm pro Liter Wasser. 2011 wurde die neue Obergrenze von zehn Mikrogramm eingeführt. Hintergrund war eine Studie der Organisation Foodwatch über die Gefahren des Urans in Mineral- und Tafelwasser. Das Wasser aus dem Brunnen III lag dann mit um die zwölf Mikrogramm etwas darüber. Für die Gemeinde Buch ein großes Problem: Denn es gab damals nur sehr kostspielige technische Lösungen. Nun sorgt der Ionenaustausch an Kunstharzen für weniger Uran im Wasser.

Die Gesamtkosten für die Anlage liegen bei rund 100000 Euro. Folgekosten entstehen, da der Filter regelmäßig getauscht werden muss. Das Uran kann dann nicht einfach entsorgt, sondern muss in speziellen Anlagen wiederaufbereitet werden. Von einer halben Million Euro Kosten, wie zunächst befürchtet worden war, ist die Gemeinde dennoch weit entfernt.

Warum es im Wasser in Buch überhaupt erhöhte Uranwerte gibt, weiß niemand. Das Phänomen ist in Nordbayern von Natur aus verbreitet, jedoch kommt es in unserer Region eigentlich nicht vor. Durch den neuen Filter kann die Gemeinde das Thema nun dennoch abhaken.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_2126.tif
Illertissen

Am Illertisser Ortseingang steht eine neue Ampel

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket