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Virus

16.03.2020

Neunter Corona-Fall im Landkreis Neu-Ulm

Neben Museen und Veranstaltungsstätten in der Region bleiben auch mehrere Büchereien wie die in Illertissen (unser Bild) wegen des Coronavirus vorerst geschlossen.
Bild: Regina Langhans

Weiterer Patient in häuslicher Quarantäne. Gottesdienste und Veranstaltungen abgesagt, Klubs, Kinos und Sportstätten schließen

Dem Öffentlichen Gesundheitsdienst ist am Samstag ein neuer bestätigter Fall für eine Coronavirus-Erkrankung gemeldet worden. Das teilte das Landratsamt am Samstagnachmittag in einer Presseerklärung mit. Der Patient befindet sich demnach in häuslicher Quarantäne. Damit sind aktuell neun Fälle für eine Coronavirus-Erkrankung im Landkreis Neu-Ulm gemeldet worden.

Unterdessen haben weitere Veranstalter und Vereine Termine für die kommenden Tage abgesagt. Mehrere Sportvereine haben den Trainingsbetrieb komplett eingestellt, darunter der SV Betlinshausen und der TSV Illertissen einschließlich der Kindersportschule Kiss.

„Wegen des Corona-Virus finden bis auf Weiteres keine Gottedienste im Ulmer Münster statt“: Mit diesem Aushang werden die Besucher des Gotteshauses über die aktuelle Lage informiert. Für das persönliche Gebet und die persönliche Andacht bleibe das Münster allerdings weiterhin geöffnet.

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Die evangelische Kirchengemeinde Illertissen hat nach der Absage des Ökumenischen Glaubenstags am 21. März nun auch den geplanten Trauerabend des Besuchskreises „Die Brücke“ am Montag, 16. März gestrichen. Stattfinden könne dagegen die eigentlich im Rahmen des Glaubenstags vorgesehene Ausstellung „Was Promis glauben“. (Mehr dazu lesen Sie hier: Kirchenfeiern und Vhs-Kurse entfallen) Ab dem 22. März, 11.30 Uhr (nach dem Gottesdienst) werden demnach zur Hälfte im Jochen Klepper Haus und zur Hälfte in der Christuskirche 150 Selbstaussagen von Prominenten zum Thema Glaube zu sehen sein.

In Babenhausen haben Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung beschlossen, dass in der gesamten Pfarreiengemeinschaft ab Montag bis auf Weiteres keine Gottesdienste mehr stattfinden. Das betrifft auch die Kirchen in Klosterbeuren, Winterrieden, Engishausen, Kettershausen, Tafertshofen, Mohrenhausen und Zaiertshofen.

Die Stadt Weißenhorn hat wegen der sich derzeit dynamisch entwickelnden Infektionssituation eine Anordnung erteilt, die Trauerfeiern betrifft: So werden Beisetzungen nur im engsten Familienkreis, höchstens jedoch mit zehn Personen vorgenommen. Diese Anordnung gelte für die kommenden sechs Wochen, teilte die Stadt am Freitag mit.

Die Vöhringer Pfarrei St. Michael weitet ihr Gottesdienstangebot aus. Bereits am Samstagabend fand eine Vorabendmesse statt. Wie Dekan Martin Straub mitteilte, sollen auf diese Weise alle Gläubigen die Möglichkeit erhalten, den Sonntagsgottesdienst mitfeiern zu können. Die Maßnahme wurde ergriffen, weil im Caritas Centrum zum Schutz der Heimbewohner derzeit keine öffentlichen Messen gefeiert werden.

Das Haus der Stadtgeschichte in Ulm bleibt bis zum 19. April geschlossen, ebenso der Lesesaal. Geschlossen bleiben wird ebenfalls die Ausstellung zum Franz-Martin-Kuen-Kunstpreis 2020 im Weißenhorner Heimatmuseum. Grund dafür seien die im Zusammenhang mit dem Coronavirus vorgesehenen Verhaltensempfehlungen und die Fürsorge gegenüber den ehrenamtlichen Aufsichten im Museum. Als kleiner Ersatz sollen jedoch die eingereichten Werke in den kommenden Wochen auf der Webseite des Museums zu finden sein.

Im Museum Ulm entfallen die beiden am Mittwoch geplanten Veranstaltungen des Vereins für Kunst und Altertums in Ulm und Oberschwaben (Mitgliederversammlung und Vortrag von Alexandra Chava Seymann „Zur Provenienzforschung im Ulmer Museum“).

haben aufgrund der aktuellen Situation ebenfalls geschlossen. Die Gemeindebücherei Babenhausen schließt bis auf Weiteres. Die Illertisser Stadtbücherei St. Martin bleibt ab Montagen ebenfalls zu, die Leihfristen sollen automatisch angepasst werden, so die Leiterin Karin Steck.

Abgesagt sind alle Veranstaltungen im Gewölbe Neu-Ulm. Bis einschließlich 19. April stellt auch das Ulmer Roxy seinen Spielbetrieb komplett ein. Noch keine genau Aussage gibt es vom Circus Krone, der nach Ulm kommen sollte. „Ob wir in Ulm gastieren dürfen, können wir zur Stunde leider noch nicht sagen“, so ein Krone-Sprecher. Bislang betreffe der unfreiwillige Stop die ersten beiden Tournee-Städte Gersthofen und Mannheim. „Alles, was jetzt geschieht, ist höhere Gewalt. Wir richten uns nach den Beschlüssen der Regierung und schauen, wie sich die weiteren Auflagen und Empfehlungen gestalten.“

Die Stadt Ulm greift massiv durch: Um die rasche Ausbreitung des Corona-Virus im Stadtkreis einzudämmen, beschränkt die Stadt Ulm ab Montag, 16. März, öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen und im Freien auf maximal 100 Teilnehmende. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde heute erlassen. Sie gilt zunächst bis zum 19. April. Die Stadt empfiehlt Privatleuten dringend, sich ebenfalls an diesen Regeln zu orientieren. Darüber hinaus werden Diskotheken, Clubs, Bars und Tanzlokale geschlossen. Geschlossen bleiben auch Kultureinrichtungen jeglicher Art, insbesondere Museen, Theater sowie Kinos. Auf der Liste stehen außerdem Sporthallen und Fitnessstudios, Schwimm- und Hallenbäder, Saunen, Jugendhäuser, Tiergarten und Jugendfarm, öffentliche Bibliotheken, Vergnügungsstätten sowie Prostitutionsbetriebe.

Erlaubt bleiben in Ulm Wochenmärkte sowie der Betrieb von Schank- und Speisewirtschaften, Betriebskantinen sowie von Imbissen und Lieferservices. Ausgenommen von diesem Verbot sind außerdem Hotels, Gasthäuser, Pensionen und Herbergen, wenn dort ausschließlich Übernachtungsgäste bewirtet werden.

Ab Dienstag werden auch die städtischen Dienststellen in Ulm den Publikumsverkehr einschränken. Alle städtischen Verwaltungsabteilungen werden Dienstleistungen nur noch nach Vereinbarung (per Telefon oder Mail) anbieten. Alle nicht dringenden Angelegenheiten sollten verschoben werden.

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