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Illertissen

11.05.2020

Pfingstrosen: Profi-Tipps von Dieter Gaißmayer

Die zartgelbe „Clair de Lune“ ist eine von knapp 70 Sorten Pfingstrosen, die Dieter Gaißmayer in seiner Staudengärtnerei in Illertissen vorrätig hat. Die bunten Schönheiten haben jetzt Saison im Garten – und können jahrzehntelang am selben Standort erblühen.

Plus Die eleganten Pfingstrosen haben jetzt Saison. Experte Dieter Gaißmayer aus Illertissen erklärt ihre Vielfalt – und verrät, wie die zarten Blüten auch im Haus lange Freude machen.

Wenn Dieter Gaißmayer von Pfingstrosen spricht, gerät der Landschaftsbauer und Chef der bekannten Illertisser Gärtnerei ins Schwärmen. Etwa 60 bis 70 Sorten Pfingstrosen hat er im Sortiment, und er kennt und schätzt die schon in der Antike bei Griechen und Römern kultivierten Garten-Schönheiten sehr. Doch, was hat die Pfingstrose mit Pfingsten zu tun, woher stammt sie eigentlich, und wie pflegt man sie im eigenen Garten?

In der letzten Eiszeit, erzählt Dieter Gaißmayer, blieb von den Vorfahren der bei uns heute am meisten kultivierten Pfingstrosen nur ein Rest in einem Gebiet in Norditalien, das nicht vergletschert war, und auf dem sich die wilden Pfingstrosen bis heute erhalten haben.

Dagmar Hub

Andere Pfingstrosen-Arten sind aber auch in Sibirien, China und Japan, in Südeuropa, auf dem Balkan und in Nordamerika heimisch.

Die Kultivierungsgeschichte der Pfingstrosen ist uralt – und entsprechend mit viel Symbolik verbunden: Im Christentum ist die Pfingstrose die für Maria stehende „Rose ohne Dornen“, ein Sinnbild für Tugend, Reinheit und Heil. Ihren deutschen Namen hat sie aber einfach daher, weil sie meist etwa zu Pfingsten blüht. In China gilt die Pflanze als Symbol für Reichtum und Vornehmheit, aber auch für die Liebe einer Frau und für die Anmut.

Bild: Dagmar Hub

Medizinische Anwendung fand sie in der Heilkunde in Europa und China. Im Buddhismus steht sie für die Sanftmut – und die amerikanische Literatur-Nobelpreisträgerin Pearl S. Buck schuf in der chinesischen Dienerin Peony (Englisch für Pfingstrose) im gleichnamigen Roman eine ihrer sanftesten Frauengestalten.

Gefüllt, ungefüllt, gefleckt oder zweifarbig: Vielfalt der Pfingstrosen ist groß

Doch wie ist die Pfingstrose als Gartenpflanze eigentlich wirklich zu behandeln, und welche Eigenschaften hat sie? „Man muss unterscheiden zwischen den Staudenpfingstrosen, die in ihrer gefüllten Form im Garten eigentlich immer eine Stütze brauchen, und die die klassischen Bauerngarten-Pfingstrosen sind, und den aus China stammenden Strauchpfingstrosen – einer holzigen Form mit sehr großen Blüten, die tief gepflanzt werden muss“, erklärt Gaißmayer. Sie werden aufgrund ihrer Höhe auch Baumpfingstrosen genannt und tragen Blüten mit einem Durchmesser, der eine Handspanne erreichen kann.

Aber auch unter den Stauden-Pfingstrosen gibt es Unterschiede – es gibt ungefüllte, die ihre Köpfe ohne Stütze tragen und oft duften und Bienen und Hummeln anlocken, und gefüllte, bei denen die Stängel oft kaum die Blüten tragen können, und von denen viele nicht duften – aber wunderschön sind.

Ungefüllte Sorten Dienen als willkommene Nahrung für Bienen.

Das Farbspektrum der Pfingstrosen ist durch die Zucht riesig: von reinem Weiß bis hin zum dunkelsten Rot der Sorte „Schwarzer Peter“. Seine eigenen Favoriten, erzählt Dieter Gaißmayer, sind die korallenrote Balkan-Pfingstrose „Otto Froebel“ und die asiatische weiße Edel-Pfingstrose „Festiva maxima“, deren Blüten im Zentrum einige blutrote Flecken haben.

Bild: Dagmar Hub

Dass sie so langlebig sind und 50 Jahre und mehr am selben Standort blühen können, liebt Gaißmayer an den Pfingstrosen – und ihre Farbenvielfalt. „Es gibt Sorten, die blühen kupferfarben oder changierend. Gelbe Sorten wie zum Beispiel ’Claire de Lune’ sind aber recht rar“, sagt der Landschaftsbauer.

Auch als Schnittblumen sind Pfingstrosen geeignet

Wer in seinem Garten die maximale Blütezeit der Pfingstrosen ausnützen möchte: Sie dauert – bei geschickter Auswahl der Pflanzen – bis zu sechs Wochen. Und auch als Schnittblumen eignen sich die Blüten hervorragend, erklärt Gaißmayer.

Das Problem: Schneidet man die großen Blüten für die Vase, halten sie nicht lange. „Das machen viele falsch. Man muss sie schneiden, wenn die Knospen platzen und sich die Farbe gerade zeigt“, erklärt der Gärtner. „Dann blühen sie in der Vase lange.“

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