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Buch

18.10.2019

Rätsel um große Plastikteile im Boden in Buch

Diese Teile wurden in einer Baustelle in Buch gefunden. Plastik an sich ist keine Problem, sagen die Behörden. Deren Größe wirft aber Fragen auf.
Bild: F. Wolfinger

Plastik im Boden: Mitarbeiter des Landratsamts sehen bisher keinen Anlass zur Beanstandung – eine Prüfung gibt es trotzdem.

Kürzlich haben im Boden verbaute Plastikteile auf der Supermarkt-Baustelle in Buch für einige Aufregung gesorgt: Wie berichtet, sammelte Marktrat Franz Eberl vor Ort einen Wäschekorb voller Material, das seiner Ansicht nach nichts im Untergrund verloren habe. Grund genug für das Landratsamt Neu-Ulm, die Sache zu überprüfen. Das Verfahren läuft noch. Bislang gibt es aber keinen Anlass zur Beanstandung, sagte eine Sprecherin dazu nun auf Nachfrage unserer Redaktion. Rätselhaft sei der Fall allerdings dennoch.

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Zwar darf das zu verbauende, zerkleinerte Abbruchmaterial bis zu einem gewissen Prozentsatz Plastik enthalten. Und der sei offensichtlich auf der Bucher Baustelle nicht überschritten worden, so die Sprecherin. Allerdings sei es „auffällig“, dass die von Eberl gefundenen Teile derart groß seien. Die hätten eigentlich weitaus kleiner aus dem Shredder kommen müssen. Deshalb hakt die Behörde nach: Einerseits bei dem auf solche Fragen spezialisierten Verein Baustoff-Recycling Bayern in München, andererseits bei der Baufirma selbst. Letztere müsse erklären, wie es dazu kommen konnte, fasst die Landratsamtsmitarbeiterin den Sachstand zusammen. Sie finde es „schade“, dass die Verwendung solchen Materials durch diesen Vorfall in Verruf gerate. Eigentlich sei das unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit „eine gute Sache“. Denn es schone die Kiesressourcen.

Diese Teile wurden in einer Baustelle in Buch gefunden. Plastik an sich ist keine Problem, sagen die Behörden. Deren Größe wirft aber Fragen auf.
Bild: F. Wolfinger

Die Anfragen des Landratsamts seien bisher noch nicht erschöpfend beantwortet worden. Allerdings räume man den Betroffenen dafür durchaus einige Zeit ein. An einer Aufklärung dürfte der Firma wohl gelegen sein, hieß es. Immerhin sei der Verbau ja deren Geschäftsmodell.

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Sollten sich aus den Antworten weiterhin keine Hinweise auf ein bewusstes Fehlverhalten ergeben, dürfte der Fall aus juristischer Sicht erledigt sein, so die Mitarbeiterin.

Baustelle in Buch: Betonrecyclingmaterial wird im Boden verbaut

Das Thema beschäftigt die Behörden seit Längerem: So hatte sich Eberl bereits vor einigen Wochen beim Landratsamt über die Verwendung von Betonrecyclingmaterial beschwert. Die Behörde prüfte es daraufhin gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt. Sie sahen keinen Grund zur Kritik. Ähnliches geht aus einer Antwort des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber auf eine Landtags-Petition hervor, welche die Bucher Gemeindeverwaltung an unsere Reaktion weitergeleitet hat: Aus abfallwirtschaftlicher Sicht sei der Einbau eines solchen Materials nicht zu beanstanden, Mensch und Umwelt seien nicht gefährdet, heißt es da.

Die Beschwerde über Plastikteile im Boden - mehr dazu lesen Sie hier: Bucher Marktrat Eberl wehrt sich gegen Plastik im Boden

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