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Babenhausen

22.07.2019

Schlosskonzerte: Romantik pur im Babenhauser Ahnensaal

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Unter dem Leitgedanken „Piano und Stimme“ brachten die Liedertafel Babenhausen und ihr Kinderchor unter Leitung von Daniel Böhm im Ahnensaal des Fuggerschlosses Musik zum Klingen.
Bild: Claudia Bader

„Piano und Stimme“ lautet der Leitgedanke der Schlosskonzerte in Babenhausen. Die Liedertafel, ihr Kinderchor sowie Solisten laden zur Träumerei ein – ergänzt durch Erzählungen.

Die lauen Sommerabende am Wochenende haben viele unter freiem Himmel verbracht. Wer sich aber dazu entschlossen hatte, die Schlosskonzerte der Liedertafel Babenhausen zu besuchen, wurde belohnt: mit Romantik pur im Ahnensaal des Fuggerschlosses. Unter dem Leitgedanken „Piano und Stimme“ brachten die Liedertafel und ihr Kinderchor sowie Solisten am Flügel geradezu traumhafte Musik zum Klingen. Sie zeigte den zahlreichen Besuchern, wie vielseitig und lebendig chorische Literatur sein kann. Insbesondere, wenn sie mit Ausschnitten mittelalterlicher Rittergeschichten bereichert wird.

Historischer Bechstein-Flügel nimmt besonderen Part ein

Es ist immer wieder bewundernswert, wie es Chorleiter Daniel Böhm gelingt, die lange und beliebte Tradition der Schlosskonzerte mit neuen Ideen zu schmücken. Diesmal rückte er neben romantischen Werken von Robert Schumann und Johannes Brahms auch Kompositionen des berühmten Babenhauser Musikers Otto Jochum, dessen Todestag sich heuer zum 50. Mal jährt, in den Mittelpunkt. Auch der historische Bechstein-Flügel im Ahnensaal, der im vergangenen Jahr grundlegend renoviert worden war, nahm einen besonderen Part ein. Mit Werken aus dessen Entstehungszeit, der Epoche der Romantik, entfachten Willi Schneider und Stephan Kaller auf dem liebevoll auch „Mathilde“ genannten Instrument einen Tastenzauber.

Dass die beiden Aufführungen beim Publikum so gut ankamen, lag vor allem am Wechsel von Chor- und Instrumentalbeiträgen sowie Erzählungen. Nachdem die Liedertafel mit Robert Schumanns „Sei gegrüßt viel tausendmal“ sowie Otto Jochums Beschreibungen einer „Johannisnacht“ und einer „prächtigen Sommernacht“ den gelungenen Auftakt gesetzt hatte, boten die Mädchen und Buben des Kinderchors in Otto Jochums Liedern „Liebes Rehlein“ und „Hüo Hü“ mit hellen Stimmen einen Kontrast.

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Wer bisher noch nichts oder wenig über das Leben und kompositorische Schaffen von Robert Schumann und Johannes Brahms sowie die Epoche der Romantik gewusst hatte, wurde von Chorleiter Böhm detailliert informiert. Die von Fred Strittmatter vorgetragenen Briefe Schumanns an seine Gattin, die berühmte Pianistin Clara, gaben Einblick in die Korrespondenz der Liebenden.

Stephan Kaller (links) und Willi Schneider präsentierten Schumanns „Träumerei“ vierhändig auf dem Klavier.
Bild: Claudia Bader

Mit Ausschnitten aus dem in den 1860er-Jahren von Brahms komponierten Liederzyklus „Die schöne Magelone“ lernten die Besucher die berühmte mittelalterliche Romanze kennen. Während Schauspieler Strittmatter als brillanter Erzähler die Geschichte des Grafen Peter von Provence und der neapolitanischen Königstochter Magelone näherbrachte, machte Böhm mit voluminösem und flexiblem Bariton die Szenen erlebbar.

Als weiteren Höhepunkt des Programms durften die Besucher in Schumanns „Träumerei“ vierhändigem Klavierspiel lauschen, virtuos geboten von Stephan Kaller und Willi Schneider. Im Wechsel zwischen Frauen- und Männerstimmen intonierte die Liedertafel die Weise „Jungfräulein, soll ich mit euch gehen?“ von Johannes Brahms. Aber auch in drei seiner Liebeslieder-Walzern sowie temperamentvollen Zigeunerliedern von Robert Schumann entfaltete die von Böhm souverän geführte Sängerschar ein eindrucksvolles Klangvolumen.

Anhaltender Applaus und Zugaben beendeten die Aufführungen, welche die Reihe der Schlosskonzerte um eine weitere Facette bereicherten.

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