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Illertissen

05.12.2019

Schulhofschlägerei in Illertissen: Ermittlungen eingestellt

Tritte und Schläge soll es bei einer Auseinandersetzung auf einem Illertisser Schulhof im März gegeben haben.

An der Illertisser Mittelschule sind im März sechs Schüler heftig aneinandergeraten. Der Grund dafür wird wohl weiterhin unbekannt bleiben.

Zwei Schüler im Teenageralter wurden schwer verletzt, als eine Auseinandersetzung auf dem Pausenhof aus dem Ruder lief. Ereignet hatte sich der Vorfall im März dieses Jahres. Wie unsere Redaktion nun auch Nachfrage erfuhr, hat die Staatsanwaltschaft inzwischen ihre Ermittlungen zu dem Fall eingestellt.

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Die Leiterin der Erhard-Vöhlin-Mittelschule, Monika Scherzer, sagte damals zu der Schlägerei, eine so massive Auseinandersetzung habe sie in 35 Jahren Schuldienst noch nicht erlebt. Angefangen hat wohl alles mit gegenseitigen Beschimpfungen und Provokationen. Irgendwann eskalierte die Situation. Vier Siebtklässler sollen zwei Schüler aus der zehnten Jahrgangsstufe geschlagen und getreten haben, sodass diese stationär behandelt werden mussten. Einer der Jugendlichen habe fünf Tage im Krankenhaus bleiben müssen, sagte dessen Vater damals gegenüber unserer Redaktion. Die vier Siebtklässler wurden kurz nach dem Vorfall vom Disziplinarausschuss der Schule vom Unterricht beurlaubt. Die Vier wurden auf verschiedene Schulen in der Umgebung verteilt.

Über die Gründe kann nur spekuliert werden

Über die Gründe, die zu der Eskalation geführt hatten, gab es nach dem Vorfall manche Vermutungen. Flüchtlingshelferin Christl Zepp, die drei der vier von der Schule verwiesenen Jugendlichen betreut, glaubt, dass ein ethnischer Konflikt dahinter steckte. Ihre Schützlinge seien kurdischer Abstammung, die beiden damaligen Zehntklässler türkischer. Polizei und Schule konnten den Verdacht Zepps, dass die jeweilige Herkunft der Schüler der Grund für den heftigen Streit gewesen war, damals nicht bestätigen.

Schulhofschlägerei in Illertissen: Ermittlungen eingestellt

Was genau vorgefallen war und wie zu der Schlägerei kam, ließ sich im Nachhinein nicht mehr klären. Auch die Staatsanwaltschaft ist in ihren Ermittlungen nicht zu einem Ergebnis gekommen. Ein Sprecher der Memminger Staatsanwaltschaft erklärte, man habe das Verfahren mangels hinreichendem Tatnachweis eingestellt. Man habe nicht mehr feststellen können, wie der Streit angefangen hatte, wer alles zugeschlagen hatte oder ob manche der Beteiligten aus Notwehr gehandelt hätten. Dass Ermittlungen wegen Körperverletzung aus diesem Grund eingestellt werden, komme immer wieder vor, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Häufig, so auch in diesem Fall, gebe es keine unbeteiligten Zeugen, die Auskunft geben könnten, was vorgefallen ist. Auch vom Schulpersonal habe den Vorfall niemand beobachtet.

In Richtung der Schule, etwa wegen einer Aufsichtspflichtverletzung, ermittelte die Staatsanwaltschaft nicht. Der Sprecher erklärt: Eine Aufsichtspflichtverletzung an sich erfülle noch keinen Straftatbestand. Einem Lehrer könnte in einem Fall wie diesem der Vorwurf einer fahrlässigen Körperverletzung gemacht werden. Aber auch hier sei die Beweisführung schwierig.

Lesen Sie zur Vorgeschichte unsere Berichte:

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