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Senden
04.10.2021

Decathlon schließt seine Filiale in Senden

Das Decathlon-Schild an diesem Gebäude im Sendener Iller-Center wird wohl bald abgeschraubt. Decathlon bestätigt, dass die Filiale voraussichtlich Ende Oktober geschlossen wird.
Foto: Oliver Helmstädter (Archivfoto)

Der Sportartikel-Riese Decathlon fällt eigentlich durch ständige Neueröffnungen auf. 2021 sollen es zehn Stück in Deutschland sein. In Senden jedoch soll Ende Oktober Schluss sein.

Nach ziemlich genau drei Jahren ist schon wieder Schluss bei Decathlon in Senden. Im September 2018 eröffnete der Sportartikelgigant in der Stadt an der Iller seine damals 55. Filiale in Deutschland - mittlerweile sind es mehr als 80. In Senden sollen die Regale voraussichtlich Ende Oktober dieses Jahres aber wieder leer geräumt werden.

Der Decathlon im Iller-Center schließt. Das bestätigte der Konzern nun auf Anfrage unserer Redaktion. Wobei in der Stellungnahme von Decathlon nicht von einer Schließung die Rede ist, sondern davon, dass die Sendener Filiale mit der in Ulm zusammengeschlossen wird. Der Betrieb werde dann nur in Ulm fortgeführt, schreibt eine Pressesprecherin. Weitere Details sollen in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden.

Eröffnung von Decathlon in Augsburg verzögert sich

Wer bei Decathlon einkaufen will, muss künftig also nach Ulm fahren - genauer gesagt ins Blautal-Center in der Blaubeurer Straße. Beide Filialen der Sportartikel-Kette liegen nur rund zehn Kilometer voneinander entfernt. Senden ist bislang der einzige Standort des Konzerns im Regierungsbezirk Schwaben. In Augsburg hätte aber bereits diesen Sommer eine Filiale eröffnen sollen, doch wegen Lieferengpässen gab es Verzögerungen. Eingeweiht werden soll das Geschäft in den Meran-Arkaden im Augsburger Stadtteil Lechhausen nun erst im kommenden Frühjahr und wird dann wohl Senden als einzige Decathlon-Filiale in Bayerisch-Schwaben ablösen.

Eigentlich macht der französische Konzern eher Schlagzeilen mit Neueröffnungen denn mit Schließungen. Decathlon ist auf Expansionskurs und betreibt derzeit mehr als 1000 Filialen in 59 Ländern. Dem Branchenmagazin Textilwirtschaft zufolge hat Decathlon Deutschland 2020 fünf Filialen geschlossen, und zwar in München (am Stachus), Landshut-Ergolding, Köln-Chorweiler, Dortmund-Kley und Hamburg-Harburg. Grund war laut Decathlon, dass die betreffenden Filialen zu klein gewesen seien und in den jeweiligen Städten bereits weitere Decathlon-Standorte eröffnet hatten. So berichtet es die Textilwirtschaft.

Corona beschleunigt den Trend zum Online-Shopping

André Weinert, CEO von Decathlon Deutschland, erklärte dieses Jahr in einem Interview, dass die Firma weiter auf Wachstumskurs ist: "2021 planen wir mit zehn weiteren Eröffnungen. Als Highlight sind sicherlich die Eröffnungen von unserem dritten Logistikzentrum mit 30.000 Quadratmetern in Berlin und unserem neuen Flagship-Store in Weiterstadt, südlich von Frankfurt am Main an der A5, mit fast 8.000 Quadratmetern zu nennen." Gleichzeitig sprach er in diesem Interview auch von den Herausforderungen durch die Corona-Krise, während der die Kunden gezwungenermaßen verstärkt im Internet eingekauft haben. Weinert dazu: "Bereits 2019 lag unser Online-Umsatzanteil über 20 Prozent, mit einer stark steigenden Tendenz. Der Lockdown hat diesen Trend noch einmal beschleunigt."

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Bei der Eröffnung in Senden warb Decathlon damit, dass in dem Geschäft auf 2500 Quadratmetern mehr als 35.000 Sportartikel in mehr als 70 Sportarten erhältlich sein würden. Der Konzern lockt seine Kunden aber vor allem mit günstigen Preisen. Die kommen nach Angaben des 1976 gegründeten Unternehmens dadurch zustande, dass die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung über Entwicklung, Produktion und Logistik bis zum Verkauf aus einer Hand komme. Decathlon vertreibt vor allem Produkte seiner 85 Eigenmarken.

Und es gab auch Kritik zum Decathlon Standort in Senden. Der Ulmer IHK-Handelsexperte Josef Röll sagte zur Eröffnung damals gegenüber unserer Redaktion: "Nach wie vor halten wir Senden für eine Fehlentwicklung." Handelsriesen wie Decathlon gehörten seiner Meinung nach - wenn überhaupt - in Oberzentren wie Ulm und nicht in die Peripherie. Wer nun die frei werdenden Ladenflächen bezieht ist noch nicht bekannt. Das Gebäude in dem sich die Decathlon-Filiale befindet, gehört dem Ulmer Drogeriekönig Erwin Müller.

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