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Sonntagsruhe: Die Kläger schaden Illertissen

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Kommentar Von Jens Carsten
20.11.2018

Die Ziele der Allianz für den freien Sonntag sind grundsätzlich gut - doch die Blockade des „Schaufensters“ in Illertissen schadet der ganzen Stadt.

Der Ärger um das „Schaufenster“ in Illertissen tut der Stadt nicht gut: Er sollte schnell beigelegt werden – und zwar im Interesse der Gewerbetreibenden. Ein gesunder Einzelhandel ist für ein Gemeinwesen unerlässlich – nur wenn die Nahversorgung stimmt, kann eine Kommune im Wettbewerb punkten. Zuzüge, Steuereinnahmen, Tourismus. Darauf hat der Handel spürbar Einfluss. In guten wie in schlechten Zeiten. Eine Kommune sollte ihre Händler unterstützen. In Illertissen gibt es jetzt die Gelegenheit dazu: Das „Schaufenster“ steht wegen des verkaufsoffenen Sonntags vor Hürden – um die zu überwinden, sind vereinte Kräfte gefragt.

Vertreter von Stadt, Werbegemeinschaft und Landratsamt sollten zusammen eine rechtlich unangreifbare Planung erarbeiten. Ansonsten könnte die beliebte und für die Händler wichtige Veranstaltung am Ende sein. Illertissen steht unter Beobachtung. Dass die „Allianz für den freien Sonntag“ ein Auge zudrückt, ist fraglich – auch wenn sie beim „Schaufenster“ übers Ziel hinaus schießt.

Rechte von Arbeitnehmern dürfen nicht geopfert werden

Die Rechte von Angestellten und Arbeitnehmern dürfen kapitalistischen Interessen freilich nicht leichtfertig geopfert werden – und wer fünf oder gar sechs Tage am Stück arbeitet, genießt den freien Sonntag zu Recht. Gut, wenn jemand darauf achtet. Von der alle zwei Jahre stattfindenden Schau in Illertissen eine große Einschränkung von persönlichen oder religiösen Freiheiten abzuleiten, wäre allerdings überzogen. Und weltfremd.

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Für Ärzte, Pfleger, Polizisten, Pfarrer, Redakteure und viele andere Menschen ist Sonntagsarbeit völlig normal. Schicht-, Ausgleichs- und Vergütungsmodelle machen sie erträglich. Ohne Sonntagsarbeit würde die Gesellschaft nicht so funktionieren, wie wir uns das vorstellen. Die Werbegemeinschaft fordert einen einzigen Sonntag, und den alle zwei Jahre: Das möglich zu machen, sollte das Ziel aller sein, die es gut mit Illertissen meinen. Der Nutzen für die Stadt überwiegt die Bedenken.

Die Krise um das "Schaufenster": Was dahinter steckt, lesen Sie hier: Ist das Illertisser „Schaufenster“ noch zu retten?

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