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Barocksaal

21.11.2011

Spanische Klänge glutvoll musiziert

Verführten die Hörer im Barocksaal in die Klangwelt Spaniens: Friedemann Wuttke, Gitarre, Keiko Hattori, Klavier, und Felix Matzura, Kastagnetten.
Bild: Foto: ch

Seltene Kammermusikbesetzung mit Gitarre und Klavier

Illertissen Gitarre und Klavier sind näher miteinander verwandt als man gemeinhin annimmt. Im Mittelalter, als das Tasteninstrument entwickelt wurde, stand es in Konkurrenz zur Laute. Beide konnten, wie auch die Harfe, mehrstimmig spielen und begleiten. Die Laute verschwand, an ihre Stelle trat später die Gitarre.

Für ihren Auftritt bei „Kultur im Schloss“ hatten sich der Stuttgarter Gitarrist Friedemann Wuttke und die japanische Pianistin Keiko Hattori Werke der bedeutendsten spanischen Komponisten ausges ucht. Sie alle schöpfen aus dem reichhaltigen Fundus heimatlicher Folklore, die von tänzerischen Rhythmen, Leidenschaft und ständigen Verbindungen zwischen Weltlichem und Sakralem bestimmt wird.

Mit Vehemenz stürzte sich Keiko Hattori in die Klangwelt, die Isaak Albéniz in seiner ein Jahr vor seinem Tode entstandenen Suite „Iberia“ auftut. Als einstiges Wunderkind und Schöpfer des spanischen Nationalstils erzeugt er mit wilden Rhythmen, greller Akkordik, dazwischen mit weihevoll getragenen Parts spannende Gegensätze. Bravourös färbte die Pianistin die Unterschiede in- und gegeneinander geschobener Klangebenen.

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Ebenso glutvoll musizierte Friedemann Wuttke fünf Preludes des Brasilianers Heitor Villa-Lobos. Die Improvisationen des autodidaktisch gebildeten Komponisten entzündeten sich dabei an Unterschiedlichem. Vehemente Klangausbrüche und glitzernde Flageoletts charakterisierten Indianer, fröhlich–jauchzende Arpeggien die Liebesspiele junger Menschen aus Rio. Und auch seine Verehrung für Bach weiß Villa-Lobos auszudrücken.

Den begeistert beklatschten Solovorträgen folgten kleine Werke von Anton Diabelli für gemeinsames Musizieren. Der Trauermarsch erinnerte dabei an Beethovens op.26.

Keiko Hattori hat in Tokio und Salzburg auch Komposition studiert und bekannte Werke von Manuel de Falla, Enrique Granados und Luigi Boccherini bearbeitet, die den fulminanten Höhepunkt des Konzerts bildeten. Das nicht zuletzt deswegen, weil sich dem Duo noch der ebenfalls glänzend disponierte Felix Matzura als Kastagnettenspieler hinzugesellte. Entfesselte Klangwirbel im Barocksaal, überschäumend und effektvoll mitreißend! Kein Wunder, dass nach Boccherinis feurigem Fandango noch ein weiterer der „Danza Espagnola“ von Granados, die terzenselige Nummer zwei, folgen musste.

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