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Vöhringen

28.04.2020

Standing Ovations für Karl Janson

Standing Ovations für den scheidenden Bürgermeister: Herbert Walk verabschiedete Karl Janson – allerdings ohne Handschlag und auch die sonst für Anlässe dieser Art obligatorische Flasche Sekt blieb zu.
Bild: Franziska Wolfinger

Plus Nach 24 Jahren gibt es für den scheidenden Bürgermeister Karl Janson zunächst nur einen Abschied auf Sparflamme. Die Parteien machen sich auch schon Gedanken über künftige Ämterverteilung.

24 Jahre gemeinsames Engagement für die Vöhringer Kommunalpolitik, und dann gibt es nur einen Abschied auf Distanz? So brachte Stadträtin Brigitte Endriss die aktuelle Situation auf den Punkt. Für sie stand, wie auch für den bisherigen Bürgermeister Karl Janson, nun die letzte Sitzung in dem Gremium auf dem Programm. Außerdem wurden in diesem für solch einen Anlass ungewöhnlich unfestlichen Rahmen fünf weitere Stadträte verabschiedet, unter anderem Rüdiger Kreisl, der 44 Jahre lang dieses politische Ehrenamt innehatte.

Die Abschiedsparty wurde auf Herbst verschoben

Das Corona-Virus und die Schutzmaßnahmen gegen dessen Ausbreitung machen auch vor der Lokalpolitik nicht halt. Viele Sitzungen mussten verschoben werden und bei den jüngsten Treffen von Haupt- und Bauausschuss sowie Stadtrat standen nur die wichtigsten Themen auf der Tagesordnung. Die Sitzungen fanden außerdem nicht wie gewohnt im Rathaus, sondern im großen Saal im Wolfgang-Eychmüller-Haus statt. Sicherheitsabstand ist auch für Stadträte Pflicht.

Eine große Abschiedsveranstaltung, die für den 4. April geplant war, wurde wegen des Corona-Virus bereits abgesagt. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, versprach Herbert Walk in seiner Abschiedsrede für Janson. Ein Ersatztermin ist für Oktober angedacht. In seiner Laudatio lobte Walk den scheidenden Bürgermeister für die Ruhe und Gelassenheit, mit der er die Amtsgeschäfte führte und für das stets offene Ohr, das Janson für die Anliegen der Vöhringer Bürger hatte. In 24 Amtsjahren hatte Janson die Stadt in vielen Punkten geprägt. Als wichtige Projekte in Jansons Amtszeit nannte Walk unter anderem die Entwicklung der Vöhringer Innenstadt, den Neubau der Umgehungsstraße und den Umbau des Rathauses.

Wer dann ab 1. Mai Jansons bisherigen Platz im Rathaus einnimmt, haben die Bürger bei der Kommunalwahl am 15. März entschieden. Michael Neher war der einzige Kandidat. Er schuf sich im Stadtrat als Fraktionsvorsitzender der CSU eine günstige Plattform, um bekannt zu werden. Außerdem ist Neher im kirchlichen Leben aktiv. So verzichteten SPD und FWG darauf, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, wohl auch deshalb, weil die Kandidatensuche ergebnislos verlief.

Das ist Michael Neher: Er ist der neue Bürgermeister von Vöhringen

Außerdem ist Neher wie seine beiden Vorgänger Jurist und bringt Voraussetzungen mit, die in diesem Amt recht nützlich sein können. Offen ist bislang die Frage, wer Zweiter Bürgermeister wird. Ob es einen Dritten Bürgermeister geben wird, entscheidet der Stadtrat in seiner konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 7. Mai, 17 Uhr.

Herbert Walk mit guten Aussichten auf das Amt des Zweiten Bürgermeisters

Die CSU als stärkste Fraktion wird Herbert Walk nominieren, in der vergangenen Amtsperiode übte er das Amt bereits aus. An seiner Wiederwahl besteht derzeit kaum ein Zweifel. Aber wer kommt als Dritter Bürgermeister infrage? Und ob die SPD, die zwei Mandate bei den Wahlen an die Grünen verlor, den Dritten Bürgermeister stellen wird, ist noch nicht ganz geklärt. Bisher war Ludwig Daikeler (SPD) der dritte Mann. Ihm werden wiederum Chancen eingeräumt. Er ist beliebt und aus den Zeiten als ehemaliger Vorsitzender des Betriebsrates bei Wieland bekannt.

Bei den Grünen stellt sich die Frage, ob sie den Dritten Bürgermeister stellen würde, nicht. Auf Anfrage sagte der Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Markus Harzenetter, die Grünen hegten keine Ambitionen, sich um das Amt des Dritten Bürgermeisters zu bewerben. Aber man wolle noch die nächste Videokonferenz abwarten, so der Sprecher.

Die Freien Wähler, die bei den Wahlen auch Federn lassen mussten, haben keine Absichten, den Dritten Bürgermeister zu stellen. Da war die Aussage von Fraktionssprecher Peter Kelichhaus klar definiert.

Peter Kelichhaus bleibt Sprecher der FWG

Dann geht es noch darum, wer Sprecher der Fraktionen wird. Ob es bei der CSU wieder Herbert Walk sein wird, ist nicht sicher. Es ist aber die Rede davon, dass sich mehrere Personen bewerben wollen. So fiel zum Beispiel der Name Markus Prestele, der auch den Vöhringer CSU-Ortsverband führt. Markus Harzenetter wird Fraktionsvorsitzender der Grünen, das bestätigte er auf Anfrage. Peter Kelichhaus wird an der Spitze der FWG stehen, „jedenfalls zunächst“, wie er sagte. Das lässt darauf schließen, dass er eventuell nach einigen Jahren das Amt weitergeben wird.

Wen die SPD-Fraktion an die Spitze stellt, wird erst am 5. Mai geklärt. Bisher führte Volker Barth die Fraktion. Seine Aussichten sind nach Informationen unserer Redaktion gut. (mit ub)

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