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Bellenberg

09.09.2019

Susanne Schewetzky will Bürgermeisterin in Bellenberg werden

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Eine Bürgermeisterin "wechselt" die Gemeinde: Susanne Schewetzky, die Rathauschefin von Kettershausen, will bei der Kommunalwahl im März 2020 in Bellenberg für die Nachfolge von Simone Vogt-Keller (CSU) kandidieren
Bild: Michael Seefelder (Archiv)

Die Bürgermeisterin von Kettershausen bewirbt sich in Bellenberg für die CSU um den Chefsessel im Rathaus. Am Montagabend wurde sie nominiert.

Eine Bürgermeisterin "wechselt" die Gemeinde: Susanne Schewetzky, die Rathauschefin von Kettershausen, will bei der Kommunalwahl im März 2020 in Bellenberg für die Nachfolge von Simone Vogt-Keller (CSU) kandidieren. Entsprechende Gerüchte sind bereits seit einiger Zeit im Umlauf, nun ist die Kandidatur amtlich: Am Montagabend haben die CSU-Mitglieder die 42-Jährige offiziell nominiert. Am Dienstagabend will Schewetzky die Nachricht dann im Gemeinderat in Kettershausen verkünden. Der Schritt sei ihr nicht leicht gefallen, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Und erklärt, warum sie ihn trotzdem wagt.

S. Schewetzky
Bild: IZ-Fotoarchiv

"Mir blutet das Herz", sagt Schewetzky mit Blick auf ihren geplanten politischen Abschied von Ketterhausen. Allerdings sei die Bewerbung in der größeren Gemeinde im Norden für sie "ein weiterer Schritt". Die dortige CSU sei an sie heran getreten, um sie für eine Kandidatur zu gewinnen, sagt Schewetzky, die in Kettershausen wohnt und auch weiterhin dort leben will. Sollte sie in Bellenberg gewählt werden, wäre das für sie eine berufliche Fortentwicklung. In Kettershausen leitet sie die Geschicke einer 1800-Einwohner-Gemeinde, in Bellenberg leben 4500 Menschen. Verdienst oder Karriere seien allerdings nicht die hauptsächlichen Beweggründe, betont Schewetzky. "Es ist nicht bloß ein Job auf Zeit, man braucht eine private und emotionale Verbindung zu einem Ort." Ihr gehe es darum, dass "die Chemie stimmt". Und das tue sie in Bellenberg: Es gebe familiäre Verbindungen, "mein Vater kommt von dort", sagt die 42-Jährige. Daher sei sie öfters in der Gemeinde, kenne den Ort und viele Menschen. Als 42-Jährige müsse sie sich überlegen, wie es beruflich weitergeht, so Schewetzky. "Ich bin noch nicht am Ende meiner Möglichkeiten." Die Entscheidung zur Kandidatur in Bellenberg sei über längere Zeit gereift. "Das war sehr schwierig für mich." Aber nun ist sie gefallen. Das bedeutet: Die Kettershauser werden sich zur Kommunalwahl im März nach einem neuen Bürgermeister umschauen müssen.

Kettershausen: Nächster Bürgermeister wird hauptamtlich tätig sein

"Ich habe dort viel gelernt", sagt Schewetzky, die in Kettershausen eine Amtsperiode absolviert hat. 2014 trat sie für die Unabhängige Wählervereinigung Kettershausen gegen die Amtsinhaberin Gabriele Janowsky an und holte die große Mehrheit der Stimmen. In den vergangenen Jahren habe sie viele Einblicke in die Arbeitsweisen einer Kommunalverwaltung bekommen. Bislang ist der Rathauschef in Kettershausen ehrenamtlich tätig. Auf Dauer sei dies kein Zustand, betont Schewetzky. Es gebe zahlreiche wichtige und arbeitsintensive Projekte. Ein Beispiel ist die Ökomodell-Region. Im Sommer hatte sich der Gemeinderat entschlossen, den Bürgermeister-Posten künftig zum Hauptamt zu machen. Manche sagten, das sei für Schewetzky geschehen. Nun werde ihr Nachfolger davon profitieren und könne sich voll und ganz den Anliegen der Gemeinde widmen. "Ich möchte die die Zeit nicht missen", sagt Schewetzky.

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Kommunalwahl 2020 in Bellenberg: Schewetzky wohl nicht einzige Kandidatin

Doch zuerst einmal muss die 42-Jährige zur Bürgermeisterin gewählt werden. Sie erwartet, dass sie nicht die einzige Bewerberin sein wird. Vorgespräche zwischen der CSU und anderen Fraktionen hätten nicht das Ergebnis gebracht, dass man sich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte. Die Freien Wähler werden einen Bewerber aufstellen, heißt es. Sollte Schewetzky nicht gewählt werden, steht sie beruflich wohl nicht vor dem Nichts: Im Kulturamt des Illertisser Rathauses könnte sie weitermachen. Das sei mit der Verwaltung so abgesprochen. Bürgermeister Jürgen Eisen würde seine langjährige Mitarbeiterin ohnehin nur ungern verlieren, sagt er. Immerhin organisiert sie unter anderem wichtige Veranstaltungen wie die jährlich stattfindende Musiknacht. Dennoch äußert Eisen Verständnis für Schewetzkys Bewerbung: "Ich gönne es ihr."

25 von 25 Stimmen erhielt Susanne Schewetzky am Montagabend in Bellenberg: Sie geht im März 2020 für die CSU als Bewerberin um das Amt der Bürgermeisterin ins Rennen.
Bild: Jens Carsten

Das Angebot der Bellenberger CSU sei nicht das einzige gewesen, sagt Schewetzky. Vertreter mehrerer Orte seien auf sie zugekommen. Aber auch die CSU hatte mehrere Wunschkandidaten auf der Liste.

Das betonte der Ortsvorsitzende Peter Gluche am Montagabend bei der Nominierungsversammlung im Sängerheim in Bellenberg. Susanne Schewetzky sei "von Anfang an die Nummer eins" auf der Liste mit insgesamt 15 Namen gewesen. Das habe sich im Zuge von Bewerbungsgesprächen bestätigt. Es hätten Kompetenzen wie Verwaltungserfahrung, Führungsqualität und Fachkompetenz gezählt. Das Parteibuch weniger, das Schewetzky allerdings vorweisen konnte. Der Vorstand der Bellenberger CSU habe sich schließlich einstimmig dafür ausgesprochen, den Mitgliedern die Kettershauser Bürgermeisterin als Kandidatin vorzuschlagen. Und die sie sahen das am Montagabend in Bellenberg offenbar genauso: Schewetzky erhielt 25 von 25 Stimmen.

Nun geht es in einen Wahlkampf, bei dem es laut Schewetzky unter anderem um die Frage geht, wie sich Bellenberg bei den Wohngebieten entwickeln soll. "Innen statt Außen" laute hier die Devise. Und im März muss sich dann zeigen, ob die Wähler Schewetzky als neue Bürgermeisterin in Bellenberg haben wollen.

Nach der Kommunalwahl 2020 dürfte es im Landkreis Neu-Ulm einige neue Bürgermeister geben - hier ein Blick auf die anstehenden Veränderungen:

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