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Weißenhorn

15.12.2020

Taugt der Fernunterricht der Realschule Weißenhorn wirklich nichts?

Wegen des Lockdowns müssen Schüler von Mittwoch an wieder von daheim aus lernen. Ein Weißenhorner Stadtrat hat Zweifel, ob das für die Schüler der städtischen Realschule so gut funktioniert.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Plus Stadtrat Michael Schrodi kritisiert das Konzept der Realschule Weißenhorn für den Unterricht auf Distanz. Die Direktorin kann das nicht nachvollziehen.

Am Ende der Stadtratssitzung machte Michael Schrodi ( CSU) deutlich, wie verärgert er ist. Der Vater von drei Kindern, die die städtische Realschule in Weißenhorn besuchen, hat erhebliche Zweifel am Konzept der Einrichtung für den Distanzunterricht, der wegen der Corona-Pandemie von Mittwoch an wieder vorgegeben ist.

Die Realschule hat die Eltern aller 660 Schülerinnen und Schüler darüber informiert, wie der Unterricht auf Distanz abläuft. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Programm Schulmanager, mit dem Schrodi nach eigenen Angaben während des ersten Lockdowns im Frühjahr keine guten Erfahrungen gemacht hat: zu kompliziert, stellenweise überlastet, für jüngere Kinder eher ungeeignet, sagt er.

Schrodi versteht nicht, warum die Realschule Microsoft Teams nicht nutzt

Dank der Plattform Microsoft Teams funktioniere der Fernunterricht an jeder anderen Schule in Weißenhorn prima, berichtete der CSU-Stadtrat. „Es funktioniert in Pfaffenhofen, in Vöhringen, in Neu-Ulm – nur an der Realschule Weißenhorn nicht“, bemängelte Schrodi. Es sei einfach nur traurig, dass man in der langen Zeit nach dem ersten Lockdown keine bessere Lösung gefunden habe.

Schrodi zufolge wurde den Schülern der Realschule gar nicht gezeigt, wie mit Teams gearbeitet wird und wie eine Videokonferenz abgehalten wird. Wenn man das nicht hinbekomme, dann werde er seine Kinder für die letzten Schultage in diesem Jahr krank melden und einen Schulwechsel in Erwägung ziehen, schimpfte Schrodi.

Die Schulleiterin kann die Vorwürfe, von dem sie am Tag nach der Sitzung erfuhr, überhaupt nicht nachvollziehen. „Unser Programm, der Schulmanager, kann alles, was Teams auch kann“, sagt Christa Megow auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Anwendung habe sich schon während des ersten Lockdowns bewährt. Die Schülerinnen und Schüler loggen sich morgens in das Programm ein, erhalten dort ihre Aufgaben und bearbeiten diese. „Das läuft super“, betont Megow. Die Videokonferenz mit dem Lehrer sei kein Allheilmittel. Da, wo es pädagogisch sinnvoll sei, werde dieses Mittel aber sehr wohl eingesetzt. „Die Mittelschule macht genau das Gleiche wie wir“, sagt die Realschuldirektorin. Vonseiten des Elternbeirats seien bei ihr keine Beschwerden eingegangen.

Schulleiterin Christa Megow spricht von einer guten Ausstattung und guten Erfahrungen

In Sachen Technik ist die Realschule nach Angaben ihrer Leiterin sehr gut ausgestattet, auch die Lehrerinnen und Lehrer seien dank intensiver Schulungen und entsprechender Geräte gut gerüstet für den Fernunterricht. Und Megow betont, dass ihre Schule auch Teams habe. Aus ihrer Sicht gebe es aber momentan keinen Grund, vom Schulmanager auf das andere Programm überzugehen.

Schrodi betont im Gespräch mit unserer Redaktion, dass er Videokonferenzen immer für notwendig halte. Bei jüngeren Schülern funktioniere der Fernunterricht mit Arbeitsblättern nur, wenn die Eltern daheim und nicht berufstätig seien. Er lasse sich aber gerne eines besseren belehren, wenn das Homeschooling bei seinen Kindern diesmal besser funktioniert, ergänzt Schrodi.

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