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Dietenheim

03.03.2019

Tausende feiern in Ranzenburg

Aus der bayerischen Nachbarschaft waren die Bellenberger Lacha-Dreggler mit dabei. Sie imponierten die zahlreichen Zuschauern mit einer kunstvollen Pyramiden.
Bild: Wilhelm Schmid

Plus Etliche Gruppen aus der Region nehmen am Umzug durch Dietenheim teil. Eine Besonderheit ist heuer der Auftritt eines baden-württembergischen Ministers.

Traditionsgemäß wünscht man sich in der schwäbisch-alemannischen Fasnacht „a glückselige Fasnet“. Aber dass der Sonntag in Ranzenburg so erfolgreich verlaufen und bei wunderschönem Wetter so viele Zuschauer anlocken würde, hatten selbst große Optimisten nicht zu hoffen gewagt.

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So war der Fasnetssonntag in Ranzenburg
Bild: Wilhelm Schmid

Allein von der bayerischen Seite der Iller zogen wahre Völkerwanderungen ins Nachbarländle hinüber, und auch sonst war die ganze Stadt dicht bevölkert. Am Vormittag war die Sankt-Martinus-Kirche so voll wie sonst nur an Weihnachten, als Organist Felix Niederer zum Einzug der Narrenmesse die „Star Wars“-Titelmelodie intonierte und die ganze Gemeinde beim „Ranzenburger Narrenmarsch“ begeistert mit sang und klatschte.

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Stadtpfarrer Gerhard Bundschuh, der gemeinsam mit seinem evangelischen Amtsbruder Thomas Breitkreuz den Gottesdienst zelebrierte, erteilte allen verlogenen Wetterpropheten angesichts der strahlenden Sonne die Absolution, und nach dem „Halleluja“-Song von Stefanie Kröger-Fendt trat Guido Wolf, baden-württembergischer Minister der Justiz und für Europa, ans Mikrofon. Es sei neu für ihn, da er doch „als politischer Hansel noch nie auf der Kanzel“ war, begann er. Und er sei weniger als Minister, sondern eher als Ministrant gekommen. „Ein echter Narr ist lebendiger Christ“ lautete das Motto seiner in wohlgesetzten Reimen vorgetragenen Ansprache, in der er den tieferen Sinn der Narretei aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtete. Der Minister-Festprediger schloss mit dem Reim: „Ich danke allen, die trotz meiner kamen – a glückselige Fasnet – in Ewigkeit Amen!“

Minister hat einen besonderen Auftritt

Prinzenpaar, Hofstaat und Aktive aus allen neun Zünften Ranzenburgs hatten die Feier in Lesungen und Gebeten mitgestaltet. Nach dem Segen der beiden Pfarrer gab es noch einen Orden für den hohen Gast sowie ein Ständchen des Spielmannszuges, der nicht nur den „Narrenmarsch“ erklingen ließ, sondern passend zur politischen Couleur den Minister mit der Melodie von der „schwarzen Natascha“ verabschiedete.

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Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des Umzugs, zu dem mehr als 70 Gruppen gekommen waren. Von wilden Hexenhaufen über geschichtsreiche Traditionszünfte mit fantasievollen Häs-Kreationen bis hin zu Elferräten, Garden, Prinzenpaaren und allerlei bunten Gesellschaften sowie natürlich einer Reihe von Musikkapellen und Guggenmusiken war alles geboten, was den besonderen Reiz der Ranzenburger Fasnet ausmacht: Die seltene Kombination aus schwäbisch-alemannischer Brauchtums-Fasnet und rheinischem Karneval wurde an mehreren Stellen des langen Zugweges von kundigen Sprechern erklärt.

Prinzenpaar ist auch am Start

Nicht nur das einheimische Prinzenpaar Dani I. mit Mitch I. und ihrem Kinderprinzenpaar Luna I. mit Fabian II. erhielten viel Applaus, sondern auch die weiteren närrischen Tollitäten mit ihrem jeweiligen Hofstaat vom Ulmer Kuhberg, aus Au, Senden und Unterelchingen.

Bei der Narrenmesse in Ranzenburg hielt heuer der baden-württembergische Justiziminister Guido Wolf die Festpredigt.
Video: Wilhelm Schmid

Ob einheimische Vereine oder Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung, von beiden Seiten der Iller, „von dr Alb ra“ oder von der Donau – sie alle prägten wieder einmal den besonderen Charakter des Dietenheimer Umzugs. Und dank des bestens geeigneten Wetters waren auch die Plätze mit flüssiger und nahrhafter Verpflegung stets umlagert, sodass der fleißigen Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer auch der verdiente Erfolg beschieden war. Danach ging es sowohl am Zielpunkt des Umzuges, der „Narrhalla“, als auch in den diversen Bars weiter. Dass es dabei friedlich zuging, bestätigte die Polizei auf Anfrage. Bis zum Redaktionsschluss wurden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet.

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