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28.12.2010

Tödlicher Gang über die Straße

Josef Schuhwerk (links), Mesner in Engishausen, kam gestern bei einem Unfall ums Leben. Hier im Bild mit Pfarrer Robert Schwaiger. Foto: zg
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Josef Schuhwerk (links), Mesner in Engishausen, kam gestern bei einem Unfall ums Leben. Hier im Bild mit Pfarrer Robert Schwaiger. Foto: zg
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Es war für Mesner Josef Schuhwerk aus Engishausen der alltägliche Gang über die Straße, der ihm kurz nach Weihnachten zum Verhängnis wurde. Milch für die Katzen habe er immer vom Hof eines Verwandten auf der anderen Straßenseite geholt, erzählt Pfarrer Robert Schwaiger. Dabei wurde der 87-jährige Mesner gestern in der Früh von einem Auto erfasst und erlag seinen Verletzungen noch an der Unfallstelle.

Eine 27-jährige Autofahrerin, die aus Richtung Babenhausen kam, kollidierte frontal mit dem Mann, als er etwa auf Höhe der Kirche die Straße überquerte. Ersthelfer versuchten noch, ihn zu reanimieren, jedoch ohne Erfolg.

Der rüstige Rentner wohnte zusammen mit seiner Frau (92) in unmittelbarer Nähe der Kirche. "Gerade für seine Frau wiegt der Verlust besonders schwer: Er hat sie sehr unterstützt", sagt Pfarrer Schwaiger. Er beschreibt Schuhwerk als einen korrekten und sehr zuverlässigen Mesner. Er habe den Dienst in der Kirche gerne verrichtet, sagt der Sohn des Verstorbenen. Schon 1963 hatte er das Mesneramt in St. Andreas Babenhausen übernommen. Nachdem er in den Ruhestand trat, übte er - nun etwa seit 25 Jahren - den Mesnerdienst in Engishausen aus. Zusammen mit seiner Frau schmückte der gelernte Friseur die Kirche mit viel Hingabe - seit einigen Jahren sogar unentgeltlich, erzählt Pfarrer Schwaiger. Seinen letzten Einsatz vor dem tragischen Unfall hatte Schuhwerk beim Gottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag in St. Sebastian Engishausen.

Um den Unfallhergang genau zu beleuchten, hat die Polizei nun einen Gutachter hinzugezogen. Anhaltspunkte dafür, dass die Fahrerin zu schnell war, unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, gebe es nicht, hob Sven-Oliver Klinke, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West hervor. Bekannt sei zwar, dass der Mann dunkel gekleidet war, aber ob die Fahrerin ihn deshalb übersehen habe, sei noch nicht geklärt. Der Gutachter soll nun herausfinden, ob die Fahrerin den Unfall hätte vermeiden können. Es wurde - wie laut Klinke in solchen Fällen üblich - ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung bei einem Verkehrsunfall eingeleitet. "Schließlich haben Autofahrer gegenüber Fußgängern - gerade gegenüber älteren - eine erhöhte Sorgfaltspflicht."

Zeugen, die Hinweise zum Unfallhergang geben können, sollen sich bei der Polizeiinspektion Memmingen, Telefon (08331) 1000, melden.

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