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Illertissen

08.07.2020

Trotz Corona: Absolventen freuen sich über Ende der Schulzeit

Das Coronavirus verhagelt vielen Schülern Abschlussfahrten oder gemeinsame Feiern am Ende ihrer Schulzeit. Einige Schulen haben sich Alternativen für ihre Absolventen überlegt.
Bild: dpa

Plus In der Region fiebern Mittel- und Realschüler dem Ende der Abschlussprüfungen entgegen. Doch sie können danach nicht wie üblich feiern. Es gibt kreative Ideen.

Ein Abschluss der besonderen Art: Viele Schüler im Landkreis müssen coronabedingt auf Feiern und gemeinsame Fahrten nach den Prüfungen verzichten. Von schlechter Stimmung ist keine Spur. An manchen Schulen gibt es Pläne, die üblichen großen Feiern zu ersetzen. So kommt das bei den Schülern an.

Auch die gemeinsame Italienfahrt muss ausfallen

Jessica und Alexandra von der Erhard-Vöhlin-Mittelschule Illertissen stecken noch mitten in den Klausuren. Die Vorbereitungen haben beide als stressig empfunden. „Das Homeschooling war ziemlich kompliziert“, sagt Jessica. „Die Lehrer haben ihr Bestes gegeben und oft extra Stunden gegeben, aber wir waren oft auf uns alleine gestellt.“ Als Unterricht in der Schule wieder möglich war, wurden die Klassen aufgeteilt. „So konnten wir besser lernen und wir waren gut vorbereitet“, sagt Alexandra.

Erst am heutigen Mittwoch sind die zwei Neuntklässlerinnen fertig mit den Prüfungen, etwa zwei Wochen später werden die Zeugnisse verliehen. Wie diese Übergabe aussehen soll, wissen sie noch nicht. „Eine Feier gibt es wahrscheinlich nicht“, sagt Jessica. „Vielleicht setzten wir uns im kleinen Kreis zusammen und bestellen Pizza.“ Unter normalen Umständen gibt es an der Mittelschule eine große Feier mit allen Absolventen, das seien die Schüler der etwa sieben neunten und zehnten Klassen. Auch die gemeinsame Italienfahrt musste storniert werden. Viele der Mitschüler wünschten sich einen Ersatz, doch einen Alternativplan gebe es nicht. „Während der Prüfungen können wir das nicht auch noch planen“, sagt Alexandra. Sie freue sich aber schon auf die Zeit nach der Schule: Sie möchte eine Ausbildung zur Kinderpflegerin und anschließend zur Erzieherin machen.

Eine corona-freundliche Feier in an der Realschule Vöhringen

In der Realschule Vöhringen wird es wohl eine corona-freundliche Abschlussfeier geben. Die Planungen dafür laufen bereits, doch Konkretes stehe noch nicht fest. Lisa-Marie und Nicole machen in diesem Jahr ihren Abschluss. Der Druck und die Spannung vor den Prüfungen sei deutlich zu spüren – ebenso wie die große Erleichterung darüber, dass sich das Schuljahr dem Ende neige.

Zwar hatten sie während der Schulschließung durch Corona Zugang zu Lernmaterialien, doch der strukturierte Schulalltag fehlte ihnen. Bei manchen schwierigen Themen hätten sie Erklärungen von Angesicht zu Angesicht gewünscht. Fragen konnten sie den Lehrern schon stellen: Entweder per E-Mail oder mit dem Programm Microsoft Teams.

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Die Babenhauser Schüler feiern alle gemeinsam - in der Kirche und in der Jubi

In Babenhausen gibt es eine besondere Abschlussfeier. Diese soll Direktor Martin Rister zufolge nach am 24. Juli in der Kirche stattfinden – womit auch muslimische Schüler einverstanden wären. Dort finde klassenweise die Zeugnisübergabe statt, verbunden mit einer kleinen Andacht. Der schöne Vorteil der Kirche: Selbst unter Einhaltung der Hygieneregeln ist es möglich, dass Schüler ihre Familien mitbringen. „Es ist uns wichtig, dass die Abschlussklassen eine würdige Zeugnisübergabe bekommen“, sagt Rister.

Die Schülerin Leeann aus Niederrieden hat ihre Prüfungen an der Realschule Babenhausen bereits geschrieben. „Ich bin erleichtert, dass ich das hinter mir habe“, sagt sie. Auf ihre Noten sei Leeann sehr gespannt. Unter normalen Umständen würden die vier Abschlussklassen in der großen Veranstaltungshalle gemeinsam feiern. Diese Gelegenheit gebe es in diesem Jahr auch, nur in einem anderen, kleineren Rahmen. Die Jugendbildungsstätte (Jubi) Babenhausen hätte vom Landratsamt die Genehmigung bekommen, ein Mittagessen für die Absolventen auszurichten.

Ein guter und wichtiger Ersatz für die Abschlussfeier

„Da haben wir alle zusammen in Teamarbeit etwas Gutes auf die Beine gestellt“, sagt Leeann. In der Jubi würden die vier Klassen zum Mittagessen auf unterschiedliche Räume aufgeteilt und könnten sich so verabschieden. „Es ist schön, noch einmal alle zu sehen, zu reden, sich von den letzten Jahren erzählen“, sagt Leeann. Private Veranstaltungen im Anschluss fänden nicht statt. Der Schülerin zufolge wolle man kein Risiko eingehen.

Leeann freut sich auf die dreijährige Ausbildung als Laborantin, die sie bald bei Ehrmann beginnen wird. Trotzdem will sie das Ende ihrer Schulzeit gebührend würdigen. Für sie seien die Zeugnisvergabe und die Zusammenkunft in der Jubi ein guter und wichtiger Ersatz für die übliche große Feier. Die Schülerin sagt: „Abschluss macht man ja nur einmal im Leben.“

Lesen Sie hier mehr über die Schulen in der Region:

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