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Vöhringen

25.11.2019

Vöhringer Stadtkapelle sorgt mit Musik aus James Bond für Spannung

Die Musik von Francis Ford Coppolas Mafia-Epos „Der Pate“ hatte Dirigent Andreas Blätzinger zu einem Medley arrangiert.
Foto: Ursula Katharina Balken

Die Stadtkapelle Vöhringen übertrifft sich mit ihrem Programm „Crime Time“ selbst. Im Eychmüller-Haus erklingt Musik aus Film und Fernsehen – erstmals begleitet von Videos.

Mit Superlativen muss man bekanntlich vorsichtig sein. Man weiß ja nie, was noch kommt. Aber das jüngste Konzert der Stadtkapelle wird nicht so leicht zu toppen sein. Das gilt für die Qualität des Programms, seine Zusammenstellung, die musikalische Reife des Orchesters, die Motivation der Musiker und für die Akzeptanz beim Publikum im ausverkauften Wolfgang-Eychmüller-Haus. Nicht zuletzt ist der Erfolg Dirigent Andreas Blätzinger zu danken, der mit seinen Talenten als Arrangeur immer wieder überrascht.

Musiker präsentieren Filmmusik aus Mafia-Epos

Dieses Mal faszinierten Kapelle und Dirigent mit einer Bearbeitung der Filmmusik aus den drei „Der Pate“-Filmen. Komponiert hatte den Soundtrack Nino Rota, der klassischen Musik wie der Oper verbunden. Was Blätzinger arrangiert hat, nennt er in Bezug auf den Originaltitel selbst „Best of Godfather“. Die Filmmusik aus dem Mafia-Epos war zu einem Medley verschmolzen, aus dem sich immer wieder der bitter-süße Soundtrack Raum verschafft. Das ist Melancholie pur, die sensibel von der Stadtkapelle ins Publikum getragen wurde.

Im Gegensatz zur „Tatort Symphonic“ von Klaus Doldinger und „Crimestoppers“ in einem Arrangement von Paul Murtha. Das war musikalisch gesehen Hardcore, dramatisch und bizarr in der Instrumentierung, was Spannung erzeugt. Damit wurde das Konzert eröffnet. Das Ende des ersten Teils markierte die Musik aus „The Untouchables“ („Die Unbestechlichen“) vom großen Ennio Morricone („Spiel mir das Lied vom Tod“), geprägt durch geradezu explosive Dramatik, die das Orchester wirkungsvoll umsetzte.

„Dragnet – Stahlnetz“ leitete den zweiten Teil des Abends ein. Die Filmmusik schrieben Walter Schumann und Miklos Rosza. Die in den USA entstandene Serie, die dann auf hiesige Verhältnisse übertragen wurde und die Arbeit der Polizei zeigte, flimmerte zehn Jahre lang über deutsche Bildschirme. Die markanten Klänge zum Intro sind in einem strengen Taktmaß gehalten, dissonant angerissene Akkorde sind Akzente, die für Action und cineastische Turbulenzen stehen. „Les Misérables“ war ursprünglich ein Musical, das verfilmt wurde.

Verantwortlich für die Musik waren Alain Boublis und Claude-Michel Schönberg, die die Dramatik der Geschichte der „Elenden“ in der Zeit nach der Französischen Revolution emotional umgesetzt haben, vielseitig, zum Teil mit ländlich-tänzerischen Klängen. Was immer wieder staunen macht, sind die Solisten wie Daniela Milz (Trompete), Alexander Pfetsch (Saxofon) und Moritz Mayländer (Oboe). Sie waren in einzelnen Kompositionen schlichtweg das Sahnehäubchen, was das Publikum mit Zwischenapplaus zu würdigen wusste.

Zum Abschied erklingt der Radetzkymarsch

Dann durften die Zuhörer 20 Minuten in Melodien aus James-Bond-Streifen schwelgen. Das Arrangement stammte wieder von Dirigent Blätzinger. Szenen aus den verschiedenen Filmproduktionen mit Roger Moore, Sean Connery und Co. konnten die Besucher beidseitig am Bühnenrand mit verfolgen (Technik: Bertram Schnitzler). Das war eine Neuheit, wie auch die witzige Art, wie Vorsitzender Stefan Halle nach der Erkennungsmelodie der „Tagesschau“ die Besucher – hinter einem Bildschirmrahmen sitzend – begrüßte. Durch das Programm führte kenntnisreich wie immer Volker Tietz.

Nach so viel musikalischer Power waren Zugaben fällig. Es gab gleich zwei. Aber das langte immer noch nicht. Und dann kam, was zum Ritual gehört – der Radetzkymarsch von Strauß. Applaus für ein fulminantes Konzert.

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