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Vöhringen / Illerberg

13.11.2018

Warum der Männergesangverein vier Stunden lang feiert

Vorsitzender Volker Köhler begrüßt Sänger und Gäste zum Festkonzert des Männergesangvereins Illerberg-Thal.
Bild: Ursula Katharina Balken

Mit einem großen Festakt feiert der Männergesangverein Illerberg-Thal sein 125-jähriges Bestehen. Monatelang wurde geprobt. Anstrengungen, die sich auszahlen sollten.

Vier Stunden reihte sich beim Jubiläumskonzert des Männergesangvereins (MGV) Illerberg-Thal ein Höhepunkt an den anderen. Aber ganz am Schluss setzte der MGV noch eins drauf. In die Stille des verebbenden Beifalls erklang plötzlich wie aus dem Nichts im abgedunkelten Saal „Il Silenzio“, das bekannte Solo für Trompete. Das erzeugte Gänsehaut pur. Einen stimmungsvolleren Ausklang hätte man sich nicht wünschen können.

Der Verein feierte seinen 125. Geburtstag und mehr als 300 Gäste in der Illerberger Mehrzweckhalle feierten mit. Gratulanten waren stellvertretender Landrat Herbert Pressl, Bürgermeister Karl Janson und der geschäftsführende Vorsitzende des Iller-Roth-Günz-Sängerkreises, Thorsten Grobecker. Alle Sprecher hoben hervor, welche Bereicherung der Chor für das kulturelle Leben der Stadt ist.

Männerchor erinnerte an Zusammenhalt

Mit dem Lied „All die schönen Jahre“ erinnerte der Männerchor an die lange Zeit des Zusammenhalts. Ein Medley aus Opern und Operetten folgte, angefangen mit der Arie „Freunde vernehmet die Geschichte“ aus der Komischen Oper „Der Postillon von Lonjumeau“ von Adolphe Adam. Dirigentin Hannelore Lux hatte eine gefällige, in der mittleren Tonlage angesiedelte Bearbeitung gewählt. Die Bandbreite des klassischen Teils reichte von „Rigoletto“ („Oh, wie so trügerisch sind Weiberherzen“) bis zum Trinklied aus „La Traviata“.

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Wie die Sänger des MGV an Qualität und Interpretation gewonnen haben, wurde auch bei „Auf das Leben“, „Der Hahn von Onkel Giacometo“, bei Udo Jürgens Hit „Schenk mir noch eine Stunde“, dem emotionalen „La Pastorella“ und beim Oldtimer „Ein Freund, ein guter Freund“ deutlich. Chorleiterin Lux schaffte es, „ihre“ Männer für emotionale Lieder und fetzige Songs zu motivieren. Dass die Geschlechtertrennung im Männergesangverein nicht ganz so genau genommen wird, zeigte sich beim Schlager „Schuld war nur der Bossa Nova“, denn da „durften“ einige Sänger-Ehefrauen auf der Bühne mitschmettern.

Der Chor Stimmwerk überzeugte mit Musicalhits

Das Ensemble Stimmwerk, der jugendlich gemischte Ableger des MGV, hat mit Dominik Herkommer einen neuen Dirigenten. Songs wie „Only Time“, „May it be“, „Shoshone Love Song“ und ein Querschnitt der Musicalhits von Andrew Lloyd Webber rissen die Besucher zu Beifallsstürmen hin. Auffallend waren die saubere Intonation und die ausdrucksstarke Dynamik.

Die Gruppe 8-Zylinder, auch unter den Fittichen von Hannelore Lux, präsentierte musikalisch locker Welthits, darunter „Pretty Woman“, „Strangers In The Night“ und „My Way“, rhythmisch prononciert, was den Zuhörer ausnahmslos gefiel. Das Turmbläser-Ensemble Altstetter war klanglich eine Bereicherung. Sie schöpften aus einem großen Repertoire, von der Walzerseligkeit bis hin zu Glenn Millers „Moonlight Serenade“ oder auch „Little Brown Jug“.

Moderatorinnen zählten zu den Publikums-Lieblingen

Ingo Wiest am Flügel hämmerte den Chicago-Sound der 40er-Jahre mit Verve in die Tasten. Rührend war der Auftritt von Benno Hermann und Tochter Franziska mit dem Peter-Maffay-Evergreen „Ich wollte nie erwachsen sein“. Nicht zu vergessen die Combo, die für manchen Auftritt von Chor und Ensembles eine rhythmische Begleitung war. Zu den Lieblingen des Publikums zählten vor allem die beiden Moderatorinnen Julia Danner und Franziska Hermann, die im besten Schwäbischen durchs Programm führten.

Dann ging ein Abend zu Ende, für den monatelang geprobt worden war. Aber es hatte sich gelohnt.

Mehr zur Geschichte des Männergesangvereins Illerberg-Thal lesen Sie in unseren Berichten: Sie schlagen bis heute tiefe Töne an und 125 Jahre Männergesangverein: Ein Chor blickt zurück.

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