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08.01.2019

Warum eine Kabelreparatur so lange dauert

Ein Telefonkabel auszutauschen, kann oft dauern.
Bild: Bernhard Weizenegger

Bürger beschweren sich zurzeit immer wieder über kaputte Telefonleitungen. Oftmals dauern die Arbeiten lange. Netzbetreiber Telekom erklärt, wieso das so ist

Es kommt immer wieder vor: Die Telefonverbindung streikt, das Internet fällt aus, nichts geht mehr. In den vergangenen Wochen hat es die Region gleich mehrfach erwischt (wir berichteten). In Unterroth, Illerberg und Au mussten weite Teile der Orte über Tage und Wochen ohne Telefon und Internet auskommen. Zum Teil fiel sogar der TV-Empfang aus. Auch andere Gemeinden hat es getroffen: Aus Altenstadt, Betlinshausen, Illertissen, Balzheim und Kettershausen haben uns Leser kontaktiert, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Mancherorts dauerte die Reparatur Wochen. Doch wieso so lange? Wir haben uns bei der Telekom zum Thema Störungen erkundigt:

Was ruft die Störungen hervor?

Hauptursache für Netzstörungen sind nach Unternehmensangaben Bauarbeiten, bei denen beispielsweise Bagger Kabel durchtrennen. Aber auch das Wetter hat demnach Einfluss: In Unterroth und Illerberg waren es, laut Pressesprecherin Lisa Machnig, beispielsweise starke Regenfälle, durch die Wasser in die Hauptleitungen gelangt ist.

Wie läuft die Fehlersuche ab?

Wenn eine großflächige Störung gemeldet wird, stellen die Techniker eine Fehlerdiagnose auf. Dazu untersuchen sie die Leitungen mit speziellen Messgeräten. Weil diese kilometerweit unter der Erde verlaufen, kann die Suche allein schon recht lange dauern. Ist der Schaden erst einmal lokalisiert, können wiederum die Monteure mit ihrer Arbeit beginnen.

Und die Reparatur?

Die verläuft laut Machnig in mehreren Schritten: Zuerst wird das Kabel freigelegt. Dazu rücken meist Bagger an. Danach werde nochmals gemessen, auf welcher Länge das Kabel genau beschädigt ist. Dann heißt es warten: Denn erst nach dieser Messung könne das passende Kabel in der benötigten Länge bestellt werden. Dieses wird, sobald geliefert, auf beiden Seiten gespleißt. Dabei werden mehrere hundert Kupferadern miteinander verknüpft. Das macht Machnig zufolge keine Maschine, sondern ein Arbeiter in Handarbeit. Dazu muss dieser die Kupferadern einzeln verbinden. Erst dann können die Anschlüsse überprüft und die Grube verschlossen werden.

Geht das nicht schneller?

Laut Telekom nicht. Denn die einzelnen Arbeitsschritte benötigen ihre Zeit. Bevor beispielsweise die Technikabteilung von der Störung erfährt, muss die Serviceabteilung des Netzbetreibers den Schadensort grob eingrenzen.

Zudem hänge die Reparatur von mehreren Faktoren ab: Wie bei den meisten Bauarbeiten sind auch Kabelreparaturen vom Wetter abhängig. Regenfälle, nachlaufendes Wasser und matschige Böden behindern die Techniker und machen Arbeiten zum Teil unmöglich. Für jede Reparatur an den unterirdisch verlaufenden Kabeln müssen die Netzbetreiber zudem eine Genehmigung bei der zuständigen Behörde oder den Grundstückseigentümern beantragen. Auch das koste Zeit.

Und dann sind die Unternehmen auch noch von den Baufirmen abhängig. In Unterroth hat, laut Pressesprecherin Susanne Bruns, die Reparatur vor allem deshalb so lange gedauert, weil über die Feiertage keine Tiefbaufirma mit ausreichend Personal verfügbar war.

Alles zum Hintergrund der Störungen lesen Sie hier:
Warum in Unterroth seit Wochen die Leitungen tot sind
Noch mehr Bürger beschweren sich über tote Leitungen

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