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Babenhausen

16.11.2019

Was der Geldsegen für das Babenhauser Schloss bedeutet

Der Fuggersche Zehentstadel soll wieder genutzt werden: Die Gemeinde hat Pläne, aus dem historischen Gebäude auf dem Schlossareal ein Veranstaltungszentrum zu machen.
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Der Fuggersche Zehentstadel soll wieder genutzt werden: Die Gemeinde hat Pläne, aus dem historischen Gebäude auf dem Schlossareal ein Veranstaltungszentrum zu machen.
Bild: Alexander Kaya (Archivbild)

Plus Der Bund stellt für die Sanierung von Fuggerschloss und Zehentstadel 6,5 Millionen Euro in Aussicht. Wie es nun mit den Mammutprojekten weitergeht.

Überraschend und erfreulich: So bezeichnet Babenhausens Bürgermeister Otto Göppel die Nachricht, die ihn jüngst aus Berlin erreicht hat. Der Bund will die Sanierung des Fuggerschlosses und des Zehentstadels mit einem millionenschweren Zuschuss unterstützen. Insgesamt 6,5 Millionen Euro sollen für die Aufwertung des Schlossareals ins Haus stehen. Das gab der CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein am Donnerstagabend bekannt. Diese Zusage ist entscheidend für die Zukunft des Geländes.

Nüßleins Pressemitteilung zufolge sollen 2,5 Millionen Euro in die Renovierung des eigentlichen Fuggerschlosses fließen, das sich im Besitz des Fürstlichen Hauses Fugger befindet. Weitere vier Millionen Euro soll der Bund für die Sanierung des Fuggerschen Zehentstadels locker machen. Wie berichtet, plant der Markt Babenhausen, das Gebäude mit den vielen Dachgauben zu sanieren und zum Kultur- und Veranstaltungszentrum umzuwandeln.

Graf: "Städtebaulicher Meilenstein“ für Babenhausen

Alexander Graf Fugger-Babenhausen lässt auf Nachfrage unserer Redaktion wissen: „Wir freuen uns sehr, dass uns ein weiterer, wesentlicher Finanzierungsbaustein für dieses Denkmal mit nationaler Bedeutung in Aussicht gestellt wird.“ Die Planung der ersten konkreten Sanierungsprojekte auf dem Areal schreitet ihm zufolge aktuell in großen Schritten voran. Es handelt sich aus seiner Sicht um einen „städtebaulichen Meilenstein“ für Babenhausen. „Der so prägnante Ortskern wird in den nächsten Jahren mit zusätzlichen öffentlichen Nutzungen gestärkt und noch lebendiger“, kündigt Graf Fugger an.

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Der Zuschuss für das eigentliche Fuggerschloss könnte laut Nüßlein für die Sanierung des Ostteils des Neuen Schlosses eingesetzt werden, welche zwischen 2020 und 2022 geplant ist. Allein dieses Teilprojekt verschlingt laut der Mitteilung rund 5,4 Millionen Euro. Für die Komplettsanierung, die sich über Jahre erstrecken dürfte, werden auf die Familie Fugger geschätzte Kosten in Höhe von mehr als 40 Millionen Euro zukommen.

Das Bild zeigt Alexander Graf Fugger und Bürgermeister Otto Göppel bei einem Interview vor rund einem Jahr.

Baurechtlich getrennt davon zu betrachten ist der Zehentstadel, den der Markt Babenhausen verwaltet. Nüßlein hatte den Bürgermeister vorab telefonisch über „die frohe Kunde“ informiert. Ein Förderbescheid liege noch nicht im Rathaus vor, sagt Göppel. Bislang habe er die mündliche Zusage und Pressemitteilung Nüßleins erhalten. Die Überraschung: „Wir haben sogar mehr bekommen, als wir ursprünglich gedacht haben.“ Als ein erster Antrag an den Bund gestellt worden war, habe man auf 2,5 Millionen Euro für die Realisierung der Zehentstadel-Pläne spekuliert, sei aber nicht zum Zuge gekommen. Nun ist es offenbar um einiges mehr Geld, das über den Bundeshaushalt 2020 bereitgestellt wird. „Das erleichtert die Gedanken an das Thema deutlich“, sagt Göppel. Der Eigenanteil, den Babenhausen für die Instandsetzung des Gebäudes zu tragen hätte, bliebe überschaubarer. Als „grobe Hausnummer“ seien Kosten in Höhe von acht Millionen Euro für die Sanierung angesetzt – die Hälfte wäre durch die Bundesmittel gedeckt.

Schlossareal soll aus Dornröschenschlaf erweckt werden

Seit längerer Zeit bemüht sich die Gemeinde um Fördergelder. Göppel berichtet auch von Gesprächen über Zuschüsse für den Denkmalschutz und über die Städtebauförderung. Denn eine Umsetzung des Vorhabens sei für den Markt nur dann zu stemmen, „wenn alle ihre Töpfe anzapfen“.

Im Frühjahr fand ein Treffen in Berlin statt, um mit den hiesigen Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (CSU) und Claudia Roth (Grüne) sowie einem Staatssekretär über die Pläne für das Fuggerareal zu sprechen. Dabei sei ein „Fahrplan“ erarbeitet worden, um die Chancen auf eine Förderung zu steigern. Man habe auf ein Programm gesetzt, bei dem Bundestagsabgeordnete einzelne Projekte einbringen können. Wie Nüßlein mitteilt, waren bislang nur punktuelle Förderungen durch das Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes möglich, die aber deutlich unter einer Million Euro lagen. Dann habe man die Idee verfolgt, Schloss und Zehentstadel über den Einzeletat für Kultur und Medien zu fördern.

Ein Mammutprojekt: Das Babenhauser Fuggerschloss soll Schritt für Schritt saniert werden.

Nun muss sich die Gemeinde zügig an die Vorbereitung des Millionen-Projekts machen. „Ich denke, diese Chance darf man nicht verstreichen lassen“, so Göppel – auch, wenn Babenhausen keine große Kommune sei und noch andere Investitionen zu bedenken habe. Ein erster Schritt sei es, den Marktrat über den Geldsegen zu informieren. Dieser müsse dann zunächst konkret formulieren, was mit dem Zehentstadel geschehen soll. Auch Modalitäten bei der Ausschreibung der Aufträge seien zu beachten.

Auf dem Schlossareal regt sich also in naher Zukunft etwas. Wie berichtet, soll auch der ehemalige Ökonomietrakt eine neue Nutzung erfahren und zur Kindertagesstätte umgebaut werden (mehr dazu lesen Sie hier: Pläne für Kita am Babenhauser Schloss werden konkret). Die Zeit, in der das Schloss aus seinem „Dornröschenschlaf“ erweckt wird, beginnt.

Lesen Sie außerdem das Interview zum Thema: Große Pläne für das Fuggerschloss in Babenhausen

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